Die Nacht der gefangenen Träume

Titel: Die Nacht der gefangenen Träume
Autor: Antonia Michaelis
Genre: Kinderbuch ab 11 Jahren
Seiten: 334
ISBN: 978-3789142611

Erste Sätze:
„Du darfst mit nichts zu Unheimlichem anfangen“, sagte Frederic.
„Mit nichts zu Unheimlichen?“, frage ich.
„Na ja, du weißt schon. Was später kommt.“

Klappentext:
Irgendetwas stimmt nicht mit Frederics neuer Schule. All die ideenlosen Musterschüler in St.Isaac sind ihm unheimlich. Und ist der Schatten des Schulleiters Bruhns nicht etwas zu dunkel für einen gewöhnlichen Schatten?
Doch niemand scheint Frederic verstehen zu wollen, niemand außer Änna. Gemeinsam machen die beiden schließlich eine unglaubliche Entdeckung. Und es bleiben ihnen nur noch wenige Tage, die schrecklichen Pläne Bruhns zu durchkreuzen. Denn draußen vor der Stadt lauert etwas in einer alten Fabrikhalle. Etwas, das zu den Kindern von St.Isaac will…

Meine Meinung:
Der 13-jährige Frederic kommt neu an die Schule und merkt schnell, dass irgendetwas mit seinen Mitschülern nicht stimmt. Ideenlos, langweilig und viel zu gehorsam für Kinder wirken sie. Gerade für ihn ist die Situation nicht leicht, hängt er doch selbst immer seinen Gedanken und Träumen nach, läuft vor Ideen nahezu über. Bald schon zieht er die Aufmerksamkeit des Direktors auf sich, scheint er diesen „Widerstand“ doch nicht dulden zu wollen. Frederic macht sich auf die Suche nach dem Grund, warum an der Schule alles so gleich ist, niemand aus dem Rahmen fällt und findet heraus, dass kein Schüler mehr seine Träume besitzt, da sie ihm gestohlen wurden. Es ist Zeit zu handeln, findet Frederic und mit der Hilfe von den verschiedensten Seiten beginnt der Rettungsversuch.

Die Geschichte wird im Nachhinein von Frederic und noch einer Person erzählt, die beiden kommen immer zu Beginn jedes Kapitels zu Wort, fassen kurz die Vorkommnisse zusammen und schreiben sie dann nieder. Bis zum Schluss habe ich gerätselt, werde die zweite Person sein könnte, die die Geschichte erzählt, es gab dafür einfach zu viele Möglichkeiten, aber wer es tatsächlich ist, überrascht dann doch sehr. Abgesehen davon, finde ich diese Kapiteleinleitungen sehr gelungen, weil sie sozusagen eine kurze Zusammenfassung sind, einen auf die Geschehnisse vorbereiten, ohne zu viel zu verraten.

Zugegeben, der Anfang stockt ein wenig, aber ich denke einfach, weil man sich erst einmal in die Geschichte einfinden muss, langsam die Charaktere kennenlernen muss, um dann mit ihnen das Abenteuer zu erleben. Sobald man sich auf das Buch einlässt, versinkt man darin.
Die Geschichte an sich verliert auch nie an Spannung, besonders weil der Schreibstil so mitreißend ist und der Ausgang niemals ersichtlich wird. Es bleibt lange ein Rätsel was mit den Träumen ist, wie und ob man sie befreien kann usw.

Besonders gefallen hat mir an dem Buch, dass der Humor nicht zu kurz kommt, besonders Frederics Nachbarin Lisa hat eine sarkastische Ader an sich, die wirklich für den ein oder anderen Lacher gesorgt hat.

Das Buch ist ab 11 Jahren, wobei ich schon sagen muss, dafür muss man schon ein ziemlich guter Leser sein. Der poetische und manchmal ein bisschen verschachtelte Schreibstil kann es einen schon mal schwer machen, direkt einen Zusammenhang zu finden. Zumindest ich hätte es vermutlich in diesem Alter nicht gekonnt, wobei es sicherlich auf die „Leseerfahrung“ ankommt.

Fazit:
Antonia Michaelis hat die Gabe, Worte in Bilder verwandeln zu können. Man verlässt die Realität und lebt im Buch.

Ein Gedanke zu “Die Nacht der gefangenen Träume

  1. Ich lese das Buch gerade und befinde mich noch ziemlich am Anfang. Aber du hast recht, wenn man sich erst mal mit den Charakteren, der Welt etc. befasst hat, macht das Lesen richtig viel Spass.

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