Privatexperiment von privatkino

Ich bin die, die in der Hauptschule nur 5er in Englisch kassiert hat, weil ich meine eigene Sprache nicht sonderlich gut verstand und es dann auch irgendwie anmaßend fand, zwei sprechen zu wollen. Es wundert mich heute noch, wie ich trotzdem immer wieder versetzt werden konnte, vermutlich wollte sich die Lehrerin nicht weiter mit mir plagen, oder sie hatte Mitleid.

Die Hauptschule war auch noch die Zeit, wo ich Bücher generell gehasst habe und freiwillig sicherlich nie zu einen gegriffen hätte. Und wer freiwillig nicht liest, der wird in der Schule gezwungen, so zumindest hat es mein Deutschlehrer gemacht. Im Nachhinein kann ich gar nicht sagen, wie dankbar ich für diesen Schubser war, aber zurück zu Englisch. Man wird älter, reifer und auch ein kleines bisschen neugierig auf die Welt.

Jetzt könnte ich bei einer „Let’s read in Englisch“ Challenge mitmachen, aber ich kenne mich, meine Motivation ist ein unsteter Gast und am Ende des Jahres dann feststellen, dass man so überhaupt keine Ergebnisse zusammengebracht hat, deprimiert auch fürchterlich. Deswegen, privates Experiment von privatkino und falls es nicht klappt, leugne ich einfach, je damit angefangen zu haben.

Wie startet man nun in das Experiment? Soll man Lernkrimis lesen, obwohl man so schon keine Krimis mag? Muss man es sich schon zu Beginn madig machen? Nein, die Bloggerwelt ist groß genug und deswegen habe ich einfach mal meine Lieblingsmenschen gefragt, die englische Bücher lesen und einen ähnlichen Geschmack wie ich teilen, ob sie mir leicht verständliche Jugendbücher empfehlen können, mit psychischen Erkrankungen, weil ich daran besonders interessiert bin – Mr Booknerd Fabian, Sandy von Nightingales Buchblog und Dani von Buchbegegnungen (und natürlich lovelybooks) wurden meine Opfer. Nana – What else? hat mich auch vor längerer Zeit beschenkt und zusätzlich fanden sich auch noch zwei englische Bücher in meinem Regal, somit war mein kleiner Stapel fertig gebaut.

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Und wie liest man jetzt ein englisches Buch? Immer ein Wörterbuch zurate ziehen, wenn man etwas nicht versteht oder es doch bleiben lassen, den Inhalt sich aus dem Kontext erschließen lassen? Bücher lesen, die man auf Deutsch schon kennt?

Google fragen, prinzipiell weiß der ja alles und siehe da, ich hab das Rad nicht neu erfunden, es gibt einige Buchblogger die darüber schon mal geschrieben haben:
Miss Watson
Binzi’s Bücher
Büchernest
Kueckibooks
Leseträume
flying-thoughts
Skys Buchrezension
The emotional life of books

Jeder Betrag ist spannend und lesenswert, zeigt aber euch deutlich auf – einig ist man sich nicht unbedingt. Was ich vorab sagen kann, die Tipps und Ratschläge sind hilfreich, eine Stütze, für den Anfang, wie man dann aber liest, muss man selbst herausfinden. Ich brauche zum Beispiel ein Wörterbuch, muss nachschlagen, wenn ich auch den Satz an sich verstanden habe, einfach weil ich ein Mensch bin, der sonst unruhig wird, wenn er ein Wort nicht versteht. Bücher, die schon als deutsch erschienen sind, mag ich nicht auf englisch lesen, warum auch, könnte ich ja auch den leichteren Weg gehen und geh ihn dann meistens auch (obwohl „All the bright places“ eine Chance erhält, weil ich es auf Deutsch geliebt habe). Sprich, hier heißt es wohl für jeden, einfach ausprobieren, was selbst passt.

Ich möchte über meine Leseerfahrungen schreiben, kann es aber wohl nicht Rezension nennen, weil manchmal, so denke ich, die Sprachbarriere schon Kritik geben könnte und so werden die Worte über die englischen Büchern mit [reflection] betitelt werden, weil sie genau so etwas sind, Reflexionen. Ich starte und werde schauen, wo ich ankomme.

Falls jemand noch Empfehlungen für mich hat, nur raus damit – ich freu mich über jeden Tipp!

Zwischen mir und der Welt

Zwischen mir und der Welt
Titel: Zwischen mir und der Welt
Originaltitel: Between the world and me
Autor: Ta-Nehisi Coates
Genre: Sachbuch
Verlag: Hanser Verlag
Format: Hardcover, 240 Seiten
ISBN:978-3446251076


Kauft doch wieder mal in der örtlichen Buchhandlung ein!

Inhalt:
Das Thema erreicht momentan wieder traurige Aktualität: ein weißer Polizist erschießt einen schwarzen Menschen in den USA. Langsam kann man nicht mehr von Einzelfall sprechen, liegt es an den Verfehlungen der Personen? Nein, rassistische Gewalt gehört zu der amerikanischen Identität – das Land ist darauf aufgebaut. Ta-Nehisi Coates ist schwarz und kann wohl am ehesten berichten, wie es sich anfühlt, in einen Land zu wohnen, wo man das Gefühl nicht loswird, immer noch Sklave zu sein. In seinem Manifest stellt er schmerzhafte Fragen und versucht ein Land aufzurütteln, Fragen, die auch Europa betreffen, weil Rassismus keine Grenzen kennt.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt als langer Brief an Ta-Nehisi Coates 14-jährigen Sohn, er erzählt seine Geschichte, wie er in einem Ghetto von Baltimore in einer intellektuellen und politisch aktiven Familie aufwächst. Sich seinen Weg erkämpft und auch schon mit den Schwierigkeiten fertig werden muss, die seine „Herkunft“ mit sich bringen. Vor allem liest man jedoch Furcht heraus, Furcht um seinem Sohn, denn er zwar beschützen möchte, doch in diesem System unmöglich ständig beaufsichtigen kann. Auch Desillusion macht sich breit, keine falsche Hoffnung, dass sich so schnell die Furcht vertreiben lässt, ist sie doch schon jahrlang vorhanden.

250 Jahre von Sklaverei, eigentlich Vergangenheit, doch ihre Wurzeln sind noch im Boden, die Gesellschaft fällt immer noch darüber, kommt ins straucheln, doch niemand sieht sich verantwortlich, sich der Geschichte zu stellen. Nach dem Motto: „Was Vergangenheit ist, soll man ruhen lassen.“ Ein netter Gedanke, doch es ruht nicht, es brodelt unterhalb, bis es wieder einmal wie ein Vulkanausbruch zu Tage tritt, die ganze Welt betroffen ist, nur um eine Woche später wieder die Augen davor zu verschließen.

Kommt ein weißer Mensch in eine Verkehrskontrolle, fühlt er sich mulmig, weil von der Polizei zu kontrolliert zu werden, immer ein wenig bange macht, doch als Afroamerikaner ist es nicht nur ein mulmiges Gefühl, nein, man muss auch Angst haben, mit den Leben zu bezahlen, nicht weil man tatsächlich zu schnell gefahren ist, sondern einfach nur, weil man schwarz ist. Ta-Nehisi Coates versucht ein wenig rüberzubringen, wie es sich anfühlt, ständig in Angst zu leben. Eine „auffällige“ Geste kann ausreichen, da ist es schon absolut egal, ob man eine Waffe hat oder wie kürzlich, ein Buch. Traurig ist in meinen Augen, nur trotz all dieser Vorfälle ändert sich nichts. Die Leute gehen auf die Straße, es endet in Schlachten, man versucht Brutalität mit Hass zu bekämpfen und auch wenn es friedliche Demonstrationen sind, früher oder später verlieren sich die Menschen.

Es sind jedoch nicht nur Morde, es sind auch tägliche Schikanen, die Afroamerikaner über sich ergehen lassen würden, von dem ein weißer nicht einmal erahnen kann, dass es diese gibt. So war es für mich extrem erschreckend zu lesen, welche Auswüchse das Ganze tatsächlich annimmt.

“Zwischen mir und der Welt“ ist ein wichtiges Buch, eines, was Fragen stellt, die längst überfällig sind, doch ist es auch ein schweres Buch. Was ich damit meine? Ta-Nehisi Coates ist einer der angesehensten Intellektuellen der USA und so schreibt er auch. Es ist keine Kritik und doch, die Worte sind philosophisch gewählt, oft wie durcheinandergewürfelt und ich muss ehrlich sein, oft habe ich nicht verstanden, was ich da las. Ich denke, so viel muss ich mir eingestehen, dass es daran liegt, dass ich ein durchschnittlicher Mensch bin, kein Gelehrter. Der Schreibstil war mir zu hoch und ich denke, genau das hat mir an dem Buch überhaupt nicht gefallen, dass es nicht für Menschen geschrieben ist. Für den Durchschnitt, der Interesse an den Thema zeigt, sondern für eine Oberklasse.

So interessant das Buch sein mag, so denke ich, dass es nicht für jedermann lesbar sein wird, was keine Schande ist, doch alternativ möchte ich deswegen Bryan Stevensons „Ohne Gnade: Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA“ empfehlen, weil es verständlicher ist, weil es eben nicht extrem intellektuell geschrieben ist, sondern nachvollziehbar und ohne, dass man sich nach der Lektüre irgendwie dumm fühlt.

Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

Die relative Unberechenbarkeit des Glücks
Titel: Die relative Unberechenbarkeit des Glücks
Originaltitel: Relativity
Autor: Antonia Hayes
Genre: Belletristik
Verlag: Blanvalet Verlag
Format: Hardcover, 464 Seiten
ISBN:978-3764505752

 

 

Inhalt:
Der zwölfjährige Ethan liebt die Physik und Astronomie, sieht die Welt mit ganz eigenen Augen. Es klingt gut, doch macht ihn diese Sicht auch zu einem Außenseiter, weil viele nicht verstehen, was er sieht und meint. Die wichtigste Person in seinem Leben ist aber sowieso seine Mutter Claire, doch je älter er wird, desto öfters fragt er auch nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Seine Mutter blockt jedoch ab, Ethan weiß nämlich nicht, dass er als Baby beinahe gestorben wäre und sein Vater in der Folge verurteilt wurde. Ein dunkles Geheimnis, was über ihnen schwebt, bis ein unerwarteter Brief eine Reihe von Ereignissen in Gang bringt.

Meine Meinung:
Denke ich an die Geschichte, denke ich an Kaugummi. Der schmeckt zu Beginn wirklich lecker, behält auch einige Zeit seinen Geschmack, kaut man ihn aber zu lange, dann wird’s ziemlich fade.
Gemeiner Vergleich, aber ja, so ging es mir mit diesem Buch.

Die ersten Seiten habe ich noch mit Interesse gelesen, weil ich mir dachte, ist doch die Einleitung, da muss man ein wenig nachsichtig sein, als ich dann jedoch bei Seite 200 war und immer noch wartete, auf Gefühle, die die Sätze in mir auslösen oder Spannung, die mich zumindest dranbleiben lässt, war ich kurz davor das Buch abzubrechen. Kennt man jetzt vielleicht, aber abbrechen will man auch nicht, gab es doch genug Bücher, die schon mal im Mittelteil (am Ende) eine Drehung vollführt haben, dass man froh war, durchgehalten zu haben. Ist „Die relative Unberechenbarkeit des Glücks“ so ein Buch, was sich dreht? Ähm….nein. Es ist ein zu lange gekauter Kaugummi.

Eine Meinung wäre nicht rund, wenn ich keine Gründe dafür liefere, warum ich so gemein bin.
Nach der Leseprobe dachte ich, wenn ich die Protagonisten besser kennenlerne, dann könnte ich sie sicherlich ins Herz schließen, aber nach spätestens 200 Seiten merkte ich, die Mission ist gescheitert. Ethan, der ja die Hauptperson ist, bleibt mir so unendlich fern, hat für mich keine Tiefen, sondern ist nur umzeichnet, keine Konturen, eine Schattengestalt. Es wird zwar sein Savant-Syndrom behandelt (wird auch Inselbegabung genannt, kurz gesagt: jemand ist in einem Bereich extrem talentiert, dafür tut er sich mit allen anderen Dingen ziemlich schwer, wie eben eine Insel im Ozean). Klasse Thema, noch nie darüber gelesen, ohne das der Protagonist Autismus hat, aber es wird mit einem Absatz erklärt und dann war es das, es kratz noch nicht einmal an der Oberfläche, es ist ein Nebensatz, der in den Hauptsätzen untergeht.

Ebenso gibt es eine Mobbingsituation, die zwar hoffen lässt, zumindest hier ein paar Details vorzubringen, doch irgendwie verschwindet dieser Strang vollkommen – aus den Augen, aus dem Sinn. Die Geschichte, sie fühlt sich für mich unvollständig an. Die Vaterthematik hat Platz, wird ausgeleuchtet, aber auch hier hab ich das Gefühl, ganz viele Dinge nicht erfahren zu haben.

In dem Buch geht es auch um Physik und Astronomie, was jetzt jemanden abschrecken könnte, aber hier gibt es mal etwas Positives – es ist in einem gesunden Maß, hier war ich mal froh, dass man sich nicht in Details verloren hat und genauso oberflächlich geblieben ist, wie beim Rest.

Vielleicht lassen es meine Worte schon vermuten, aber die Geschichte war nicht für mich gemacht. Man kann sie lesen, man kann es aber auch bleiben lassen und einen Kaugummi kauen.

Suicide Squad [Film]

Official posterTitel: Suicide Squad
Regie: David Ayer
Drehbuch: David Ayer

Produktionsland: USA
Dauer: 123 Minuten
Erscheinungsdatum: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

Log-Line:
Die Suicide Squad bzw. Task Force X ist eine geheime Regierungsorganisation, die sich aus Strafgefangenen mit außerordentlichen Fähigkeiten rekrutiert, denen im Austausch für die Teilnahme an riskanten Geheimdienstoperationen Straffreiheit zugesagt wird.

Meine Meinung:
Etwas verspätet aber doch sind wir diesen Film im Kino gewesen (blöde Termine) und bereits im Vorfeld ist dieser Film von so vielen Kritikern gerade zu verrissen worden. Dann gab es auch diese große Diskussion mit Rotten Tomatoes, die ja mehrheitlich im Marvel-Universum zu Hause sind und DC-Comics automatisch schlechtere Bewertungen geben. Aber was stimmt jetzt? Ist dieser Film wirklich so schlecht?

Ich gebe es ehrlich zu, ich bin mehr im DC-Universum zu Hause als in dem von Marvel, obwohl auch hier tolle Filme gelungen sind (ich sage nur Iron Man – der erste Teil!), aber dank der Nolan-Batman-Trilogie ist es einfach über mich geschehen – darüber hinaus gibt es auch so gute Serien und Comics…

Aber wie auch immer, sehen wir uns mal diesen Film an, der ja reichlich für Gesprächsstoff gesorgt hat. Als ich mit einem Kumpel den ersten Trailer zu diesem Film gesehen haben, war das eigentlich ein Pflichttermin für uns – allein Will Smith als Deadshot?! Einfach nur cool. Und die Tatsache, dass jetzt endlich auch mal die Bösewichte mal ein eigenständiges Kapitel bekommen sagte mir sehr zu. Aber eines hat sich ebenfalls bestätigt, dieser Film ist nur ein Bauteil für die DC-Extended-Filme, die noch kommen werden! Dies hat sich auch schon durch den Film Batman v. Superman abgezeichnet.

Der Film ist doch sehr „plastisch“ dargestellt (ich glaube, so kann ich das am besten umschreiben), quietsch-bunt und mit schnittigen Schnitten. Die Einführung der Charaktere (wobei hier das Augenmerk hauptsächlich bei Deadshot und Harley Quinn liegt) war ganz nett. Das Problem aber (für mich), die Charaktere können sich nicht wirklich entfalten, vieles wirkt aufgesetzt und hat nur wenig Tiefgang. Vielleicht mag es an der großen Anzahl der „Teammitglieder“ liegen, die auf diese wilde Tour gehen.

Die „Überzeugungsleistung“, damit das Team überhaupt zustande kommt, war meiner Meinung nach genauso wenig schlüssig wie die Ergründung von Enchantress, die Menschheit auszulöschen; von der Logik ganz zu schweigen (wo war Wonder Woman, Flash, Aqua Man … und vor allem Batman!?)

Auch hier hätte man meiner Meinung nach mehr rausholen können, was auch schon zeitweise angedeutet wurde: „Wer ist der Gute, wer der Böse?“ Warum hat man diesen Weg eingeschlagen? Hier hätte man perfekt die Lage in den USA aufzeigen können, dass 1% der US-Amerikaner in Gefängnissen verrotten, die kollektive Panikmache, sodass jeder eine Waffe braucht, die Kluft zwischen (super)reich und (bitter)arm … viel zu wenig über die kausalen Ereignisse warum das passiert und sie stattdessen mit übertriebenen Haft- oder gar Todesstrafen versehen werden. Hier wurde so gut wie nichts (und wenn dann nur so im „vorbeigehen“) aufgegriffen. Sehr, sehr schade.

Von  der Action und vom Humor war es ganz in Ordnung, wobei auch hier einiges aufgesetzt wirkt. Man merkt, dass David Ayer vieles versucht und probiert, aber fast immer auf halber Strecke stecken bleibt. Dabei ist er kein unbeschriebenes Blatt, gehen doch Kult-Filme wie „The Fast And The Furious“ bzw. „Training Day“ auf sein Konto.

Und zu guter Letzt, Jered Leto als der Joker… er war „ganz ok“, kommt aber NIEMALS an Heath Ledger in „The Dark Knight“ heran. Dieser Jered Joker war wie ein Plastikspielzeug, konnte aber mein Blut nicht im entferntesten in den Adern gefrieren lassen, ich musste mich doch sehr wundern, dass andere Charaktere vor ihm Angst haben sollten? Viel war auch diskuttiert worden, dass Jered Leto zu wenig Zeit bekommen hat. Diese ominösen „paar Minuten“ sind es natürlich nicht, er hat schon mehr Zeit bekommen, aber auch bei doppelter Screentime hätte er sich nicht wirklich entfalten können – ich gehe sogar so weit und sage, dass dieser Joker beinahe überflüssig ist!

Fazit:
Ein netter Comic-Film und nicht die befürchtete Total-Katastrophe, wie sie so oft proklamiert wurde – aber auch weit entfernt von den Nolan-Batmanfilmen. Ein netter Kinoabend war es trotzdem. Aber musstet ihr so gut wie jeden bekannten Song (Eminem, Queen, The White Stripes uvm.) nehmen? Das fand ich schon sehr skuril. Wer einen Film mit Tiefgang erwartet ist hier definitiv falsch, aber für einen netten Abend ist dieser schon zu haben.

Mein Rating:
6/10

PS: Meine Begleitung (meine Verlobte) ist von diesem Film ganz hin und weg, ist aber absolut kein Comic-Fan! (fand sogar „Batman Begins (2005)“ doof!!!) Also wer weiß…

https://de.wikipedia.org/wiki/Suicide_Squad_(Film)

http://www.imdb.com/title/tt1386697/

https://www.rottentomatoes.com/m/suicide_squad_2016/

 

Wo Frauen nichts wert sind: Vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen

Wo Frauen nichts wert sind: Vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen
Titel: Wo Frauen nichts wert sind: Vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen
Autor: Maria von Welser
Genre: Sachbuch/Erfahrung
Verlag: Heyne Verlag
Format: Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN: 978-3453603912

 

 

Inhalt:
Bei dem Flüchtlingsthemen kommt es einen immer wieder zu Ohren: Frauen und Kinder nehmen wir gerne, nur die Männer, die sollen für ihr Land einstehen. Wie gefährlich ist es aber wirklich, als Frau geboren zu werden? Vergewaltigungen in Indien landen in den Schlagzeilen. Die Abtreibungen von weiblichen Föten in Asien ist kein Geheimnis. Zwangsheirat. Genitalverstümmelung in Afrika. Frauenhandel. Alles Schlagwörter, die in unsere Gedächtnis aufblinken, Maria von Welser ist nun selbst in die Länder gereist, nach Indien, Afghanistan, Bosnien und den Kongo. Sie wird Zeugin eines unendlichen Leides, aber auch den Grundton eines Mutes, der einen Wandel erhoffen lässt.

Meine Meinung:
Ein, für mich, immer sehr prägnantes Beispiel, an dem man deutlich erkennt, dass die Rechte der Frauen noch Meilen hinter denen der Männer stehen: Frauen droht bei außerehelichen Geschlechtsverkehr die Steinigung, Männer werden angezeigt (falls überhaupt). Sollte man an diesem Beispiel irgendwas als fair erachten, würde ich mir Sorgen machen, ehrlich.

Warum komm ich auf dieses Beispiel? Weil es immer öfters in den Medien genannt wird, wenn nämlich die Frauen sich gegen eine Zwangsheirat wehren und tatsächlich mit jemanden zusammen sein wollen, den sie lieben. Himmel, wer weiß wie sie auf diese dreiste Forderung kommen.
Die Sache ist, bei Strafmaßnahmen ist der Unterschied zwischen Frauen und Männer meilenweit.

Doch lieber etwas aktueller, obwohl Unrecht gegen Frauen leider, in welcher Form auch immer, aktuell ist: das Burka-Verbot. Viel wird diskutiert, man redet um den heißen Brei, die eine Seite (komischerweise überwiegend muslimische Männer) schreit: „Religionsfreiheit!“, die anderen brüllen „Integration!“ und die Burkaträgerin fragt irgendwie niemand. Maria von Welser hat in Afghanistan nachgefragt, dem Ursprungsland der Burka, und klar ist: die Burka schränkt ein, ist eine Herabsetzung der Frau. Frauen sollen sich verschleiern, weil sie sonst die Männer verführen – intelligenter wäre wohl, wenn die Männer einfach mal ihre Triebe kontrollieren würden. Egal.
In Syrien verbrennen Frauen ihre Burkas oder Nikabs (Gesichtsschleier, die nur einen Schlitz für die Augen frei lassen), wenn sie vom IS befreit werden. Ein Zeichen? Obwohl, auch so viel muss man zugeben, ein Verbot sinnlos ist, weil es die Wurzel des Übels nicht bekämpft. Es wäre, als würde man Autofahren verbieten, weil es zu viele Unfälle gibt.

Maria von Welser macht sich auch auf nach Indien – spätestens nach der Massenvergewaltigung einer Studentin im Dezember 2012, sollte jeder die Rechtlosigkeit der Frauen dort kennen. Es bleibt jedoch nicht dabei, obwohl seit Jahren die Mitgift dort verboten ist, sterben jährlich hunderte von Frauen, weil es zu Mitgiftsstreitigkeiten kommt. Warum? Weil eine Frau oftmals von der Familie des Ehemannes getötet wird, damit er sich eine neue Partnerin suchen kann, um nochmals Mitgift abgreifen zu können. Hier wird also das Streben nach immer mehr Vermögen, auf den Rücken der Frauen ausgetragen.

Wusstet ihr, dass der Kongo das reichste Land der Welt ist? Nein? Ich auch nicht, ist aber so – dieses Land hat so viele Bodenschätze, dass es tatsächlich einen Reichtum inne hat, an dem es letztlich zerbricht, weil wie in Indien, ist es hier leider der Fall, dass die Menschen nicht in der Lage sind, es sinnvoll zu verwenden, gerecht aufzuteilen, nein, einige wollen mehr und immer mehr. Frauen werden daher gerne als Waffe eingesetzt. Die Ehefrau wird verschleppt und missbraucht, willig gemacht, damit sie als Soldatinnen kämpfen. Als Druckmittel gegenüber ihren Männern verwendet. Der Kongo könnte ein wunderschönes Land sein, mit Reichtum für alle, aber wie der Mensch nun einmal ist, er möchte nicht ein Stück vom Kuchen, sondern den ganzen.

Die letzten beiden Teile des Buches, man hat sie scheinbar fast schon vergessen, über den IS, den Krieg und der Bedrohung von Donald Trump.
Genitalverstümmelung ist und bleibt eine Problematik, die sich in all den Jahren nur minimal verbessert hat. In ländlichen Gegenden bleibt es Tradition und wisst ihr, was wirklich tragisch ist: obwohl diese Thematik schon so lange bekannt ist, schon viele Bücher gefüllt hat: es gibt sie immer noch. Nehmen wir Waris Dirie, diese Frau kämpft unermüdlich, aber wie mir scheint, gegen Windmühlen. Es braucht Aufklärung, die gibt es, sicherlich, aber es ist genau der ländliche Bereich, der mehr braucht, der schwerer zu erreichen ist und deswegen ein besonderes Augenmerk verdient hat.

Erinnert ihr euch noch an Bosnien? Kleines Land voller Verbrecher, sagt man bei uns. Bosnien, da war doch was. Die hatten doch auch mal Krieg, oder? Von 1992 bis 1995, ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern und so scheint es der Welt zu gehen. Im Geschichtsunterricht habe ich in der Schule nie darüber gelernt und in der Zeitung sowieso nie gelesen. Vielleicht gab es den Krieg auch gar nicht, wer weiß, oder man könnte auch einfach die Frauen fragen, die damals Opfer von Massenvergewaltigungen wurden. Könnte man sagen, gut, ist ja trotzdem schon 11 Jahre her, man soll die Vergangenheit auch mal ruhen lassen, könnte man sagen, dann wäre man aber ein ziemlicher Volltrottel, weil ein Trauma bleibt, bleibt ein Leben lang.

Was ich an dem Buch bemängle, ist kein Mangel, der das Buch schwächt. Es geht hier um die Positionen der Frauen, die unterdrückt werden, man muss aber auch sagen, die Männer werden oft einfach gleich erschossen. Kein Kidnapping, keine Misshandlung – gleich der Tod. Vergisst man in meinen Augen leicht, sicherlich, die Unterdrückung der Frau gibt es, durch Männer, aber wie Mama immer sagt, Schubladen sind für die Wäsche da, nicht für Vorurteile – Männer haben, wenn vielleicht nicht so extrem, ebenfalls unter der Unterdrückung der vermeintlich Mächtigen zu leiden.

Diese Worte lassen so viel Düsterheit herrschen, wiegen schwer, doch sie beginnt, die Revolutionen der Frauen. Man siehe die Burkaverbrennung, die Proteste in Indien (an denen übrigens auch Männer teilnehmen) oder die Wortmeldungen von bosnischen Frauen, die nicht länger schweigen wollen. Sie sind auf einem guten Weg, aber ein Weg lässt sich leichter gehen, wenn man einander stützt. Und so muss jeder das Schweigen brechen, wenn er Unrecht sieht, egal in welcher Art.

Unsichtbare Wunden

Unsichtbara Wunden
Titel: Unsichtbare Wunden
Autor: Astrid Frank
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Verlag Urachhaus
Format: Hardcover, 288 Seiten
ISBN:978-3825179663


Kauft doch wieder mal in der örtlichen Buchhandlung ein!

Inhalt:
Anna ist eine fröhliche Schülerin, die sich eigentlich gut in der Klassengemeinschaft integriert hat. An ihrem 13. Geburtstag bekommt sie von ihrem Vater ein Tagebuch geschenkt, für ihre kleinen und großen Geheimnisse, sagt er. Eigentlich hatte sie gar keine, erst als sich ihre beste Freundin von ihr abwendet, entwickelt sich in der Schule eine fatale Mobbingspirale, die das Mädchen an das Ende ihrer Kräfte bringt.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt mit dem ersten Tagebucheintrag, vollkommen unbekümmert, erweckte es in mir ein wenig die Befürchtung, ein eher triviales Jugendbuch vor mir zu haben. Anna klingt unbekümmert, Teenagersorgen plagen sie. Die nächste Szene ist allerdings schon der tödliche Unfall mit ihrem Pferd, bei dem man vor dem Rätsel steht, ob es wirklich ein Unfall war, allerdings wird man auf der nächsten Seite wieder in die Zeit davor geworfen.

Es ist ein Wechselspiel der Zeiten, man hat die Gegenwart, in der Anna gestorben ist, wie die Mitschüler darauf reagieren, aber auch, wie ihr Vater und bester Freund versuchen mit den Geschehnissen zurechtzukommen. Zwischen diesen Teilen, findet man Tagebucheinträge von dem Mädchen vor, die zu Beginn harmlos, mit der Zeit aber immer mehr aufzeigen, wie sehr sich das Mobbing steigt, wie sehr es beginnt, Annas Seele zu zerfressen.

Um ehrlich zu sein, die ersten Seiten fielen mir schwer, mag sein, dass es am Wechsel der Zeiten lag, in dem ich mich hineinfinden muss, aber es kann auch die Zerrissenheit der Gefühle gewesen sein, weil einerseits hat man anfangs die banalen Tagebucheinträge, andererseits den Tod vor Augen. Ich hatte das Buch sogar weggelegt, nur der Zufall, dass ich gerade kein anderes Buch zu Hand hatte und ich lesen wollte, hat mitgeholfen, die Geschichte zu lesen und ja, es ist wieder der gute alte Zufall, der mir ein Buch beschert hat, was ich eigentlich schon abgeschrieben hatte.

Nach den ersten, für mich, schwierigen Seiten, fand ich mich in der Geschichte ein und als ich mir bewusst war, wie sehr die beiden Zeitwelten aufeinanderprallen, hat das Buch auch eine eigene Intensität entwickelt. Man hat die fröhliche Anna, die sich langsam aber stetig in einen Menschen verwandelt, der von Selbsthass aufgefressen wird, weil ihre Mitschüler ihr jegliche Selbstachtung nehmen und perfekt aufgezeigt: auch die Schule spielt eine extreme Rolle in Mobbingsituationen. Man schaut weg, macht vielleicht mit, unterbewusst und dann, dann schiebt man auch noch den Opfern die Schuld zu, weil, wenn alle einen blöd finden, dann wird es schon einen Grund haben. Hier ist es so, dass der Grund eher auf Missverständnissen aufgebaut ist, aber keiner wirklich hinterfragt, sondern einfach mitmacht.

Wirklich gut fand ich, dass die Zeit nach Annas Tod intensiv beleuchtet wird. Wie gehen ihre Mitschüler damit um? Heuchlerisch betrauen sie das Mädchen, so als wäre nie etwas gewesen, doch als ihr Vater auf ihr Tagebuch stößt, liest, wie sehr ihre Mitschüler ihr das Leben zur Hölle gemacht haben, sinnt er nach Rache. Trauer macht blind und so entwickelt sich das Buch beinahe zu einen Thriller und man hadert mit sich selbst, Selbstjustiz ist verboten, dass ist schon klar, aber weder Schule noch Polizei scheinen irgendwelche Konsequenzen ziehen zu wollen und wenn dir keiner hilft, musst du dir selbst helfen – ja oder nein? Ein Gewissenskonflikt tut sich auf. Cybermobbing wurde in Österreich zum Strafbestand, aber es braucht viel mehr – es braucht auch für Mobbing am Arbeitsplatz/in der Schule Unterstützung, vor allem braucht es aber Menschen, die nicht die Augen verschließen und denken, ist doch nur alles Spaß, doch für manche mag es Spaß sein, doch einer lacht gewiss nicht.

10 Fakten über …Simone Bauer

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Simone Bauer, geboren 1990 in der Nähe von Regensburg, 14138948_10207069886975607_2145162516_overöffentlicht am 1. September ihren fünften Chick-Lit-Roman „Es ist kompliziert, du aber auch“ bei Thalia. Das Debüt der Wahlmünchnerin erschien bereits 2011 bei Schwarzkopf & Schwarzkopf („Ganz entschieden unentschieden“).

Die Journalistin twittert unter @teaserette (www.twitter.com/teaserette)

 

  1. Serienjunkie

Über die Serie „Buffy“ bin ich im Teenageralter zum Schreiben gekommen. Seitdem ist meine Seriensucht geblieben. Ich liebe es, wenn ich Handlungsstränge voraussehen kann wie bei „The Vampire Diaries“, oder mich eine Story total verblüfft wie bei „Orange Is The New Black“. Meine großen Vorbilder sind Rory Gilmore und Blair Waldorf und „Friends“ für immer meine Lieblingsserie – Dialoge interessieren mich für meine Bücher ebenfalls am meisten. Serien sind für mich Handwerk und durch die Charakterentwicklung manchmal sogar deutlich interessanter als Filme. Meine Buchfiguren besetze ich daher in der Regel mit Schauspieler, die in meinem Kopf agieren.

  1. Festivals

Festivals haben mich einst zu „Matsch-Memoiren“ inspiriert, wofür ich aus Interviews Kurzgeschichten wandelte. Viele Anekdoten beruhen aber auf meinen eigenen Erfahrungen. Tatsächlich gehe ich inzwischen kaum noch auf Festivals, da die Preise unverhältnismäßig geworden sind – und viele meiner Lieblingsbands wie Kettcar oder Placebo gerade seltener spielen.

  1. Schreibblockaden

Ich arbeite in der Presseabteilung eines großen DAX-Unternehmens und schreibe daher auch im Brotberuf. Schreibblockaden sind mir in diesem Sinne fremd, da ich produzieren muss. Doch ob ich in den fiktionalen Fluss reinkomme, ist eine andere Sache. Da kann man dann fast nichts anderes machen als abwarten und Schwarzteetrinken, damit das fiktionale Schreiben wieder richtig Spaß macht!

  1. Mode

Mode war schon immer ein Aspekt in meinem Leben, der mir sehr wichtig war – speziell, wenn ich mir als Jugendliche Ohrringe selbst gemacht habe oder T-Shirts bemalte. Ich erkenne inzwischen ebenso Tendenzen zu meinen heutigen 50er-Jahre-Stil an alten Fotos zu mir, aber es hat ein paar Emomodephasen gebraucht, um zu meinem Stil zu finden. Mode macht Spaß und ich spiele damit auch für meine Buchcharaktere herum.

  1. Japan

Vor zwei Jahren kam ich über meine Lieblingsfigur aus „Sailor Moon“, Michiru Kaioh (Sailor Neptune), und meine beste Freundin, Kaliah Cosplay, zum Cosplay, also dem Schneidern von Kostümen und Verkleiden. Ein Interesse fürs Mutterland des Cosplay hatte ich schon immer, doch seit einem Jahr lerne ich nun die Sprache und freue mich sehr darauf die Kultur endlich selbst kennenzulernen, deren Modestil mich so erfreut.

  1. Ehrgeiz

Neben Hartnäckigkeit verfüge ich über vielen Ehrgeiz und das benötigt man auch in dieser Branche. Ich arbeite konstant an mir selbst und meinen Werken, hake nach, treffe mich mit Leuten.

  1. Journalismus

Der Musikexpress war meine Bibel und bald wollte ich selbst über Musik schreiben. Mit 18 bewarb ich mich bei MyFanbase und bald fand ich mich auf Konzerten oder Lieblingsmusikerinnen wie Marina and the Diamonds gegenüber. Aktuell schreibe ich zum Beispiel für MISSY, aber auch für die Koneko, die sich um japanische Popkultur dreht.

  1. Podcasts

Ich bin ein großer Fan vom gesprochenen Wort. Seit einer Weile habe ich die Kolumne „Auf Krawall gebürstet – Simone regt sich auf“ bei egoFM. Podcasts höre ich mega gerne, speziell „The Lady Gang“ mit meinem Autorenidol Keltie Knight. „Fest & Flauschig“ von Jan Böhmermann und Olli Schulz sowie „Gästeliste Geisterbahn“ sind ebenso große Favoriten.

  1. Soundtrack

Bei „Es ist kompliziert, du aber auch“ sieht man sehr schön, welche Songs am meisten meinen Schreibprozess beeinflusst haben. „Red“, das Album von Taylor Swift, habe ich da am häufigsten gehört. Bei der letzten Korrekturabnahme dafür nur einen einzelnen Song von ihr in Dauerschleife: „New Romantics“. Ich bin sehr auf die Lyrics fokussiert bei Musik und der Text dazu ist der hammer.

  1. Tanzen

Tanzen ist für mich wahnsinnig wichtig, vor allem zu livegespielten Indierock. Ich habe früher aber auch Hip Hop gemacht und inzwischen wieder damit angefangen, vermischt mit lateinamerikanischen Rhythmen. Die Choreos nehme ich mit nach Hause und tanze sie dann wieder auf meine Lieblingsbands!