Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verwand


Titel: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verwand
Originaltitel: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann
Autor: Jonas Jonasson
Genre: Belletristik
Seiten: 416
ISBN: 978-3570585016

Erste Sätze:
Man möchte meinen, er hätte seine Entscheidung etwas früher treffen und seine Umgebung netterweise auch davon in Kenntnis setzen können. Aber Allan Karlsson war noch nie ein großer Grübler gewesen.
Entsprechend war der Einfall auch noch ganz frisch, als der alte Mann sein Fenster im Erdgeschoss des Altersheim von Malmköping, Sörmland, öffnete und in die Rabatte kletterte.

Klappentext:
Allan Karlsson hat Geburtstag. Er wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: er verschwindet einfach und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht auf dem Kopf. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jungen Jahren die ganze Welt durcheinander gebracht.
Jonas Jonasson erzählt in seinem Bestseller von einer urkomischen Flucht und zugleich die irrwitzige Lebensgeschichte eines eigensinnigen Mannes, der sich zwar nicht für Politik interessiert, aber trotzdem irgendwie immer in die großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts verwickelt war.

Inhalt:
Allan Karlsson wird 100 Jahre alt und weil so etwas nicht jeden Tag geschieht, wird in dem Altersheim, in welchem er wohnt, eine riesige „Party“ vorbereitet. Presse, Bürgermeister und Bewohner sind schon da, nur das Geburtstagskind lässt auf sich warten. Allan hat nämlich überhaupt keine Lust auf die Feier und beschließt, aus dem Fenster zu klettern, damit er aus der Situation fliehen kann. Gesagt, getan und wenn man schon mal geflohen ist, kann man doch auch mal zum Bahnhof gehen, schauen wohin man fahren könnte. Der Feiergesellschaft fällt das Verschwinden natürlich schnell auf, was Polizei und Presse auf den Plan ruft. Wilde Spekulationen häufen sich und bald steht das ganze Land Kopf.
Und damit beginnt eine eigentlich wunderbare Reise durch Schweden, auf welcher man allerhand schrägen Menschen begegnet.

Meine Meinung:
Wer nimmt bei diesem Titel das Buch nicht zumindest mal in die Hand, um den Klappentext zu lesen? Dieser ist vielversprechend, scheint einmal eine neue Form von Geschichte zu präsentieren und diese Erwartungen werden nicht enttäuscht. Alles beginnt mit der Flucht von Allan Karlsson, welcher einfach der Meinung ist, nochmal so richtig Leben zu wollen. Eigentlich wie früher, denn die Geschichte wird aus zwei Sichten erzählt. Einmal aus der Gegenwart, wo man Allans Flucht miterlebt und dann aus der Vergangenheit, wo man erfährt, wie man 100 Lebensjahre füllen kann. Ein sehr gutes Politikwissen ist vermutlich nicht nötig und doch sollte man zumindest Stalin, Franco, Mao und einige US-Präsidenten kennen, damit man nicht irgendwann vollkommen aus der Geschichte aussteigt. Allans Vergangenheit spielt sich auf der ganzen Welt ab, mal bleibt er wo freiwillig, mal eher unfreiwillig und trotzdem ist er nie unzufrieden. Er nimmt das Leben wie es kommt und damit zeigt er auf, wie unwichtig manche Dinge eigentlich sind, worauf man sich in seinem Alltag wirklich besinnen sollte. Diese Wirkung hätte ich dem Buch gar nicht zugeschrieben, da ich mir eher nur eine amüsante und absurde Geschichte erwartet hätte. Schön war dieser Überraschungseffekt natürlich trotzdem. Der Humor kommt jedoch trotzdem nicht zu kurz, ist sogar außergewöhnlich gut. Schrecklich sarkastisch und trocken, aber wer diese Art mag, wird das Buch lieben.

So, jetzt lobe und lobe ich, trotzdem bekommt das Buch nur 3 Sterne. Warum? Die Geschichte, die Handlung, der Humor alles perfekt, komplett eine neue Sache, allerdings wurden mir die Protagonisten nie wirklich sympathisch. Allan ist ein schrulliger alter Mann, keine Frage, aber sympathisch – nein, nicht wirklich.
Schlimmer jedoch finde ich die Tatsache, dass das Buch einfach nicht fesselt. Mich hat nicht sonderlich interessiert wie die Geschichte weitergeht, oder sogar ausgeht. Warum es so war, kann ich nicht wirklich sagen. War der Schreibstil schuld? Die Protagonisten? Ich kann nur rätseln, da wirklich alles perfekt war, nur eben nie meine Neugier geweckt wurde.

Fazit:
Ein einzigartiges Buch, was es allerdings nicht schafft, den Leser zu fesseln. Schade.

Ein Gedanke zu “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verwand

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