Elf Leben

Titel: Elf Leben
Originaltitel: Eleven
Autor: Mark Watson
Genre: Belletristik
Seiten: 272
ISBN: 978-3821861241

Erste Sätze:
Eine klirrend kalte Februarnacht. London versinkt im Schnee. Die Flocken tanzen in den Neonlichtkegeln der Straßenlampen und legen sich als Schals um die geparkten Autos.

Klappentext:
Elf Menschen, die sich niemals begegnen werden.  (Anmerkung: stimmt nicht)
Elf Schicksale, die unabhängig miteinander verknüpft sind.
Und ein Mann, dessen Leben aus den Gugen geraten ist.

Inhalt:
Xavier Ireland ist ein erfolgreicher Radiomoderator in London. Zu einer Zeit, wo nur noch die Einsamen, Verzweifelten und Suchenden wach sind, moderiert er seine Sendung, in der er versucht, Menschen Ratschläge zu geben, die ihr Leben verbessern. Was niemand seiner Zuhörer allerdings ahnt, sein eigenes Leben verbringt er abgeschieden von der Menschheit, mit dem Willen, sich aus allen rauszuhalten. Sein Leben außerhalb des Radios besteht darin, irgendwie mit seinen Gedanken und Gefühlen zu überleben, wenn diese wieder seinen Kopf sprengen. Das Geheimnis in seinen Herzen, weshalb er nicht mehr Chris ist und Australien der Vergangenheit angehört, nimmt jeden seiner Lebensmomente gefangen. Kann man sich aus einer Schuld befreien, wenn man es einfach nicht schafft, sich selbst zu verzeihen?
Elf Leben – Elf Personen – Elf Schicksale und die Tatsache, dass die noch so kleinste Handlung, mehr Auswirkungen auf die Welt hat als man glaubt.

Rezension:
Geschichten in Geschichten lese ich eigentlich sehr gerne, weil sie einen zeigen, wie unser aller Leben, doch irgendwie zusammenhängen. So war es auch bei Elf Leben, es waren mal größere, mal kleinere Handlungen, die die Menschen zusammengebracht haben, ihr denken verändert haben. Allerdings hat die Geschichte eines nicht geschafft, mich nämlich zu fesseln. Sicherlich, sie war gut konstruiert, durchaus auch spannend, aber manchmal habe ich das Buch trotzdem weggelegt, weil eines nicht das Verlangen da war, das Geheimnis von Xavier sofort zu entdecken.

Die Personen waren alle zusammen interessante Persönlichkeiten, allerdings finde ich es schade, dass sie alle zu kurz kommen. Der Hauptprotagonist ist Xavier, eventuell auch noch Pippa, alle anderen lernt man nie richtig kennen. Bleiben Schattengebilde, wobei es sicherlich mehr über sie zu erzählen hätte geben, spannende Sachen.

Was den Roman, in meinen Augen, etwas rettet, ist der wunderbare Schreibstil. Es hat mich ein bisschen an den Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ erinnert.
Zum Beispiel:
Vielleicht hätte sie noch fünfzehn Jahre so weitergemacht und den Job gehasst, vielleicht hätte sie morgen sowieso alles hingeworfen, aber jetzt ist der Moment – weil Roger sich über ihren Gang zur Toilette geärgert hat, weil er verstimmt war wegen einer SMS, versehentlich an ihn geschickt wegen eines ungewohnten Handys, das im Einsatz war, weil ein anderes Handy gestohlen wurden, weil ein Junge im Restaurant gefeuert wurde infolge eines Wutanfalles, hervorgerufen durch eine schlechte Zeitungskritik, die angeheizt wurde vom Zorn über eine Prügelei, die Xavier an jenem kalten Tag vor ein paar Wochen nicht verhindern konnte.
(Seite 141/142 )

Das Ende des Buches war gut überlegt und eine kleine Überraschung, besonders, weil kein Abschluss erfolgt, alles der Leser selbst entscheiden muss, was geschieht.

Fazit:
Eine grundsolide Geschichte, mit geringer Fesselungskraft, jedoch einen außergewöhnlichen Schreibstil.


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