Das Trauma


Titel: Das Trauma
Originaltitel: Bittrare än döden
Autor: Camilla Grebe, Åsa Träff
Genre: Krimi/Thriller
Seiten: 448
ISBN: 978-3442752591

Erste Sätze:
Von unten sieht alles ganz anders aus.
Die starken Beine des großen Esstischs, die Tischplatte aus Eiche mit der kräftigen Maserung und den Kreidezeichnungen, die ihre Mutter Gott sei Dank noch nicht entdeckt hat. Die Tischdecke, die in schweren sahneweißen Falten nach unten fällte und sie verhüllt.

Klappentext:
Siri Bergmann, Psychotherapeutin in Stockholm, kennt die Abgründe männlicher Gewalt aus eigener Erfahrung. Deshalb übernimmt sie die Betreuung einer Selbsthilfegruppe geschlagener Frauen nur mit gemischten Gefühlen – als Freundschaftsdienst für einen guten Kollegen. Die Geschichten der Teilnehmerinnen sind erschütternd.
Aber stimmen sie auch?

Meine Meinung:
Was ich ganz am Anfang erwähnen möchte ist: „Das Trauma“ baut teilweise auf dem Vorgängerbuch „Die Therapeutin“ auf, einige Elemente sind in der Geschichte aufgenommen worden, werden allerdings ausreichend erklärt, so dass es eigentlich nicht nötig ist, mit dem ersten Teil zu starten – positiv: auch wenn man mit „Das Trauma“ startet, lässt sich „Die Therapeutin“ noch gut lesen, ohne dass man schon weiß, wer dort Täter/Opfer ist.
Zurück zum Buch „Das Trauma“.
In der Geschichte bewegt man sich eigentlich zwischen zwei Ebenen hin und her. Einmal sind da die psychologischen Sitzungen der Gruppe, an denen man als Leser teilnimmt und mehr über die Qualen, Ängste und auch Sehnsüchte der Frauen erfährt. Auf der anderen Ebene lernt man die Psychologin Siri Bergmann besser kennen, nimmt an ihrer Beziehung teil, die alles andere als leicht ist, da sie immer noch an ihrem verstorbenen Mann hängt und das Gefühl hat, einfach niemals wirklich mehr lieben zu können.
Diese Mischung fand ich besonders interessant, weil man als Außenstehender doch oft denkt, Psychologen sollten ihre Probleme doch mit links selbst lösen können, aber dem ist nicht so, hinter allem bleiben sie verletzbare Menschen. Wissen alleine schützt eben nicht.

„Das Trauma“ ist sicherlich kein Buch, was vor Spannung und Nervenkitzel nur so strotzt, eher würde ich es jemanden empfehlen, der psychologische Thriller mag. Der es mag, sich in Menschen hineinzuversetzen und ihre Geschichten erfahren möchte. Es ist nicht langweilig, dass möchte ich nicht sagen, aber einzelne Situationen werden doch mit vielen Details beleuchtet.

Wie es allerdings bei den meistens Thrillern ist, gibt es auch hier einen Mord, welcher auf den ersten Seiten beschrieben wird. Die fünfjährige Tilde muss mitansehen, wie ihre Mutter auf sehr grausame Art und Weise getötet wird. Zu Beginn war ich mir nicht sicher, wie das alles in die Geschichte passen sollte, es war zwar Gewalt gegen eine Frau, aber etwas zusammenhangslos. Wie erwartet passt es aber dann doch noch ins Bild, spielt eine zentrale Rolle.

Einzig der Schluss überzeugt nicht wirklich. Es wirkt ein bisschen als hätten die Autorinnen keine Lust mehr gehabt. Klatschten nur schnell ein Ende hin, weil sie eines brauchten. Für mich viel zu abrupt. Natürlich wird der Verdacht im Buch immer wieder auf verschiedenste Personen gelenkt, was auch verwirrt, trotzdem kommt zum Schluss einfach nicht dieses „Was? Der/Die ist der Mörder? Wow.“

Fazit:
Ein würdiger Nachfolger von „Die Therapeutin“, wenn auch einige Schwäche nicht zu leugnen sind.

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