Dark Canopy


Titel:
Dark Canopy
Autor: Jennifer Benkau
Genre: Fantasy
Seiten: 524
ISBN: 978-3839001448
Verlag: script5

Erste Sätze:
Ich hatte immer behauptet, der erste Percent, der in meinen Wurfradius tritt, würde ihn nicht lebend verlassen.
Aber es kam alles anders.
Der Griff des Messers schmiegte sich in meine Handfläche, als wäre die Waffe für mich gemacht.

Klappentext:
Stell dir vor, du musst täglich ums Überleben kämpfen.
Stell dir vor, dein Gegner ist unbesiegbar.
Stell dir vor, du kommst ihm zu nah.
Stell dir vor, du verliebst dich in ihn.

Meine Meinung:
Großbritannien in der Zukunft. Percents, für den dritten Weltkrieg extra erschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und sich die Menschen zu Sklaven gemacht. Einige wenige versuchen die Rebellion, schließen sich zusammen und kämpfen gegen den gemeinsamen Feind. Mitglied eines dieser Rebellenclans ist die 16-jährige Joy, an ihrer Seite wird man auch durch die Geschichte geführt. In einem Hinterhalt gelockt, fällt sie dem Percents zum Opfer und wird von ihnen gefangen genommen. Sie wird dazu auserkoren, ein Soldat zu werden, der beim jährlichen Civvy, einer Menschenhetzjagd, teilnehmen muss. Ihr Ausbilder ist der junge Neél und durch ihn stellt Joy schnell fest, dass nicht jeder Feind ist, der es im ersten Augenblick scheint.

Er sagte: „Mit dem Herzen und den Verstand und allem, was wir sagen und tun“, und berührte dabei mit der rechten Faust Brust, Stirn, Lippen und die geöffnete Hand. „Für das Recht auf Freiheit.“ (Seite 350)

Zuerst sollte man vermutlich mal den Titel erklären: Dark Canopy. Percents sind extrem lichtempfindlich und können es nicht im Sonnenlicht aushalten, so dass sie eine Maschine gebaut haben, die Kohlenstaub in die Luft schleudert, damit es der Sonne nicht gelingt, die Erde zu erreichen – Dark Canopy. Diese Erfindung und die Unterdrückung durch die Percents rufen viele Widersacher auf den Plan, die gemeinsam versuchen gegen das System zu kämpfen.

Joy ist nicht gerade ein zimperliches Mädchen, trägt sie doch nicht umsonst den Beinamen Messermädchen. Sie weiß was sie will und wie sie es bekommt, womit sie sich natürlich nicht nur Freunde macht, doch genau ihre ruppige Art macht sie sympathisch. Immer einen blöden Spruch auf den Lippen, bringt sie einem oft zum Lachen, wobei man auch mit ihr weint, da sie von der Gefühlwelt wirklich gut beschrieben wurde.

Neél, der auch eine wichtige Rolle im Buch spielt, hingegen ist ein leeres Blatt. Mein erkennt schon einiger seiner Denkweisen und trotzdem bleibt viel ungesagt. Er zieht sich lieber in sich selbst zurück, als dass er seine Gedanken an die große Glocke hängt.
Genau dieses Zwischenspiel, welches bei Joy und Neél vonstatten geht, macht einen wichtigen Teil der Geschichte aus.

Man findet in das Buch relativ leicht hinein und auch die Geschichte um die Percents ist ziemlich verständlich erklärt, so dass man schnell versteht, wie es zu der Situation kommen konnte, in der sich die Welt momentan befindet.

Auch zu erwähnen wäre, dass die Liebesgeschichte, die es im Buch natürlich gibt, wirklich in einem guten Rahmen bleibt. Keinesfalls ist irgendwas zu übertrieben, oder gar kitschig. Die Autorin findet einen angenehmen und sinnvollen Weg, die Liebe in die Geschichte einzupacken.

Natürlich ist es hier keine Wir-haben-uns-alle-lieb- Geschichte, allerdings möchte ich schon sagen, dass besonders die Gewalt gegenüber Frauen mich manchmal zusammenzucken ließ. Es fügt sich gut in den Momentanzustand der Welt, keine Frage, aber es war schon harte Kost, wobei sicherlich auch die Kampfszenen nicht unbedingt was für Kinder sind.
Trotzdem muss ich sagen, dass die Gewalt zwar vorhanden ist, das Buch sich aber auch für Jugendlich eignet – eventuell so ab 16 Jahren.

Eine Kleinigkeit verstand ich allerdings nicht, das Buch spielt ja in der Zukunft, trotzdem findet Joy einen Ausweise, den sie folgend beschreibt: Auf der einen Seite standen viele Zahlen, vielleicht eine Identifizierungsnummer, weiterhin ein Datum (12.04.2015 – das war in fast zweitausend Jahren!) und ein einzelner Name, der mir nichts sagte (Seite 186). Folglich spielt das Buch im Jahre 15, oder versteh ich was falsch?

Der zweite Teil des Buches erscheint März 2013, wobei ich sagen muss, das Dark Canopy schon ein Ende findet, eines mit offenen Fragen, aber eigentlich doch ein befriedigendes Ende. Ok, bis auf die eine Sache, aber die Antwort findet man ja dann (hoffentlich) im zweiten Teil.

Fazit:
Ein tolle Geschichte, in die man sprichwörtlich hineingezogen wird und die sich nicht mehr so leicht abschütteln lässt.

4 Gedanken zu “Dark Canopy

  1. Oh, das klingt aber spannend. ZU Deiner Frage: Vielleicht hat eine neue Zeitrechnung begonnen? Ansonsten würde ich denken, dass es sich um einen Fehler handelt.
    Liebe Grüße von der Tintenelfe

  2. Ich glaub auch das es um eine neue Zeitrechnung geht, vielleicht wurde die Welt seit die Percents da sind auf Jahr 0 zurückgesetzt? 😀 Das Buch muss ich auf jeden Fall noch lesen!
    Liebe Grüße
    Elisa (:

  3. Ich habe das Buch auch gelesen und fand es sehr toll. Es war total spannend, sodass ich es gleich an einem Stück las. Den Schluss fand ich anfangs sehr schlimm, weil ich nicht wusste, dass es noch weiter geht, aber zum Glück gibt es noch ein zweites Buch.
    Ich glaube auch, dass das Jahr 0 den Anfang der Percentsherrschaft ist. Sonst wäre es ja schon komisch. Wenn ich mich nicht falsch erinnere, steht sogar irgendwo, dass die Percents eine neue Zeitrechnung gemacht haben. Wo ich das gelesen habe, weiss ich aber gerade nicht mehr.
    Ich würde das Buch auch unbedingt weitererzählen.
    Liebe Grüsse
    Esmeralda

Kommentar verfassen