Milas Lied


Titel: Milas Lied
Autor: Britta Keil
Genre: Jugendbuch
Seiten: 156
ISBN: 978-3473353248

Erste Sätze:
Theo hatte gesagt, ich sollte gefälligst aufhören, mich vor dem Leben zu fürchten. Damit meinte er die Stadt, in der ich seit drei Monaten wohnte und in der ich nur noch nicht angekommen war.
Ich hatte mich nach einem Ort gesehnt, an dem ich endlich niemanden mehr mit Namen kannte, an dem ich jemanden kennenlernte, weil ich es wollte, und nicht weil ich ihn täglich an der einzigen Haltestelle traf, die es gab. Davon abgesehen hatte es mir jeden Morgen die Kehle zugeschnürt, wenn ich aus dem Wohnzimmerfenster meiner Eltern sah.

Klappentext:
Ich hätte sie beschützen müssen.
Ich habe sie losgelassen.
Ich habe sie verraten.
Ich habe sie verloren.
Meine schöne, seltsame Mila.

Einem Mädchen wie Mila ist Rike noch nie begegnet. Bis tief in die Nacht spielt Mila Gitarre in U-Bahnen, Kneipen und Parks. Verloren wirkt sie manchmal, fremd und zerbrechlich. Doch sobald sie anfängt zu singen, scheint Mila unbesiegbar zu sein. Rike ahnt bald, dass ihre Freundin nicht nur zwei Gesichter, sondern auch ein Geheimnis hat…

Inhalt:
Mit dem Abitur in der Tasche, zieht es Rike in die Hauptstadt Berlin, um dort ihr Studium zu beginnen. Fremd in der Stadt, erhält sie Hilfe von Theo, der sich mit ihr eine WG teilt. Mila trifft sie das erste Mal, als sie mit der U-Bahn unterwegs ist und plötzlich da dieses Mädchen mit ihrer Gitarre steht, welches die Mitfahrer mit ihrer Stimme verzaubert. Neben dem Studium jobbt Rike noch in einer Kneipe, um sich ihr Leben finanzieren zu können, genau in dieser Kneipe taucht Mila wenige Tage nach dem ersten Treffen auf. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die jedoch besonders Rike eine Menge abverlangt, da sie sich dem Freigeist Mila anpassen muss, um sie nicht zu verlieren. Für beide keine leichte Situation, denn auch Mila kämpft mit sich selbst, mit einem Geheimnis, was sie mit niemanden teilen kann.

Meine Meinung:
Die Idee zu dem Buch ist wunderbar, besonders da es sich um ein (immer) aktuelles Thema handelt, jedoch finde ich die Umsetzung eher mangelhaft. Es werden so viele Handlungsstränge aufgegriffen, zu Ende erzählt wird aber keiner. Da ist einmal die „Beziehung“ zwischen Rike und Mila, bei welcher man nicht wirklich weiß, was die beiden jetzt für den Anderen empfinden. Die Charaktere bleiben mit ihren Gedanken und Sehnsüchten immer nur an der Oberfläche, lassen sich einfach nie ins Herz blicken.
Milas Lebensgeschichte wird zwar immer wieder durch kurze gedankliche Einschübe erläutert, schlau wird man daraus allerdings nicht. Sie kommt aus Russland, mehr konnte ich daraus nicht gewinnen. Es wäre schön gewesen, hätte der Leser erfahren, wer Mila wirklich ist und weshalb sie nach Deutschland gekommen ist. Natürlich kann man sich viel ausdenken, aber ich denke, ein paar Seiten mehr hätten dem Buch nicht geschadet, um das Bild selbst abzurunden.

Mila ist in meinen Augen schon eine sehr dominante Persönlichkeit, Rike hingegen ist eine leichtgläubige Person, weshalb es mir oft vorkam als würde Mila ihre Naivität ausnützen. Keine Frage, Milas Situation ist keine leichte, aber deswegen hat sie noch lange nicht das Recht, mit den Menschen zu spielen und in meinen Augen tut sie das. Sympathisch wird sie mir das ganze Buch über nicht und auch Rike nervt mich irgendwann, man kann Menschen verzeihen, wenn sie Fehler machen, so sollte es sein, aber wenn jemand absichtlich mit meinen Gefühlen spielt, wüsste ich nicht, wie lange ich es aushalten würde. Ich würde Rikes Verhalten verstehen, wenn ich merken würde, dass die Beziehung zwischen ihr und Mila was Besonderes ist, aber sie ist teilweise so gefühlsarm beschrieben, dass ich es nicht mehr als eine Bekanntschaft nennen würde.

Was mir auch fehlte, war eine Beschreibung der Liebe zur Musik. Milas spielt und singt zwar in Kneipen, aber was die Inhaltsangabe und das Buchcover versprechen, eine Geschichte über Musik zu lesen, trifft eindeutig nicht zu.

Fazit:
„Milas Lied“ konnte mich leider nicht überzeugen, zu lose und lückenhaft erscheint die Geschichte. Die Charaktere dringen einfach nicht zu einem durch.

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