Das dritte Mädchen

Titel: Das dritte Mädchen
Originaltitel: To the Power of three
Autor: Laura Lippman
Genre: Thriller
Seiten: 394
ISBN: 978-3352007583

Erste Sätze:
DIE LEUTE WÜRDEN WISSEN WOLLEN, was sie am Abend zuvor gedacht hatte. Das ist immer so – zumindest glauben sie, es wissen zu wollen; doch in ihrem Fall wären sie enttäuscht. Denn am Vorabend hatte sie ihre Überlegungen längst abgeschlossen und war hauptsächlich mit der Logistik beschäftigt. Planen, vorbereiten, packen. Ihren alten Rucksack suchen, einen orange-schwarzen JanSport, den sie seit Monaten, genauer seit Weihnachten, nicht mehr benützt hatte.

Klappentext:
Drei Mädchen scheinen die besten Freundinnen zu sein. Bis es am letzten Schultag zu einer Katastrophe kommt: Eine von ihnen bringt eine Waffe mit zur Schule. Wenig später ist ein Mädchen tot, und das zweite hat so schwere Schussverletzungen, dass es im Koma liegt. Für den Polizisten Harold Lenhardt entwickelt sich der Fall zu einem Alptraum. Während er Josie, das dritte Mädchen, verhört, findet er heraus, dass an der Schule ein tödliches Geheimnis gehütet wird. Josie lügt und will jemanden schützen. Doch wen und warum?

Meine Meinung:
Perri, Kate und Josie gehen alle auf die Glendale Highschool und gelten dort als ziemlich beliebt, zumindest würde auf den ersten Blick niemand vermuten, zu welchen Ereignis es am letzten Schultag kommt.
Zwischen den besten Freundinnen kommt es zu einer Katastrophe, die sich niemand wirklich erklären kann. Warum brachte eines der Mädchen eine Waffe zur Schule? Wieso musste eines der Mädchen sterben? Wer ist Täter und wer eigentlich Opfer?

Bücher zum Thema Amoklauf gibt es viele,  so stellte ich mich teilweise auf eine Geschichte über Mobbing ein, doch „Das dritte Mädchen“ wählt eine komplett andere Richtung. Natürlich, es kommt zu einer Schießerei an einer Schule und dieses Massaker hat auch seine „Gründe“, aber eben nicht solche die man sich erwartet. Ziemlich lange bleibt der Grund allerdings im Dunklen, wird erst zum Schluss aufgelöst, davor geht die Autorin mehr auf die Freundschaft der Drei ein. Wie haben sie sich kennengelernt? Was hat sich zu besten Freundinnen werden lassen? Welche Probleme hatten sie?
Sehr viel Platz für Spekulationen, weshalb es letztlich zur Tat gekommen ist und ich muss sagen, gerade dieses mitraten macht das Buch aus. Niemals kann man sich sicher sein, wohin einen die Geschichte führen wird, man glaubt zwar zu wissen was geschehen ist, aber letztlich wird einen deutlich, dass man überhaupt nichts wusste.

Hinter all den Vorkommnissen steht ein Geheimnis, was die Freundinnen teilten. Josie, die den Amoklauf überlebt hat, kennt es, schweigt zunächst aber darüber. Sie erzählt der Polizei, wie es zu der Schießerei gekommen ist, doch Polizist Harold Lenhardt merkt schnell, dass etwas an der Geschichte nicht zusammenpasst. Die Arbeit von ihm ist aber nur ein kleiner Teil des Buches, man ermittelt nicht wirklich zusammen mit ihm. Man ist zwar mal mit ihm am Tatort und führt auch die ein oder andere Zeugenbefragung durch, aber das war es dann auch schon, wirklich im Vordergrund steht die Freundschaft der Mädchen.

Eigentlich ein rundum gelungenes Buch, wenn da nicht die letzten 100 Seiten wären.
Die Geschichte fesselt, man rätselt wunderbar mit, verdächtigt querbeet und  bekommt dann doch eine Überraschung präsentiert, wobei in meinen Augen zu spät. Auf Seite 300 ist die Geschichte eigentlich erzählt, man hat einen Überblick über die Situationen, was dann noch folgt ist sinnloses und langweiliges Wirrwarr. Nichts was für die Vorkommnisse wichtig, oder sonst einen Wert hätte.

Zudem finde ich den Schluss, das Geheimnis jetzt auch nicht sonderlich berauschend – sicherlich, es ist unerwartet, durchaus vorstellbar, aber einfach unbefriedigend.

Auf den Cover wird das Buch als Psychothriller angepriesen, wobei das absolut unpassend ist, wenn „Das dritte Mädchen“ etwas ist, dann ein netter Krimi, mehr nicht.

Fazit:
Spannend bis Seite 300, danach geht es nur noch abwärts. Hält leider nicht, was es verspricht.

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