Für niemand


Titel:
Für niemand
Autor: Tobias Elsäßer
Genre: Jugendbuch
Seiten: 154
ISBN: 978-3794170906

Erste Sätze:
Yoshua könnte ein Held sein. Ein Retter. Er weiß es noch nicht. Das Schicksal, Gott, der Zufall, wer auch immer, hat ihn auserwählt. Ohne Casting. Für diese Rolle musste er nicht vorsprechen. Yoshua ist erstaunlich dünn für einen Helden. Aber klug.

Klappentext:
„Du wirst frei sein. Ohne Angst. Ohne Erinnerung. Ist schließlich dein Leben. Wenn man schon nicht gefragt wird, ob man geboren werden will, ist es nur fair, dass man das Ende selber bestimmen darf.“

Drei Jugendliche, drei Schicksale. Sie stellen sich die gleichen Fragen:
Was bereust du?
Was siehst du bei Nacht?
Was suchst du?
Nur eines verbindet sie: die Suche nach dem Ausweg.

Meine Meinung:
Nidal sucht im Internet nach Menschen, die mit ihm sterben wollen. Melden darf sich jeder, doch erst wenn sie einen Fragenbogen ausgefüllt haben, entscheidet sich, wer die „Glücklichen“ sind. Samira „Sammy“ und Marie überzeugen mit ihren Antworten und so beginnt ein Chat zwischen den dreien, in dem sie sich über den Ort/Zeit des gemeinsamen Selbstmordes austauschen.
Was sie nicht wissen, sie haben einen heimlichen Mitleser: Yoshua. Er arbeitet an einen Computerprogramm, mithilfe es ihm möglich ist, in geheimen Chatten mitzulesen. Zuerst nimmt er die Situation nicht ganz ernst, je konkreter allerdings die Vorstellungen werden, desto mehr Gedanken macht er sich darüber.

Das Buch ist ein Mix aus Chatgesprächen und dem Alltag der drei Hauptpersonen, durch diese Erzählungen lernt man sie langsam näher kennen. Auf den ersten Blick würde man nicht vermuten, welche Gedanken die drei in sich tragen, da sie funktionieren, ganz normale Jugendliche sind und genau dieser Zwiespalt macht dieses Buch zu etwas besonderen. Es zeigt, dass man nie wissen kann, wie ein Mensch tatsächlich ist, weil jeder eine Rolle spielen könnte, nur um dazuzugehören, nicht aufzufallen.
Im Chat sprechen Nidal, Marie und Sammy nicht wirklich über die Gründe für ihren Suizid, doch durch ihre einzelnen Erzählungen setzt sich das Bild bei dem einzelnen zusammen, ergibt Sinn und zeigt, wie komplex es ist, woran man verzweifeln kann.

Was ich an der Geschichte gut finde: das Internet wird nicht verurteilt. Es ist zwar Mittel zum Zweck, wird aber deswegen nicht verteufelt. Was sehr positiv zu erwähnen ist, weil es einen doch auch hilft, Gleichgesinnte zu finden um sich auszutauschen. Warum ich es gut finde, kann ich jetzt nicht sagen, sonst würde ich das Ende verraten und dieses Ende ist wirklich genial. Es ist überraschend und ich hätte garantiert nicht damit gerechnet.

Fazit:
Man klappt das Buch zu, muss erst einmal durchatmen, weil man von Gefühlen überschwemmt wird. Die Geschichte wirkt nach und lässt einen so schnell nicht mehr los. Absolute Leseempfehlung!

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