Die Welt, wie wir sie kannten


Titel: Die Welt, wie wir sie kannten
Originaltitel: Life as we knew it
Autor: Susan Beth Pfeffer
Genre: Jugendbuch ab 12
Seiten: 412
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN-10: 3551582181
ISBN-13: 978-3551582188

Erste Sätze:
Lisa ist schwanger.
Dad rief heute Morgen gegen elf bei uns an, um es uns zu erzählen. Aber Mom war schon mit Jonny zum Baseballtraining unterwegs, und Matt ist natürlich noch auf dem College, deshalb war ich allein, als die große Neuigkeit eintraf.

Klappentext:
„Wenn wir beim Supermarkt sind, möchte ich, dass Jonny als Erstes in die Haustierabteilung geht“, sagte Mom.
„Jonny, du weißt, was Horton frisst. Mrs Nesbitt, vergessen Sie nicht die Tampons für Miranda und mich. Ganz viele Schachteln. Miranda, du gehst zu den Obst- und Gemüsekonserven. Du weißt, was wir mögen.“
„Mom, wir essen kein Dosengemüse“, sagte ich.
„Aber heute schon“, erwiderte sie. „Dosengemüse. Obst. Und Suppen. Jede Menge Dosensuppen. Pack den Wagen so voll du kannst.“
„Was ist hier eigentlich los?“ fragte ich. „Kann mir das mal jemand erklären?“
„Das ist nur für den Fall, dass die Welt untergeht“, sagte Jonny. „Mom möchte, dass wir darauf vorbereitet sind.“

Meine Meinung:
Miranda lebt mit ihrer Mutter, ihrem kleineren Bruder und einem Kater in Amerika.
Ihr Leben lässt sich als durchaus normal beschreiben, bis zu dem Tag als ein Asteroid den Mond aus seiner Umlaufbahn wirft. Dadurch kommt es auf der Welt zu verheerenden Katastrophen (Erdbeben, Tsunamis, Überschwemmungen usw.), die Millionen Menschen das Leben kosten, aber auch den Überlebenden zu schaffen machen.
Lebensmittel werden knapp, die Stromversorgung bricht zusammen und auch Wasser ist nicht mehr ständig verfügbar.
Je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger wird es für die Familie, ihr überleben zu sichern. Es beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod.

„Dafür bist du noch nicht alt genug“, sagte ich. „Also denk gar nicht erst darüber nach. Wir kommen schon zurecht. Wir haben zu essen, wir haben Holz und wir haben sogar noch ein bisschen Heizöl. Irgendwann muss es einfach wieder besser werden. Schlimmer kann es jedenfalls nicht mehr werden.“
Jonny grinste. „Jaja, das sagen alle“, entgegnete er. „Und alle haben sich geirrt.“  (Seite 194)

Zu Beginn ist der Asteroid noch keine Bedrohung für die Weltbevölkerung, nein, es ist sogar ein wahres Spektakel. Alle freuen sich darauf, bei diesem einzigartigen Naturereignis dabei sein zu können, als es dann jedoch soweit ist, wird alles anders als erwartet. Der Asteroid wirft den Mond aus der Umlaufbahn und die Konsequenzen sind schnell spürbar.
Die Geschehnisse sind wahnsinnig realistisch und nachvollziehbar geschrieben, da es tatsächlich möglich ist, dass so eine Katastrophe geschieht. Verschiebt sich der Mond, hat es fatale Auswirkungen auf die Erde und diese sind nicht erfunden, sondern lassen sich durchaus belegen.

Die neue Situation ist für niemanden leicht, zwar denken alle, dass schnell eine Lösung seitens der Regierung gefunden wird, doch leider lässt diese auf sich warten. So sind alle zum Verzicht aufgerufen, was nicht sonderlich einfach ist, wenn man einen bestimmten Luxus gewöhnt ist. Der Luxus, fließend Wasser zu haben, oder immer und jederzeit Nahrung kaufen zu können, alles fehlt nun und es ist für alle Beteiligte schwierig, sich den Gegebenheiten anzupassen.
Natürlich bleibt ihnen nichts anderes übrig, doch braucht man sich die Situation nur mal selbst auszumalen, man wird schnell merken, dass der Komfort, denn wir heute genießen, nicht mehr wegzudenken ist.

In Tagebuchform beschreibt Miranda das Leben vor und nach der Katastrophe, weshalb der Blick auf die tatsächlichen Auswirkungen sich in einen kleinen Bereich bewegt und trotzdem bekommt man schnell ein Bild davon, wie es wohl in etwa für die gesamte Bevölkerung sein muss.

Actionreich würde ich das Buch nicht beschreiben, was kein Nachteil ist, nein, „Die Welt, wie wir sie kannten“ beschränkt sich mehr darauf, tatsächlich das Leben in einem Katastrophengebiet zu beschreiben, wie es ist, wenn jeder Tag ein Kampf und genau dieser Schreibstil macht es spannend, lässt einen die Seiten nur so weglesen.

Die Bilder, die einen die Autorin in dem Kopf „pflanzt“ sind lebendig und höchst emotional, die Geschichte spielt sich direkt vor den eigenen Augen ab und gibt einen keine Möglichkeit mehr, den Blick abzuwenden, zu sehr wird man in die Geschehnisse hineingezogen.

Bei „Die Welt, wie wir sie kannten“ handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, so dass das Buch nicht wirklich abgeschlossen ist und doch irgendwie. Es ist nicht unbedingt zwingend notwendig, die anderen Teil zu lesen, man könnte den ersten Band auch gut alleine stehen lassen.

Fazit:
Dieses Buch lässt einen den alltäglichen Luxus wertschätzen, den man hat. Selbstverständlichkeiten bekommen einen neuen Stellenwert und diese Gedanken, sie lassen einen auch lange nach dem Lesen nicht mehr los.
Beängstigend realistisch – faszinierend gut!

Reihenfolge der Moon-Crash-Trilogie:
1. Die Welt, wie wir sie kannten (März 2010)
2. Die Verlorenen von New York (April 2011)
3. Das Leben, das uns bleibt (August 2012)

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