Die Farben der Freundschaft

Titel: Die Farben der Freundschaft
Originaltitel: Ruby Red
Autor: Linzi Glass
Genre: Jugendbuch ab 13 Jahren
Seiten: 224
ISBN: 978-3446238916

Erste Sätze:
Ich erinnere mich, wie meine Mutter uns gegenüber zum ersten Mal von Julian Mambasa sprach. „Seine Arbeiten sind etwas ganz Besonderes. Sie sind mir durch und durch gegangen, mir wäre beinahe die Luft weggeblieben“, sagte sie zu Vater und mir nach ihrer ersten Begegnung mit Julian.

Klappentext:
„Es war eine düstere, menschenfeindliche und hasserfüllte Zeit, in der es Schwarzen und Weißen verboten war, sich gemeinsam auf dieselbe öffentliche Band zu setzen, geschweige denn miteinander zu essen. An einem kalten Maitag begann meine Freundschaft mit Julian Mambasa. Eine Freundschaft, die es außerhalb der Mauern unseres Hauses, das auf einem Hügel im wohlhabenden weißen Vorort Westcliff lag, nicht geben durfte. Doch wie Talent, so kennt auch Freundschaft keine Grenzen.“

Rubys Leben wird zum Balanceakt, als ihre Mutter, eine bekannte Galeristin, den jungen Maler Julian bei ihnen zu Hause versteckt. Die Bilder des jungen Schwarzen und die Gespräche mit ihm berühren sie zutiefst. Doch ihre Klassenkameraden dürfen nichts von dem verbotenen Gast wissen. Als Schüler und Studenten in Soweto einen Aufstand gegen das System der Apartheid beginnen, gerät das Leben aller aus den Fugen.

Meine Meinung:
Die 17-jährige Ruby wohnt mit ihren Eltern in einem ruhigen Weißenviertel von Johannesburg. Das Buch spielt in den Siebzigerjahren in Südafrika, in einer Zeit, wo die Apartheidpolitik das Leben der schwarzen Bevölkerung alles andere als leicht macht.
Rubys Eltern sind allerdings nicht feindlich gesinnt, nein, sie unterstützen die schwarzen Menschen sogar soweit es ihnen möglich ist, wobei es deswegen für ihre Tochter oft zu schwierigen Situationen kommt. Sie muss immer darauf achten, dass sie gegenüber ihren Schulkameraden nicht zu viel sagt.
Eines Tages zieht der junge schwarze Künstler Julian bei Ruby und ihren Eltern ein, was eigentlich verboten ist, Schwarze sind nur als Hausangestellte erlaubt. Ein weiteres Geheimnis was Ruby wahren muss, allerdings gibt es auch eine Belohnung, zwischen ihr und Julian entwickelt sich eine einmalige Freundschaft und auch seine Bilder treffen direkt in ihr Herz.
Auf einer Schulveranstaltung lernt sie Johann kennen und lieben, dessen Vater den unterdrückerischen Buren (offiziell Afrikaner oder Afrikaaner – Menschen mit europäischen Wurzeln) angehört, welche es besonders auf die schwarze Bevölkerung abgesehen haben.
Kann die Liebe stärker als die Politik sein, oder muss sie sich letztlich zwischen Liebe und Freundschaft entscheiden?

Nach der Beschreibung klingt es beinahe als würde es sich bei „Die Farben der Freundschaft“ um einen Liebesroman handelt, stimmt aber überhaupt nicht. Johanns Vater gehört zu den Buren, diese sind bei der anderen weißen Bevölkerung selbst nicht sonderlich beliebt, so dass es für Ruby schwierig ist, generell Johanns Nähe aufzusuchen.

Die Hauptrolle in diesem Buch spielt allerdings das Leben der Schwarzen in Südafrika, erzählt aus der Sicht von Ruby und ihrer Familie, die anders wie die Meisten, sich wohlgesinnt gegenüber diesen Bevölkerungsteil geben. Was nicht nur gut ankommt, besonders die Mutter Annabel kommt immer wieder mit der Geheimpolizei in Kontakt, da diese die Galerie von ihr streng überwachen, darauf achten, dass sich kein Unbefugter (Schwarzer) dort aufhält.
Da die Galerie von Rubys Mutter ziemlich bekannt ist, ist auch ihr Leben nicht leicht, besonders in der Schule wird sie von einigen Mitschülern beleidigt, aber auch die Lehrer verhalten sich ziemlich unfair ihr gegenüber.

Ehrlich gesagt, habe ich mich in meinem Leben noch nicht sonderlich viel mit den Rassenkonflikt in Südafrika auseinandergesetzt, deswegen wusste ich auch nicht wirklich was mich bei dem Buch erwartet.
Zu lesen, wie die Verhältnisse dort waren und vermutlich heute teilweise auch noch sind, war erschreckend und aufrüttelnd zugleich. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich erst einmal über die Aufstände in Soweto recherchiert, mich einfach mehr mit dem Thema beschäftigt.
Liest man „Die Farben der Freundschaft“, liest man nicht einfach nur ein Buch, man liest Vergangenheit und Gegenwart zugleich, beginnt sich Gedanken zu machen in welcher Welt man überhaupt lebt.
Der Mut von Rubys Familie zeigt dem Leser, dass man auch als einzelne Person etwas verändern kann und sei es nur einen kleinen Augenblick in einem Leben.

Fazit:
Was in diesem Buch steht, darf niemals wieder geschehen, deswegen ist es umso wichtiger zu wissen, was damals geschehen ist, wie viel noch immer in unserer Welt davon vorhanden ist. „
Die Farben der Freundschaft“ zeigt, dass es in unserer Hand liegt, etwas zu verändern.

Danke für das Rezensionsexemplar an den Hanser Verlag und buchbegegnungen.de!

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