Die Tribute von Panem [Der Film]


Titel:
Die Tribute von Panem
Originaltitel: The Hunger Games
Dauer: 142 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12
Kinostart: 22.März 2012 (D, A)
23. März 2012 (USA)

Inhalt:
Die Geschichte selbst spielt in Panem, einem Land das in zwölf Distrikte unterteilt ist. Jährlich veranstaltet das Kapitol die sogenannten Hungerspiele. Jeder Distrikt muss zwei Tribute (1 Mädchen, 1 Junge die zwischen 12-18 Jahre alt sind) auswählen, die an den Spielen teilnehmen. Ziel der Veranstaltung ist, dass sich die Tribute gegenseitig umbringen, letztlich darf nämlich nur ein einziger überleben.

Katniss kommt aus dem 12. Distrikt, anders wie zum Beispiel im 1 und 2, handelt es sich hier um einen Teil von Panem, der nicht gerade wohlgesinnt gegenüber den Spielen ist, für die Einwohner handelt es sich um ein notwendiges Übel.
Bei der Ziehung der Tribute wird Prim, die 12-jährige Schwester von Katniss, gezogen, da es allerdings die Möglichkeit gibt, sich auch freiwillig für die Spiele zu melden, tut dies Katniss schließlich, damit Prim sicher ist.
Zusammen mit Mitstreiter Peeta, muss sich nun zu den Hungerspielen aufbrechen und dort um ihr Leben kämpfen.

Meine Meinung:
Ohne Frage, der Film lässt sich einfach nicht mit dem Buch vergleichen, dafür reichen 142 Minuten einfach nicht aus. Viele kleine Szenen aus dem Buch werden einfach ausgelassen und fehlen dem Leser einfach. Kennt man die Bücher nicht, ist der Start in den Film auch nicht sehr leicht.
Auf den ersten Blick ist zwar erkenntlich, dass Distrikt 12 nicht gerade ein reicher ist, trotzdem fehlen die Vergleiche zu den anderen.
In meinen Augen wird das Leben im Distrikt nicht ausführlich gezeigt, man sieht Katniss zwar einmal jagen, was aber eine winzige Szene in dem Film einnimmt, zudem ist die Intensität der Beziehung zu Gale überhaupt nicht spürbar, man würde annehmen, es handele sich bei den zwei lediglich um Bekannte.

Nur nebenbei wird erwähnt, dass die Tributen aus den Distrikten 1 und 2 auf die Spiele vorbereitet werden und es deswegen als Ehre gilt, an den Hungerspielen teilzunehmen – so auch ihre Vorfreude darauf erklärbar wäre.
Die Regeln der Spiele bleiben ebenfalls im Unklaren, wenn man das Buch nicht gelesen hat, kann man sich nur zusammenreimen, warum die Dinge sind, wie sie sind.

Wer sich an das Training erinnern kann, dass die 24 Tribute durchmachen, wird auch über deren Umsetzung enttäuscht sein. Zwar sieht man die einzelnen Personen Übungen machen, allerdings bleibt es unerklärlich, wieso es zu Einzelauftritten der Tribute kommt, wer die Punkte verteilt die sie dafür bekommen und weshalb es notwendig ist, eine hohe Zahl zu erreichen (um Sponsoren zu bekommen).

Der Anfang des Filmes ist also nicht sonderlich gelungen und hat nicht gerade Interesse auf mehr geweckt, allerdings lohnt sich das Durchhalten doch. Sobald man in der Arena ist, wird der Film verständlich und nachvollziehbar. Es geht zwar alles relativ schnell, zum Beispiel ist die Beziehung zwischen Katniss und Rue nur eine 5 Minuten Angelegenheit, im Buch ist genügend Zeit um detaillierter darauf einzugehen, was es auch authentischer macht.  Peetas Verletzung ist auch nicht so langwierig und schwierig für Katniss zu meistern.
Trotzdem kommt es alles in der richtigen Reihenfolge, die meisten Szenen aus dem Buch wurden auch aufgegriffen, eben stark verkürzt, jedoch sinnvoll zusammengesetzt.

Peeta finde ich allerdings jetzt nicht sonderlich gelungen umgesetzt, zumindest ist er mir alles andere als sympathisch und auch die Liebe zu Katniss ist einfach nur gefühllos, von beiden Seiten.

Nicht alle Szenen aus dem Buch können verfilmt werden, logisch, aber was ist jetzt im Film, was es im Buch nicht gibt?
Als Rue in der Arena stirbt und Katniss um sie trauert, sieht man Bilder aus Distrikt 11 (wo Rue herkommt) und sieht dort schon die ersten Aufstände, zumindest lassen sie ihren Gefühlen freien Lauf und greifen die Friedenswärter an.
Ebenfalls wegen Rues Tod, überlegen die Spielemacher, Katniss schon in der Arena selbst zu töten und können nur durch Haymitch besänftigt werden.
Die Spotttölpelbrosche findet auch durch einen anderen Weg, als die Bürgermeistertochter (die gibt es im Film gar nicht), zu Katniss, aber das ist nur eine kleine Unstimmigkeit.
Im Buch fällt es einem schwer einzuschätzen wohin der nächste Teil geht, anders ist es im Film, da sieht man Präsident Snow, der den Auftritt von Katniss nicht billigt und offensichtlich etwas dagegen unternehmen wird.

Fazit:
Es ist als Leser einfach schwierig den Film zu beurteilen, da man weiß, was wirklich alles dabei ist und welche Emotionen das Buch beinhaltet.  Mein Bruder, der die Bücher nicht kennt, fand den Film gelungen, wenn auch am Anfang verwirrend. Ich fand den Film gut und sehenswert, aber letztlich hat er mich nicht wirklich überzeugt.

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