Mein Findelhund


Titel: Mein Findelhund
Autor: Petra Durst-Benning
Genre: Erfahrung
Seiten: 192
ISBN: 978-3548373898

Erste Sätze:
Es ist der erste Dezember 2008. Wie an jedem Morgen gehe ich mit unserer Dobermannhündin Dekita spazieren. Sie ist schon neun Jahre alt – für ihre Rasse ein stattliches Alter! Ausgelassene Spielrunden mit Ball und Stöckchen interessieren sie nicht mehr, dafür liest sie umso intensiver die Hundezeitung: Wer war heute früh hier schon unterwegs? Der blonde Rüde etwa, der uns beiden so gut gefällt? Oder die zickige kleine Hündin, die neu in der Straße ist?

Klappentext:
Als Petra Durst-Benning auf der Suche nach einem neuen vierbeinigen Begleiter war, entschied sie sich für einen Tierschutzhund. Sie fand Eric, einen vier Monate alten Jagdhundmischling. Geduld und viel Fingerspitzengefühl waren nötig, um dem kleinen Hund zu vermitteln: Bei uns bist du sicher!

Amüsant und anrührend beschreibt die Hundeexpertin das erste Jahr mit Eric und schildert, wie aus dem verschüchterten Welpen ein stolzer, lebensfroher und erwachsener Hund wurde.

Meine Meinung:
Zu Beginn des Buches ist noch nichts von Eric, dem Findelhund, zu lesen, nein, da lernen wir die Dobermannhündin Dekita kennen und lieben. Ihre Besitzerin Petra Durst-Benning erzählt, wie sich der Alltag mit einem Hund anfühlt, welche Regeln es gibt usw. Dekita ist leider nicht mehr die Jüngste, weshalb es Abschied nehmen heißt. Zwar ist Trauer vorhanden, aber auch der Gedanke, jetzt endlich mal zu machen, was mit Hund ziemlich aufwändig ist. Auslandsurlaub, spontan wegfahren, länger ausschlafen und all diese Annehmlichkeiten, aber schnell wird klar, ein Leben ohne Hund ist womöglich manchmal nicht so stressig, dafür aber auch nur halb so schön.

Jetzt beginnt die Geschichte von und um Eric. Sein Leben ist ein trauriges: geboren in einer Tötungsanlage in Ungarn, wurden er, seine sechs Geschwister und seine Mutter, einen Tag vor der Hinrichtung von Tierschützern gerettet und per LKW nach Deutschland gebracht, damit er dort vermittelt wird. Die Autorin erzählt einige Dinge über Tierschutz, aber auch über die schrecklichen Zustände in manchen Ländern, denen Hunde ausgesetzt werden.
Hier ein Textauszug:
In Fuerteventura werden ausgediente Jagdhunde zur allgemeinen Belustigung an Bäumen aufgehängt, und zwar so, dass die Pfoten gerade noch den Boden berühren. „Klavierspielen“ wird diese allgemeine Volksbelustigung genannt. Die Hunde versuchen so lange vergeblich auf den Boden zu gelangen, bis ihre Kraft sie verlässt und sie der Strick um ihren Hals zuzieht. (Seite 38)
Was soll man dazu sagen, oder schreiben? Sprachlos.

Gehen wir lieber bei der eigentlichen Geschichte weiter und kommen zu Eric. Als er bei der Familie Durst-Benning aufgenommen wird, ist er 3 Monate alt und sehr lebendig – ein Welpe eben. Mir war die Autorin ein bisschen zu naiv, ihr war der Hund nämlich zu lebendig, keine Ahnung was sie sich erwartet hatte. Was mich deswegen besonders stört ist das Wort „Hundeexpertin“ auf den Klappentext, meiner Meinung ist die Dame keine. Sie kennt sich gut mit Hunden aus, weil sie eigentlich immer welche hatte, alles klar, aber nur weil ich Haare habe, bin ich noch lange keine Friseurin, oder?

Das Buch selbst war für mich mittelmäßig, eine kleine nette Geschichte, die man relativ zügig wegliest, allerdings fehlt es an allen Ecken und Enden, zum Beispiel an Spannung und Humor. Der Beginn mit dem Tierschutz ist großartig, wenn wir aber zu der Mensch-Hundbeziehung kommen, fehlt den Buch einfach etwas, etwas was einen gefangen nimmt.

Es ist schwierig, seitdem ich „Herrchenjahre“ von Michael Frey Dodillet gelesen habe, messe ich alle Hundebücher daran, weil es für mich perfekt war. Luna, die Hündin im Buch, ist ungezogen, frech und die Lernbereitschaft ist trotz hartem Training irgendwie nicht vorhanden. So was möchte ich lesen. Menschen die an ihre Grenzen stoßen, ihren Hund manchmal verfluchen, ihn aber nie böse sein können, weil man es wie bei einem Kind, nicht lange sein kann.
Eric aus dem Buch ist mir einfach zu perfekt, ich hätte lieber mehr darüber gelesen was nicht gleich klappt, wo es mehr Zeit gebraucht hat. So scheint der Hund alles sofort umgesetzt zu haben, was man sagte. Ein Genie.
Ich leide einfach lieber mit anderen Menschen mit, deren Hund auch nicht immer gleich hüpft, wenn man spring sagt.

Fazit:
Das Buch ist ganz nett, mehr allerdings nicht. Gestern habe ich es fertig gelesen, heute kann ich mich schon nicht mehr wirklich daran erinnern. Schade.

Ein Gedanke zu “Mein Findelhund

  1. Hab dich bei meiner Aktion eingetragen, alles gut. Unter Privatkino, ist das in Ordnung? Ich habe keinen Namen von dir gefunden, möchtest du noch einen nachreichen oder soll ich es einfach so lassen? 🙂

    Liebe Grüße
    Elle

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