Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen

Titel:Die besondere Traurigkeit on Zitronenkuchen
Originaltitel: The Particular Sadness of Lemon Cake
Autor:
Aimee Bender
Genre:
Belletristik
Seiten: 230
ISBN: 978-3827009869

Erste Sätze:
Das erste Mal passierte es an einem Dienstagnachmittag. Es war ein warmer Frühlingstag am Fuße der Hügel von Hollywood, und eine leichte Brise strich über die frisch angepflanzten Stiefmütterchen in uneren Blumenkästen.

Inhalt:
Seit Rose Edelstein klein ist liebt sie den selbstgebackenen Zitronenkuchen ihrer Mutter, so freut sie sich auch kurz vor ihrem 9. Geburtstag, auf ein Stück dieses köstlichen Kuchen, doch an diesem Tag ist etwas anders. Der Kuchen schmeckt nicht nach Zitronen, sondern nach tiefer Traurigkeit. Erschrocken, aber darauf hoffend, dass es sich um einen Einzelfall handelt, wartet sie das Abendessen ab, um sich selbst zu beweisen, dass man Gefühle nicht schmecken kann. Nur leider schmecken das Huhn und die grünen Bohnen, die ihre Mutter zubereitet hat, ebenfalls nach Traurigkeit, obwohl Roses Mutter ihrer Familie etwas ganz anderes vortäuscht.

Ängstlich erzählt sie es ihrer Familie, doch Glauben will ihr niemand schenken, nur der Freund ihres Bruders Joseph, tut es nicht als puren Unsinn ab. Georg unterstützt sie sogar, geht mit ihr essen und lässt sich erzählen, was sie wahrnimmt und tatsächlich, alles was sie isst, schmeckt noch Gefühlen. Von der Wut des Bäckers, bis hin zur Liebe der Köchin ist alles dabei und so bleibt Rose nichts anderes übrig, als ihre Gabe anzunehmen, was alles andere als leicht ist, besonders wenn man den Gefühlen der eigenen Familie ausgesetzt ist.

Rezension:
Die Idee zum Buch ist außergewöhnlich, stellt man sich nur mal selbst vor, Nahrung würde die verborgenen Gefühle der Menschen offenbaren. Was sie zunächst vielleicht als Talent entpuppt, kann schnell ins Gegenteil abrutschen, da man, besonders als Kind, sicherlich nicht weiß, wie man darauf reagieren sollte.

Laut dem Klappentext nahm ich an, das Buch würde sich größtenteils darum drehen, man würde auf eine Erkundungsreise durch die Welt des Essens unternehmen, die Menschen analysieren und mit Rose sich auf den Weg machen, eine Lösung für das Problem zu finden. Letztlich stellte sich jedoch heraus, dass es zwar um Gefühle im Essen geht, stärker im Vordergrund war allerdings die Familie Edelstein, bei diesen besonders Bruder Joseph, Rose und natürlich ihre Mutter, ihr Vater bleibt eher eine Randfigur, tritt nicht wirklich stark in den Vordergrund. Man lernt Joseph kennen, den stillen Einzelgänger, der in seiner eigenen Welt lebt und selten jemanden diese offenbar. Auch seine Schwester lässt er nicht gerne nahe an sich heran, findet sie zumeist lästig, wie viel große Brüder, aber bei ihm ist es anders, so unterkühlt, gebe es da nicht diese einzigartigen Momente, in denen er ihr seine Liebe zeigt. Ihre Mutter behält Rose im Blick, macht sich jedoch mehr Sorgen um den Sohn, da dieses sich immer weiter von der Familie entfernt.
So ist die Geschichte eher auf den Bruder Joseph aufgebaut, weil dieser Dreh und Angelpunkt der Verhaltensweisen der einzelnen Personen wird.
Die Gefühle im Essen werden eigentlich nur am Anfang und am Ende des Buches thematisiert, dazwischen steuert die Geschichte mehr auf Familiengeheimnisse hin. Was sich allerdings nicht zum Nachteil auswirkt, da bei längerer Erzählung Rund um dieses Thema wahrscheinlich irgendwann die Luft raus gewesen wäre. So fügt sich alles zu einen wunderbaren Gesamtbild, man lernt nicht nur etwas über die verborgenen Gefühle der Menschen, sondern auch viel über Familie und Freundschaft.

Kritikpunkte waren für mich zum Beispiel der riesige Zeitsprung von Rose. Knapp 9 Jahre alt, liest man ein wenig über den Umgang mit ihrer Gabe, da ist man auch schon in ihrem Leben ca. 5 Jahre weiter. Hätte mir gewünscht, wenn es ein bisschen ausführlicher beschrieben gewesen wäre, wie Rose gelernt hat, den Geschmack der Gefühle anzunehmen. Wie sich ihr Verhalten gegenüber den Menschen verändert hat, wo sie ja nun wusste, wie sie wirklich fühlten, wenn sie was aß, was diese zubereitet hatten. Weiters fand ich das Ende ein wenig seltsam, in der Richtung unglaubwürdig. Natürlich, Gefühle zu schmecken ist an und für sich schon fraglich, aber nach im Rahmen des Denkbaren, alles andere, in meinen Augen, nicht mehr.

Fazit:
Eine wunderbare Geschichte, die einen in die Welt der Gefühle entführt, allerdings eine Leere zurücklässt, eben auf Grund des schwachen Endes.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s