Unser Leben mit George

Titel: Unser Leben mit George
Originaltitel: My life with George
Autor: Judith Summers
Genre: Biografie
Seiten: 320
ISBN: 978-3442371747

Erste Sätze:
Es ist genau 6 Uhr 30, als mein Wecker loslegt. Damit meine ich nicht die Uhr auf meinem Nachttisch, die ich auf 7 Uhr 15 gestellt habe, sondern das durchdringende Gebell, das durch den Flur hallt.

Klappentext:
Ich betrachtete die Hunde, die Joshua rumringten, mit ihren langen Schlappohren, den glänzenden Augen, den wedelnden Schwänzen und den offenen Mäulchen, die aussahren, als lachten sie. Joshua saß mitten unter ihnen und strahlte mich an. Ich merkte plötzlich, dass er nicht mehr so glücklich ausgesehen hatte, seit sein Vater gestorben war.
„Mama, Mama, können wir so einen haben?“, bettelte er. „Bitte, bitte, bitte!“ Ich holte tief Luft. „Okay, Schatz.“, hörte ich mich sagen. „Natürlich, das können wir.“ Leugnen hatte keinen Zweck, ich wusste, wenn ich besiegt war. Mein Schicksal in Gestalt eines Cavalier King Charles Spaniels – hatte mich eingeholt.

Inhalt:
Innerhalb weniger Tage, muss die Autorin Judith Summer, Abschied von ihrem Lebensgefährten Udi Eichler und ihrem Vater David Summer nehmen. Beide waren an Krebs erkrankt und konnten ihn nicht besiegen, nicht nur für Judith ist es eine Ausnahmesituation, sondern auch für ihren damals 8-jährigen Sohn Joshua. In ihrer Trauer ist Joshua die treibende Kraft, der sich nach einem Hund sehnt, einem Wesen, welches die drückende Stille zwischen Mutter und Sohn nehmen soll.
Nach längerer Informationseinholung verlieben sich die Beiden in die Hunderasse Cavalier King Charles Spaniel und machen sich auf den Weg zu einer Züchterin, um ein neues Familienmitglied bei sich aufzunehmen. George heißt der Auserwählte und so edel sein Name auch klingen mag, in ihm steckt ein Schlitzohr, welches das Leben von Judith und Joshua auf den Kopf stellt.

Rezension:
George ist ein normaler Hund, kein frecher, sondern einfach ein Tier mit eigenem Kopf und Willen. Sicherlich, da frisst er mal das Spielzeug des Sohnes, macht Häufchen an unpassenden Orte und wird nicht wirklich von der Hauskatze der Autorin geduldet, all dies tut mein Hund auch, kein Grund ein Buch darüber zu schreiben. Mir kommt die Geschichte eher wie eine Biografie der Autorin vor, in der zufällig auch ein Hund eine Rolle spielt.

Der Anfang ist anders als erwartet, man wird mit der Krebserkrankung von Judith Summers Lebensgefährten konfrontiert, lernt ihn kennen und ist sofort beeindruckt von dieser starken Persönlichkeit. Sein Tod berührt und es lässt sich vermutlich nur ansatzweise nachahmen, wie sehr der Schmerz darüber, die Familienangehörigen belastet haben muss, besonders, wenn knappe 14 Tage nach diesem Schicksalsschlag, auch noch der Vater der Autorin stirbt. Durch die Geschichte wird gezeigt, wie die Familie zusammenwächst, versucht die Trauer gemeinsam zu bewältigen und oft auf Probleme stößt, diese aber meist lösen kann.
Soweit, so gut. Ein guter Auftakt, aber nach diesem geht es nur noch bergab. Der Untertitel des Buches lautet: „Ein frecher Hund – und das Lachen kehrt zurück.“ Mag schon sein, dass die Familie einiges zu lachen hatte mit George, für mich war es Langeweile pur. Zudem ist mir Judith Summer nicht gerade sympathisch, was ich nicht wirklich begründen kann, mir fehlt das Mitgefühl für sich, allerdings auch für ihren Sohn. Die Erzählweise konnte einfach nicht zu mir durchdringen und mich berühren.
George ist durchaus ein niedlicher kleiner Kerl, welcher die ein oder andere lustige Situation im Buch hervorbringt, aber diese sind so selten, eben weil die Autorin mehr über sich und ihre Gefühle erzählt.

Fazit:
Würde ich ein Buch zu Trauerarbeit lesen wollen, oder eine Familienbiografie, dann würde ich zu dieser Geschichte greifen. Möchte ich ein Buch über einen frechen Hund lesen, würde ich von „Unser Leben mit George“ die Finger lassen.

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