Die Stadt der Träumenden Bücher

Titel: Die Stadt der Träumenden Bücher
Autor: Walter Moers
Genre: Fantasy
Seiten: 464
ISBN: 978-3492045490

Erste Sätze:
Hier fängt die Geschichte an. Sie erzählt, wie ich in den Besitz des Blutigen Buches kam und das Orm erwarb. Es ist keine Geschichte für Leute mit dünner Haut und schwachen Nerven – welchen ich auch gleich empfehlen möchte, dieses Buch wieder zurück in den Stapel zu legen und sich in die Kinderbuch-Abteilung zu verkrümeln. Husch, husch, verschwindet, ihr Kamillenteetrinker und Heulsusen, ihr Waschlappen und Schmiegehäschen, hier handelt es sich um eine Geschichte über einen Ort, an dem das Lesen noch ein echtes Abenteuer ist! Und Abenteuer definiere ich ganz altmodisch nach dem Zamonischen WörterbuchEine waghalsige Unternehmung aus Gründen des Forschungsdrangs oder des Übermuts; mit lebensbedrohlichen Aspekten, unberechenbaren Gefahren und manchmal fatalem Ausgang.“

Klappentext:
Ja, ich rede von einem Ort, wo einen das Lesen in den Wahnsinn treiben kann. Wo Bücher verletzen, vergiften, ja, sogar töten können. Nur wer wirklich bereit ist, für die Lektüre dieses Buches derartige Risiken in Kauf zu nehmen, wer sein Leben auf’s Spiel setzen will, um an meiner Geschichte teilzuhaben, der sollte mir folgen. Allen anderen gratuliere ich zu ihrer feigen, aber gesunden Entscheidung zurückzubleiben. Macht’s gut, ihr Memmen! Ich wünsche euch ein langes und sterbenslangweiliges Dasein und winke euch in diesem Satz Adieu!
Hildegunst von Mythenmetz

Inhalt:
Am Sterbebett hinterlässt der Dichtpate Danzelot von Silbendrechsler seinem Schützling Hildegunst von Mythenmetz ein Manuskript, welches an Vollkommenheit nicht zu übertreffen sein sollte. Zuerst skeptisch, nach dem Lesen jedoch vollkommen überzeugt von der Einzigartigkeit des Schriftstückes, macht er sich auf den Weg nach Buchhaim, in die Stadt der Träumenden Bücher, um dort den Autor dieses Schreibens ausfindig zu machen. Buchhaim entpuppt sich schnell als Eldorado der Buchliebhaber. An jeder Ecke findet sich ein Buchladen, Antiquariat, oder eine Dichterlesung. Für den anstrebenden Schriftstellen Mythenmetz erscheint es wie der Besuch eines Paradieses, doch dies sollte sich schnell ändern. Auf der Suche nach dem Autor, stößt er auf viel Ablehnung seitens der Bewohner, diese raten ihm, er soll es dabei belassen, die Identität nicht zu kennen, zu viele Gefahren würde die Nachforschungen beinhalten. Ein Lindwurm wie Mythenmetz es ist, lässt sich davon aber nicht abbringen, was sich schnell als Fehler herausstellt. Verschleppt in die Katakomben, lernt er dort sehr unangenehme Zeitgenossen kennen. Seien es nun blutrünstige Bücherjäger, Spinxxxxxe oder der allseits gefürchtete Schattenkönig. Allerdings lauert dort nicht nur Gefahr, auf seiner Reise zurück in die „Oberwelt“ von Buchhaim, trifft der Lindwurm auf Buchlinge, die ihm helfen wollen.
Ob er es jedoch wieder an die Oberfläche schafft, bleibt fraglich, sind die Gefahren doch zumeist allgegenwärtig.
Wird er darüber hinaus überhaupt sein erstes Ziel dieser Reise erreichen, den Autor des perfekten Manuskriptes finden?

Meine Meinung:
Eines kann man mit Bestimmtheit sagen, Walter Moers fehlt es garantiert nicht an Fantasie. Mir würde niemand einfallen, der solche wunderbaren Figuren, aber auch Geschichten erschaffen kann, wie er. Buchhaim konnte man sich, durch die detaillierte Beschreibung, relativ gut vorstellen, ja ich würde sogar sagen, die Stadt wurde vor meinen eigenen Augen direkt lebendig. Der Duft von alten Büchern, Bücherstaub, der sich wie eine Hülle über die Häuser und Bewohner legt, aber auch die Atmosphäre, alles erlebt man am eigenen Leib. Es lässt einem nicht kalt.
Allerdings und so leid es mir tut, finde ich das Buch letztlich einfach nur langweilig. Die Beschreibungen der einzelnen Schauplätze sind sehr ausführlich und genau, was nicht weiter schlimm wäre, würde der Autor sich nicht vollkommen darin verlieren. Es wird beschrieben und beschrieben. Irgendwann kam bei mir der Punkt wo einfach die Luft raus war, ich wollte nicht mehr wissen, wie jetzt nun wieder diese eine Ecke der Katakomben aussieht, oder wie die andere, die man erreicht. Vermutlich hätte einfach ein kleiner Überblick gereicht, um den Lesefluss nicht so dermaßen zu stören.
Situationen, wo es hätte aufregend werden sollen, wurden so langatmig und langweilig vorgetragen, dass absolut nie Spannung aufkam. Wie soll ich den Schreibstil beschreiben, es war wie: Aha, da ist der Schurke. Langsam nähert er sich. Zack, da hatte ich schon eines drübergezogen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erwachte ich wieder. Wo war ich nun, wo hatte der Bösewicht mich hingebracht. usw… Ist jetzt überspitzt dargestellt, aber so empfand ich die Spannung – nicht vorhanden und danach wurde natürlich die neue Umgebung wieder bis zum umfallen beschrieben.
Die erfundenen Wesen, die Kulisse des Romans, aber auch die Geschichte sind fein konstruiert, mit wahnsinnig viel Fantasie erfunden worden, nur leider hilft dies nichts, wenn man sich in nebensächlichen Details verliert. Keiner Spannung aufbauen, geschweige denn, halten kann.

Klingt jetzt nach einer 0-1 Sterne Rezension, diese gibt es allerdings nicht, letztlich entscheide ich mich für 3 Stück. Warum? Ganz einfach, zuerst der Aspekt, dass ich Fantasiebücher sowieso nicht sonderlich gerne mag und es deswegen meinen Geschmack vielleicht nicht traf, des Weiteren ist es diese bemerkenswerte Vorstellungskraft des Autors, die mich einfach dazu veranlasst, diese in der Bewertung zu honorieren. Die Namensschöpfungen der einzelnen Wesen ist ein Traum, wenn auch manchmal schwer aussprechbar.

Fazit:
Ein Buch, was mit einer Unmenge an Fantasie aufwarten kann, leider jedoch auch sehr langatmig ist, sich zu oft in Details verliert.

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