Ein toter Lehrer


Titel: Ein toter Lehrer
Originaltitel: Rupture
Autor: Simon Lelic
Genre: Thriller
Seiten: 352
ISBN: 978-3426198698

Erste Sätze:
Ich war nicht dabei. Ich hab es nicht gesehen. Banks und ich, wir waren unten am Teich und haben mit dem Einkaufswagen rumgealbert, den wir im Park gefunden hatten. Wir waren sowieso schon spät dran, also dachten wir uns, können wir auch gleich schwänzen.

Klappentext:
Schulversammlung in der drückenden Hitze eines Londoner Sommers. Der Geschichtslehrer betritt die Aula – und eröffnet das Feuer: Drei Schüler und eine Lehrerin sterben, dann richtet er sich selbst.
Auf Druck von oben soll die junge Ermittlerin Lucia May den Fall schnellstmöglich abschließen, doch sie bohrt tiefer – und bringt damit Unvorstellbares ans Licht …

Inhalt:
An einer Eliteschule in London kommt es zu einem Amoklauf. Der Geschichtslehrer Samuel Szajkowski tötet vier Schüler, eine Lehrerin und anschließend sich selbst. Schnell ist für die Öffentlichkeit klar, dass er ein armer Irrer war, der mit sich selbst und seinem Leben nicht mehr zu Recht gekommen ist.  Der Fall wird der Polizeibeamtin Lucia May übergeben, wobei von ihr erwartet wird, die Akte so schnell wie möglich zu schließen. Je mehr sie jedoch zu recherchieren beginnt, desto deutlich wird ihr, dass hinter der Tat viel mehr steckt als zuerst klar war.

Meine Meinung:
Es gibt viele Bücher über Amokläufe an Schulen, aber „Ein toter Lehrer“ ist für mich das erste, welches einen Lehrer als Täter hat und war deswegen umso interessanter für mich.
Die Polizeibeamtin Lucia May übernimmt die Ermittlungen in diesem Fall und durch den Schreibstil sind wird direkt in ihre Arbeit eingebunden. Die einzelnen Kapitel sind als Zeugenaussagen niedergeschrieben, wobei es immer wieder dazwischen welche gibt, die über Lucia May geschrieben sind. Wir lernen sie sowohl beruflich als auch privat etwas näher kennen.

Zusammen mit ihr, nähert man sich langsam dem Motiv des Lehrers an. Das Buch handelt vordergründlich um Mobbing gegen Lehrer, was ein wichtiges, aber noch fast unbemerktes Thema ist. Bei Lehrern stellt man sich immer Autoritätspersonen vor, doch sie sind auch nur Menschen und wenn Schüler Schwachstellen entdecken, zögern sie oft nicht, diese für ihre Zwecke zu benutzen. Und wenn die Suche nach Hilfe scheitert, kommt die Resignation. Es sind aber nicht nur die Schüler, auch einige Lehrer stellen sich gegen Samuel, was es ihm noch schwieriger macht, täglich zur Arbeit zu erscheinen. Ich muss zugeben, Samuel ist mir das ganze Buch über nicht sympathisch geworden. Er besitzt eine sehr eigene Persönlichkeit, bei der ich durchaus glaube, dass sie aneckt. Es ist allerdings auch so, dass er mit seinem sehr eigenen Verhalten niemanden verletzt, viel eher ist er ein sehr zurückgezogener Mensch und wenn man ihm nicht mag, würde er sich wunderbar ignorieren lassen. Was viele nicht machen, eben weil er sich nicht groß auflehnt, wird er zur perfekten Zielscheibe und auch wenn ich ihn nicht sonderlich mag, so hat er die Dinge, die ihm wiederfahren keinesfalls verdient. Er ist zwar Täter und man darf nicht außer Acht lassen, dass er unschuldige Menschen getötet und trotzdem, ich empfand Mitleid für ihn.

In den Kapiteln über und mit Lucia May erleben wir selbst, wie es sich anfühlt gemobbt zu werden. Als einzige Frau in der Polizeistation muss sie sich einiges gefallen lassen und auch wie bei Samuel ignorieren es Außenstehende, oder tolerieren ist. Wie sagt der Mobber so schön: „Ist doch nur Spaß!“

Neben dem Mobbing eines Lehrers und dem am Arbeitsplatz spielt aber noch eine andere Geschichte eine wichtige Rolle. Ich werde sie jetzt nicht verraten, weil es doch eine Überraschung war, was ich jedoch sagen kann: damit wurde das Buch perfekt.
Generell werden alle Geschichten im Buch großartig verknüpft, sind niemals übertrieben beschrieben, sondern durchaus nachvollziehbar.

Am meisten hat mir aber wohl die Reaktion des Direktor auf den Amoklauf gefallen, weil sie so viele Wahrheit beinhaltet, er…ok, jetzt ist wirklich Schluss, sonst verrate ich noch zu viel.

Fazit:
Mich hat die Geschichte auf ganzer Linie überzeugt. „Ein toter Lehrer“ ist ein sehr bedrückendes und trauriges Buch, was einem lange im Gedächtnis bleibt.

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