Da gehen doch nur Bekloppte hin


Titel: Da gehen doch nur Bekloppte hin
Autor: Andrea Jolander
Genre: Sachbuch
Seiten: 244
ISBN: 978-3453200029

Erste Sätze:
Erste Annäherung an eine unbekannte Spezies – Der Psychotherapeut in freier Wildbahn

Von Psychotherapeuten, Hütchenspielern und Berggorillas

Was ein Psychotherapeut ist, wissen Sie? Oder doch so ungefähr? In Wahrheit weiß das kaum jemand richtig. In Filmen wird immer lustig durcheinandergeworfen, was ein Psychologe, was ein Psychotherapeut tut, wer sich Psychiater nennen darf und ob das Ganze vielleicht auch noch irgendetwas mit einem Arzt zu tun hat.

Klappentext:
(K)ein ganz normaler Beruf
Stimmt es, dass sich viele Patienten in ihren Psychotherapeuten verlieben und die meisten Therapeuten selbst einen an der Waffel haben? Mit dreißig Jahren Berufserfahrung berichtet Andrea Jolander von ihren spannendsten Fällen und lässt und durch das Schlüsselloch in ihren Praxisalltag schauen.

Meine Meinung:
Viele Berufsgruppen müssen mit Vorurteilen kämpfen, aber besonders bei Psychologen wird es den meisten Menschen mulmig. Darf man in ihrer Anwesenheit frei reden, ohne gleich analysiert zu werden? Die sind doch selbst verrückt, ansonsten gibt es keinen Grund, diesen Beruf zu wählen usw.
Andrea Jolander zeigt in ihrem Buch allerdings was niemand vermutet hätte, Psychologen sind auch nur Menschen und ganz froh, wenn sie mal Feierabend und somit Freizeit haben.
Allerdings widerliegt sie in ihrem Buch nicht nur Vorurteile, sondern zeigt dem Interessiertem, was Psychotherapie wirklich ist.

Gelungen und in einfachen Worten gewährt sie dem Leser einen Einblick in die Psychotherapie, begleitet einen in eine Therapiepraxis und erzählt, wie der Ablauf ist, welche Methoden es gibt und wie die Gespräche wirken.
Auch wenn der Humor oft gezwungen wirkt, so fand ich ihn trotzdem immer witzig, nie abwertend. Sie spielt einfach mit den Klischees, die sich bei den Menschen eingebürgert haben und betrachtet sie mit einen Augenzwinkern.

Fachliches Wissen vermittelt sie einem leicht verständlich, Dinge die im ersten Moment seltsam klingen, wie zB. Ich – Über Ich – Es erklärt sie so, dass es jeder letztlich versteht und auch bei sich selbst nachvollziehen kann. Und auch die Unterschiede zwischen Psychologie, Psychiater und therapeutischer Psychologe erklärt sie so, dass man sie auf keinen Fall je wieder vergisst.

Was nicht ganz richtig ist, auf den Klappentext steht, Andrea Jolander berichtet von ihren spannendsten Fällen – finde ich jetzt nicht so. Natürlich gibt sie für die eine oder andere Situation Fallbeispiele, aber wirklich tiefe Einblicke erhält man dabei nicht. Sie passen als Beispiele wunderbar in das Konzept, sind meiner Meinung nach aber nur ein Hilfsmittel, um etwas verständlicher zu machen.

In einem Kapitel findet man ein „Erste-Hilfe-Köfferchen“, welches Hilfe gegen leichte Schlafstörungen, oder Stress aufzeigt. Allerdings sagt die Autorin selbst, ihr Buch sei kein Ratgeber und so sind die Tipps wirklich nur minimal, bei bestimmten Themen sollte man lieber weiterführende Literatur kaufen, um wirklich seine Probleme anzupacken. Bei erheblichen Störungen bringt natürlich ein Buch nichts, weshalb da immer eine Therapie empfehlenswert wäre.

An Andrea Jolanders Seite beginnen wir eine Psychotherapie, bekommen erzählt, wie man einen Therapeuten finden, welche Methode empfehlenswert ist, wie es mit der Kostenübernahme aussieht und auf welche Dinge man sich vorbereiten sollte. Nach der Therapeutenentscheidung wird auch der Verlauf einer Therapie beschrieben, so dass auch Außenstehende verstehen können, was nun wirklich in den Praxisräumen vor sich geht. Schnell merkt man, dass es so ganz anders ist, wie man es zum Beispiel aus dem Fernsehen kennt. Die Behandlung hat nichts mit Voodoo zu tun, sondern ist vergleichbar wie das verarzten eines verletzen Körperteiles, eben auf die Seele bezogen.

Fazit:
„Da gehen doch nur Bekloppte hin“ spielt mit Vorurteil, unterstürzt dabei allerdings, sein eigenes Gedanken mal zu überdenken, da es doch wirklich so ist, dass die meisten Menschen einfach eine falsche Vorstellung von Psychotherapie haben.
Definitiv ein gutes Buch für Angehörige, Betroffene und eigentlich alle, die Interesse an Psychologie haben.

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