[Gewinnspiel] Wo ist der Jahresrückblick?

Der kleine Jahresrückblick schlummert tief und fest in meinem Kopf, ist noch lange im Winterschlaf. Ich hab ihn kurz angestupst, aber er hat nur ziemlich grimmig gebrumt, dass ich ihn dann doch nicht wecken wollte und so gibt es einfach keinen Jahresrückblick, weil Dinge die man erzwingt, sowieso irgendwie blöd sind.

Aber weil ich Anfang 2017 auch meine Verkaufshalle eröffnet habe – Sinn war, dass ich Bücher verkaufe und diesen Erlös dann den Verein Pia spende, weil ich irgendwie nicht wirklich Werbung gemacht habe, zudem vergessen habe, ab und an neue Bücher hinzuzufügen, verlief sich die Idee rasch im Sande. Allerdings da ich weiß, dass ich ein ziemlicher Faulpelz bin, habe ich damals ebenso beschlossen für jedes gelesene, gekaufte, geschenkte oder gefundene Buch werfe ich einen Euro in die Spardose.

Heute will ich euch diesen „Rückblick“ präsentieren und hab mir dazu etwas überlegt, weil wisst ihr, jeden Tag besuchen diesen Blog mindestens ein dutzend Menschen, also ihr. Jeden Tag! Was ziemlich verrückt ist, weil ab und zu eine Rezension lest ihr hier nicht viel mehr, trotzdem findet ihr euren Weg hierher.

Es wird endlich mal Zeit für ein großes Dankeschön und ein kleines Geschenk!
Hier seht ihr das gesammelte Geld:

2018-02-16-19-23-48[1].jpg

Nein, dass Geld ging schon an Pia, für euch gibt es etwas anderes.

Wie viel Geld seht ihr auf dem obrigen Foto?

Jetzt fragt ihr euch zurecht, warum ihr rumraten sollt und ich es euch nicht einfach verrate – hier ist das Geschenk, wer mit seiner Schätzung am nähesten liegt, darf sich ein Wunschbuch aussuchen. Hardcover, Taschenbuch, deutsch, englisch oder altgriechisch, alles was ihr wollte , zwei Bedingungen gibt es allerdings: es muss im Buchhandel erhältlich sein und sollte nicht exorbitant teuer sein, weil die Erstausgabe von Harry Potter kann ich mir nämlich wohl eher nicht leisten.

Die obligatorischen Teilnahmebedingungen sind ganz einfach:
Kommentiert bis 24.02.2018/23:59 Uhr mit eurer Schätzung, achtet darauf, auch den Centbereich zu schätzen, falls es zwischen zwei knapp werden sollte.
Sollte Ihr unter 18 Jahren sein, bittet zuvor Eure Eltern um Teilnahmeerlaubnis an diesem Gewinnspiel. Mit Eurer Anmeldung zum Gewinnspiel sehe ich diese als gegeben an.
Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel zu jedem Zeitpunkt ohne Vorankündigung und ohne Angabe von Gründen zu modifizieren, zu unterbrechen oder zu beenden.
Mitmachen darf jeder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und wo man sonst so wohnen kann.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!
Für auf den Postweg abhanden gekommene Post, wird keine Haftung übernommen.

Ich darf euch sagen, Bernhard und ich haben uns ziemlich verschätzt, aber vielleicht seid ihr ja bessere Ratefüchse! Vielen Dank auf jeden Fall, dass ihr hierherkommt, so oft und es mir/uns nicht krumm nehmt, wenn hier nicht oft was aufregendes passiert.

So beschissen schön ist nur das Leben

Titel:  So beschissen schön ist nur das Leben
Originaltitel: The Five Stages of Andrew Brawley
Autor: Shaun David Hutchinson
Genre: Jugendbuch ab 12 Jahren
Verlag: Arena Verlag
Format: Hardcover, 360 Seiten
ISBN: 978-3401604145


Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Drew ist überall bekannt im Krankenhaus und kommt und geht, wie er will. Er hilft, wo er kann, und jeder sieht in ihm einen Freund. Aber nie fragt sich jemand: Wer ist Drew eigentlich? Denn er ist weder Patient im Krankenhaus noch Angestellter dort. Als eines Tages Rusty eingeliefert wird, ein schwerverletzter Junge, der das Leben außerhalb des Krankenhauses ebenso zu fürchten scheint wie er, steht Drew vor einer großen Entscheidung: Traut er sich mit Hilfe von Rusty, da draußen endlich wieder ein richtiges Leben zu führen? ©Arena Verlag

Worum es in dem Buch geht, dass war mir auf den ersten Blick nicht wirklich klar und auf den zweiten Blick wusste ich es ebenso wenig.
Drew lebt im Krankenhaus, wenn man als Leser erst ganz langsam erfährt, wie es dazu kam, so begleitet man ihn zu Beginn einfach, wie er sich seinen Alltag gestaltet. Er hilft in der Cafeteria aus, hat gute Freunde auf der Kinderstation und auch mit den Pflegern/Ärzten kommt er gut klar – solange er nicht zu viel von sich erzählt, aber die Menschen fragen meist sowieso nicht wirklich nach.
Allerdings wird er beobachtet – Der Tod ist auf seinen Fersen, einmal konnte er ihr entwischen, ein zweites Mal, so glaubt er, wird das Glück nicht auf seiner Seite sein.

Als der Tod in der Geschichte auftauchte, hatte ich kurz die „Befürchtung“, dass sich das Ganze in eine Fantasiegeschichte verwandelt, aber es geht auf eine andere Ebene, bleibt absolut realistisch und klar ist ja auch irgendwie, im Krankenhaus hat der Tod viel zu tun, gehört irgendwie dazu. Es mag auf den ersten Blick absurd wirken, aber es passt in Drews Gedankenwelt die er sich aufgebaut hat.

Aus seiner Akzeptanz der Situation wird er erst gerissen, als Rusty ins Krankenhaus eingeliefert wird. Der Junge wurde angezündet.
Drew fühlt sich dem Jungen hingezogen, obwohl sich nicht sagen lässt wieso, es gibt manchmal einfach eine besondere Verbindung zwischen zwei Menschen, die sich nicht erklären lässt. Diesen Zauber konnte ich als Leser spüren, zuerst nur aus der Distanz, konnte ich mich nicht wirklich den Gefühlen hingeben, aber mit jeder Seite kommt man den Beiden näher und doch, ein wenig zerbricht die Geschichte für mich an der Nebengeschichte: Die Freundschaft von Drew zu Lexi und Trevor, die auf der Kinderstation liegen.

Wartet mal. Zerbrechen ist irgendwie das falsche Wort.
Es ist eher so, die Geschichte rund um die Freundschaft hat mein Herz tiefer berührt, als die Geschichte um Drew und Rusty.

Nein wartet.
Die Geschichte um Drew und Rusty ist großartig. Die Geschichte um Lexi und Trevor ist herzzerreißend.
Letztlich hat mich die Geschichte von Drew, mit Lexi, Trevor und Rusty in einen Scherbenhaufen verwandelt.

Ganz ehrlich, damit hatte ich nicht gerechnet – nicht mit dem Gefühlshammer, der auf mein Herz einprügelt.
Als ich circa auf Seite 150 war, dachte ich mir, naja, wenn man jetzt ein nettes Ende hinschreibt, war es eine wirklich tolle Geschichte – aber da lag noch die Hälfte vom Buch ungelesen vor mir. Eigentlich war ich schon sehr pessimistisch, weil ich befürchtete, der Autor würde einfach nur noch irgendwas schreiben, damit die Seiten gefüllt sind, aber verdammt nochmal, was der Autor wirklich abgeliefert hat, dass lässt sich nicht wirklich in Worte fassen.

Die Geschichte hält so viel mehr bereit, wie man auf den ersten Blick sehen kann.
Es geht um den Tod, der allgegenwärtig ist und doch manchmal in den Hintergrund gerät, bis er wieder mit einem lauten Knall die Bühne betritt.
Es geht um das Leben, wie schwer es manchmal ist und mit welcher Leichtigkeit es einen dann doch wieder umspielt.

Das Buch enthält zusätzlich eine 32-seitige Graphic Novel, die zwischen die Kapitel eingestreut wurde. Nette Idee, besonders weil Drew diese Geschichte zeichnet – funktioniert für mich allerdings nicht ganz, weil ich, zugegeben, dem nicht ganz folgen konnte.

Aber wisst ihr was? Es ist sowas von egal, ob diese Graphic Novel funktioniert oder nicht, die Geschichte funktioniert!
Manchmal kommen mir diese Bücher unter, die ich kurz weglegen muss, weil ich deutlich spüren kann, wie mein Herz zerbricht.
Und die ich schnell wieder in die Hand nehmen muss, weil ich zwar weiß, dass es mir mein Herz brechen wird, aber es nur zwischen den Zeilen wieder heilen kann.

Drei einfach Worte zum Schluss: Lest dieses Buch!!

Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente

Titel:  Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente
Originaltitel: Things I’m Seeing without You
Autor: Peter Bognanni
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Verlag: Hanser Verlag
Format: Hardcover, 272 Seiten
ISBN: 978-3446258631


Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Getroffen haben sich Tess und Jonah nur ein einziges Mal. Obwohl sie sieben Monate zusammen waren. In dieser Zeit haben sie alles miteinander geteilt per Chat, Facebook, Tweets, haben sich herzzerreißende E-Mails geschrieben, ihr Innerstes preisgegeben, sich gegenseitig ihre Liebe erklärt. Und trotzdem hat Tess es nicht kommen sehen: Jonahs Selbstmord. Doch Tess sendet weiter Nachrichten an Jonah, ihre erste Liebe. Es ist ihre Art, die Trauer zu verarbeiten. Und eines Tages erhält sie tatsächlich Antwort … Ein außergewöhnlicher Roman über Tod und Abschied in Zeiten von Social Media und darüber, dass jedem Ende ein neuer Anfang – und vielleicht sogar eine neue Liebe – innewohnt.. ©Hanser Verlag

Bevor ich mit dem Buch angefangen habe, stellte ich mir vor, es ginge darüber, Jonah besser kennen zulernen, durch die Erinnerungen von Tess, allerdings ist hier die Geschichte eher spärlich, der Fokus liegt eher auf der Trauer.  Trauer aber nicht, in dem Erinnerung verarbeitet werden, sondern, wie soll ich sagen, ein langsamer Abschied vonstattengeht.

Jetzt gegen Ende fällt es mir immer noch schwer, die richtigen Worte für die Geschichte zu finden, weil ich nicht wirklich weiß, was ich davon halten soll. Es ist ein gutes Buch, sogar ein sehr gutes, aber auch eines der Sorte, die einen zum Nachdenken bringen.
Social Media sind für viele heute Alltag, auch für mich, aber wer sind die Menschen auf der anderen Seite des Bildschirms? Wenn man denkt, man würde sie kennen, was kennt man letztlich wirklich? Ich glaube, die Gedanken werden mich noch länger beschäftigen, nicht das es neue Überlegungen wären, aber das Buch sticht genau ins Gedankennest hinein, so dass ich wieder intensiver über die digitale Welt nachdenke.

Ein klein wenig hatte ich Angst davor, dass die Geschichte in eine kitschige Richtung gleitet, was bei diesem Thema fatal wäre, aber hier hat der Autor eine gute Gratwanderung vollbracht. Natürlich war Tess in Jonah verliebt, deswegen kann man einige Gedanken gut nachvollziehen, aber es ist nie in einem übertrieben Mass, auch nicht, als sie beginnt, Antworten zu erhalten – hier liegt sowieso ein Hauptaugenmerk – wer schreibt zurück? Hier will ich nicht einmal etwas andeuten, weil ich finde, jeder Leser sollte dieses Geheimnis selbst entdecken, so viel nur: es passt, es heizt das Gedankenfeuer an!

Einen Kritikpunkt habe ich letztlich doch – mir ist keiner der Charaktere sonderlich sympatisch oder sagen wir lieber, ich habe mit keinem wirklich mitgefühlt.
Die Geschichte hat Tiefe, aber richtig erreichen konnte mich die Gedanken nicht, weil eine Art Gefühlsblocker zwischen mir und dem Buch war. Klingt seltsam, ist es auch, weil es am Ende wirkt, als hätte man etwas verpasst.
Und trotzdem ist die Geschichte durchaus lesenswert, weil sie etwas an sich hat, etwas, was ich immer noch nicht wirklich benennen kann, aber vielleicht ist es einfach die Ehrlichkeit, was Trauer ist und wie viel man häufig nicht sieht.

Danke an:
Bildergebnis für vorablesen logo und den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Dunkelste Stunde [Film]

Bildergebnis für die dunkelste stunde
Titel: Die Dunkelste Stunde
Regie: Joe Wright
Drehbuch: Anthony McCarten

Produktionsland: USA
Dauer: 126 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 6

Log-Line:

Als die Luftschlacht um England entbrennt und die deutsche Invasion droht, wenden sich das überrumpelte britische Volk, der skeptische König und sogar seine eigene Partei von Churchill ab. Wie soll es ihm in dieser prekären Situation seiner Karriere gelingen, das Land zu einen und den Lauf der Weltgeschichte zu ändern?

Meine Meinung:
Und weiter gehts mit unserer Oscar-Spezial-Runde!

Bildergebnis für oscars

„Now this is not the end. It is not even the beginning of the end. But it is, perhaps, the end of the beginning.“- Winston Churchill

Für mich als kleiner Geschichts-Nerd war dieser Film natürlich ein Pflichttermin, vor allem, wenn er eine Nominierung für den besten Film erhält und Gary Oldman die Hauptrolle spielt. Tatsächlich habe ich ihn bei den ersten Film-Teaser nicht erkannt! Die Verwandlung ist ihm definitiv geglückt!

Hier wird bewust die Legende Churchill (zum Teil stark) vermenschlicht. Ein Mann mit Fehl und Tadel. Ein Politiker mit wildem Temperament, der mal einen Mitarbeiter anbrüllt, nur um kurze Zeit später sich für sein Benehmen reuig zu entschuldigen. Seine Stütze wird hier von seiner Frau (die wiederum wird verkörpert von Kristin Scott Thomas) würdevoll in Szene gesetzt. Churchill der Mensch – war hier wohl das Kredo.

So nett das auch gemeint war, so zäh durchzog sich diese Geschichte im Laufe der Handlung. Im gesamten Film hat Churchill hier nichts wirklich bedeutendes hervorgebracht, mal von einer flammenden Rede abgesehen – wobei ich auch hier ein paar rhetorische (und vielleicht auch literarische) Leckerbissen vermisst habe. Auch wenn der Film nur im 1. Monat nach der Ernennung des neuen Premiers (und von daher viele seiner Aktionen und Reden hier nicht dargestellt wurden / konnten), habe ich mir hier mehr emotionalen Zwiespalt erwartet.

Der Sinneswandel des Königs am Ende blieb in meinen Augen recht schleierhaft (zumal sich die beiden – anders als man es vielleicht bei „The King’s Speech“ gesehen hat –  nicht gut „riechen“ konnten). Die Zerissenheit Churchills wird hier zwar gezeigt, doch konnte ich im Nachhinein dies nur mit einem leichten Achselzucken erwidern.

Gary Oldman hat hier einen guten Churchill gespielt – das Skript aber keine überzeugende Geschichte erschaffen. Auch die Regie von Joe Wright („Wer ist Hanna?“) konnte nur hier und da einige Akzente setzen.

Fazit:
Ein nettes, geschichtliches Portrait eines Mannes, der von Anfang an den Nazis den Kampf angesagt hatte (einer von ganz wenigen, der das auch offen verkündet hat). Ein Mann mit einer begabten Zunge. Viele seiner Zitate haben es in die Geschichtsbücher geschafft. Das Zitat am Anfang meines Berichtes z.B. hielt er in seiner Rede, als die britische Afrika-Division den als unaufhaltbar geltenden Vorstoß Rommels in Afrika paroli bieten konnte und ihn sogar zum Rückzug gezwungen hat. Da verwundert es nicht, dass dieser Mann 1953 den Literaturnobelpreis bekommen hat.

Auch wenn der Film mich nicht vollends überzeugt hat, wünsche ich Gary Oldman für die Oscars alles Gute und hoffe, dass er dieses Mal den Goldjungen mit Nachhause nehmen darf! Wenn jemand für eine Rolle beinahe 400 Zigarren (an)geraucht hat und sich nach dem Dreh sogar medizinisch behandeln lassen musste, dürfte das auch nicht zu viel verlangt sein!

Mein Rating:
6/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_dunkelste_Stunde

http://www.imdb.com/title/tt4555426/

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri [Film]

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri.png
Titel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Regie: Martin McDonagh
Drehbuch: Martin McDonagh

Produktionsland: USA
Dauer: 116 Minuten
Erscheinungsdatum: 2017
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:

Nachdem im Mordfall ihrer Tochter Monate vergangen sind, ohne dass ein Schuldiger gefasst wurde, wagt Mildred Hayes (Oscar®-Preisträgerin Frances McDormand) einen mutigen Schritt. Sie bemalt drei an der Straße gelegene Außenflächen, die in die Stadt führen, mit kontroversen Sprüchen, die an William Willoughby (Oscar®-Nominierter Woody Harrelson), den ehrenwerten Polizeichef, gerichtet sind. Als sein stellvertretender Sheriff Dixon (Sam Rockwell), ein unreifes Muttersöhnchen mit Neigung zur Gewalt, sich einmischt, verschärft sich der Kampf zwischen Mildred und Ebbings Gesetzeshütern nur noch weiter.

 

Meine Meinung:
Bevor ich den Film bewerte, nur noch eine Kleinigkeit …

Bildergebnis für oscars

Es ist wieder soweit! Die Oscars stehen vor der Türe und die Oscar-Anwärter warten nur darauf, angesehen zu werden! Hier nochmals die Nominierungen für den besten Film:

Call Me by Your Name
Die dunkelste Stunde
Dunkirk
Get Out
Lady Bird
Der seidene Faden
Shape of Water – Das Flüstern des Wassers
Die Verlegerin
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Wir werden versuchen, so viele von Filme wie möglich zu sehen und eine Kritik darüber zu schreiben.

Also … weiter mit Three Billboards Outside Ebbing, Missouri …

Dieser Film erinnert mich sehr an einen Coen-Film a lá „Burn After Reading“, nur das hier der Kern etwas ernster ist als bei einem Coen-Film. Auch wenn der Regisseur und Drehbuchautor noch nicht viele Filme realisiert hat (der Bekannteste dürfte „7 Psychos“ sein), versteht er sein Handwerk. Keine langgezogenen ersten Szenen im Namen der Exposition … es geht gleich zur Sache, als unsere Protagonistin die Straße entlang fährt und die verfallenen „Billboards“ entdeckt und man ihrern „ratternden“ Kopf sieht.

Die Charaktere sehen vielleicht auf den ersten Blick oberflächlich und stumpf aus, haben aber einen markanten und durchdachten Kern. Nichts ist so, wie es scheint. Der erste Eindruck SOLL hier trügen! Als Beispiel … Der Sheriff, welcher augenscheinlich zu Beginn sich einen Dreck um die Mutter der toten Tochter schert (wie alle Polizisten), erklärt der Mutter (und uns) später sachlich und ehrlich, warum der Mord NOCH nicht aufgeklärt werden konnte. Es gibt immer mehrere Perspektiven, so wie hier. Sind die Polizisten faul, dumm und komplett korrupt? Oder sind sie überfordert, machtlos und für solche Momente einfach nicht gewappnet? Ja, die Figuren haben wirklich viele Ecken und Kanten, hier wurde gekonnt auf ein Klischee verzichtet … oder zumindest sehr eindrucksvoll damit gespielt. Die Figur des Officer Dixon ist hier das Paradebeispiel durch den ganzen Film!

Die meist derben Sprüche hier sollten zwar einen Eindruck von Ehrlichkeit und Realismus dieser Charaktere verdeutlichen (vor allem der verbitterten und verzweifelten Mutter einer ermordeten Tochter, die vergewaltigt und verbrannt wurde), aber in meinen Augen (und Ohren) ist man hier etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Alles ist miteinander verwoben, das Gesetz der Kausalität wird hier ganz besonders betont (auf jede Aktion folgt eine Reaktion).

Wobei … der Schluss an sich hat sich etwas gezogen – der Autor und Regiesseur konnte noch nicht abschließen, er musste noch was nachlegen, dann noch was – und doch war das Ende recht holprig.

Fazit:
Ein guter Film, wenn es um das Aufzeigen von Charakteren geht, die in kurzer Zeit viele Facetten bekommt und dadurch Tiefe gewinnt. Diese Figuren vergisst man nicht so schnell! Man muss nur aufpassen, weil dieser als Krimi-Thriller (neben Komödie?) gelistet wird, geht es letztlich nicht wirklich um das Aufklären eines Kriminalfalles. Sondern, wie man mit einer solchen Situation fertig wird, sowohl als Hinterbliebener als auch als Ermittler. Das alle unsere Aktionen Konsequenzen mit sich bringen und der erste Eindruck einer Person oft täuschen kann.

Viel Potential und Wille, wirklich gute Charaktere und Hintergrund-Message – aber am Ende bleibt man doch etwas leer und verlassen zurück, was man da eigentlich gesehen hat.

Mein Rating:
7
/10

https://de.wikipedia.org/wiki/Three_Billboards_Outside_Ebbing,_Missouri

http://www.imdb.com/title/tt5027774/

The Losers Club von Andrew Clements

The Losers Club
Titel: The Losers Club
auf Deutsch bis jetzt erhältlich: nein
Autor: Andrew Clements
Genre: Kinderbuch ab 8 Jahren
Verlag: Penguin Random House 
Format: Hardcover, 240 Seiten
ISBN: 978-0399557552


Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

 

Inhalt:
Alec hat ein Problem – er kann ein gutes Buch einfach nicht weglegen. Problem daran? Er kann es auch nicht im Unterricht, was dazuführt, dass seine Direktorin ein Gespräch mit seinen Eltern sucht, was natürlich Ärger bedeutet.
Ab jetzt wird verlangt, dass er unter den Schulstunden nicht mehr liest – seine wertvolle Lesezeit scheint zu schmelzen, aber als er beginnt in die Nachmittagsbetreuung zu gehen, offenbar sich einen Chance – er gründet einen Club. Er nennt ihn den Losers Club, wer würde bei diesem Namen schon freiwillig beitreten und somit wäre er das einzige Mitglied, könnte in Ruhe lesen. Dachte er.

Meine Meinung:
In meinem Wahn, so viele interessante englische Bücher wie möglich auf meine Wunschliste zu setzen, hüpfte auch dieses drauf, als ich es dann zu lesen begann, erhoffte ich mir eine kleine leichte Geschichte, so groß vorstellen konnte ich mir allerdings nichts.

Alec ist ein Büchernerd und natürlich war er mir dadurch gleich einmal sympathisch, gerne hätte ich ihn als Freund in der Schule gehabt, aber genau hier liegt der Punkt, Alec kann nicht sonderlich viel mit anderen Kindern anfangen. Ein typischer Außenseiter könnte man sagen, aber es stört ihn überhaupt nicht, weil Freunde wollen reden, miteinander spielen usw. Alles Dinge, die ihm seine wertvolle Lesezeit rauben würden.

Da er zwar ein durchschnittlicher Schüler ist, ohne Versetzungsgefahr, stören sich die Lehrer trotzdem an seiner Unaufmerksamkeit im Unterricht, auch wiederholte Ermahnungen haben nicht geholfen.

Fast jede Schule bietet jetzt schon Nachmittagsbetreuung an, auch die von Alec, welches das System hat, entweder sich sportlich zu betätigen, Hausaufgaben zu machen oder einem Club beizutreten. Es stehen einige Clubbereiche zur Auswahl: Schach, Roboter, Origami usw., Dinge, die ihm als Leser nicht unbedingt ansprechen, weshalb er seinen eigenen Club gründet.

Die Geschichte hat was, gerade für leidenschaftliche Leser, weil einen vieles bekannt vorkommt: weiterlesen zu wollen, obwohl man andere Dinge erledigen sollte, im spannendsten Teil unterbrochen zu werden usw. Wahre Buchnerdprobleme, weshalb ich mich mit Alec verbunden gefühlt habe, aber auch seine Persönlichkeit selbst, hat ihn sehr liebenswert gemacht.
Er liest gerne alleine, aber langsam merkt er, so schlecht ist es jetzt auch nicht unbedingt, wenn man jemanden hat, der einen mag, mit dem man ein Hobby teilen kann.

Ich mag die Botschaft, die die Geschichte aussendet und ich mag die Charaktere unglaublich gerne. Es ist ein kleines Paradies für Buchliebhaber, weil man einfach zwischen den Zeilen, unter Freunden ist, die verstehen, welche seltsamen Angewohnheiten man manchmal hat.

Das Englisch ist relativ leicht gehalten, typisch Kinderbuch, wobei die Geschichte selbst niemals kindisch ist.

Oskar und das Mandelherz

Titel: Oskar und das Mandelherz
Originaltitel: Mandelhjärtat
Autor: Kerstin Lundberg Hahn
Illustrator: Susanne Göhlich
Genre: Kinderbuch ab 8 Jahren
Verlag: Aladin Verlag
Format: Hardcover, 176 Seiten
ISBN: 978-3848920884

 

Kauft doch wieder einmal in eurer örtlichen Buchhandlung ein!

Oskar hat eigentlich alles, was er zum Glücklichsein braucht: einigermaßen erträgliche Eltern, seinen besten Kumpel Hugo und seine Freundin Bie. Trotzdem wird er das Gefühl nicht los, dass etwas fehlt. Bestimmt ist es ein Hund! Um seinen Eltern zu beweisen, dass er Verantwortung für ein Tier übernehmen kann, heckt Oskar einen Plan aus: Er wird jeden Tag Gassi gehen – auch ohne Hund. Blöd nur, dass seine Eltern überhaupt nicht merken, wie vernünftig er geworden ist. Und auch Hugo und Bie benehmen sich plötzlich merkwürdig. Warum verbringen sie so viel Zeit miteinander? ©Aladin Verlag

„Oskar und das Mandelherz“ war ein Spontankauf kurz vor Weihnachten. Davor hatte ich noch nichts davon gehört, aber dass ist bei mir bei Kinderbüchern öfters so.
Angesprochen hat es mich natürlich wegen dem „Hundeinhalt“, zudem habe ich ein paar Zeilen gelesen und war gleich verliebt.

Nun ja, es war ein kurzes Vergnügen, weil es mir,  als ich einmal angefangen hatte, nicht mehr gelang, damit aufzuhören und 176 Seiten können sehr kurz sein.

Zuerst lernt man Oskar, seine Familie und seine Freunde kennen. Mit Bie verbindet ihn mehr als Freundschaft, so scheint es, da ich ihn aber auf circa 8-10 Jahre schätze, hätte es diese kleine Liebe nicht gebraucht, aber es war okay – keine Küsse oder ähnliches, vielleicht mal Händchen halten, mehr nicht.
Wichtig ist es für die Geschichte vielleicht nur, weil Oskar eben das Gefühl hat, Bie an Hugo zu „verlieren“, was dazuführt, dass er beiden nichts von seinem Wunsch nach einem Hund erzählt.

Auch seinen Eltern fällt nicht wirklich auf, wie sehr er sich in den Wunsch hineinsteigert, erst langsam greifen sie das Thema auf. Versuchen zu erklären, wie viel Verantwortung ein Haustier mit sich bringt und dass es manchmal Zeiten gibt, wo man seinen Wunsch hintenanstellen muss.
Klingt rätselhaft, ist es aber gar nicht, wenn man die Geschichte liest, allerdings würde ich dann zu viel verraten und ihr hättet gar keinen Lesespaß mehr!

Während des Lesens hatte ich das Gefühl, in Oskar hineinzuschlüpfen, so sehr habe ich mit ihm gefühlt. Es kennen sicherlich alle aus der eigenen Kindheit, wenn man sich etwas so sehr wünscht, dass man beinahe daran verzweifelt, wenn es nicht in Erfüllung geht.

Das Ende der Geschichte fand ich absolut gelungen. Natürlich, ich darf es jetzt hier nicht verraten, aber es zeigt, wie groß Kinder manchmal sein können, innerlich und wie klein sie dann doch bleiben, wenn sie ihren Träumereien nachhängen.

Empfehlenswert für Jung und Alt!