Gib den Jungs zwei Küsse


Titel:
Gib den Jungs zwei Küsse
Originaltitel: Mum’s List
Autor: St John Greene
Genre: Biografie/Erfahrung
Seiten: 368 Seiten
Verlag: Marion von Schröder
ISBN-10: 3547711835
ISBN-13: 978-3547711837

Erste Sätze:
„Was willst du trinken?“, fragte mein Bruder.
Er stand lächelnd an der Bar und freute sich aufrichtig, mich zu sehen. Instinktiv schaute ich über meine linke Schulter, um mich an Kate zu wenden.

Klappentext:
Kurz vor ihrem Tod schreibt Kate ihrem Mann eine Liste mit allem, was ihr für die Zukunft der Kinder wichtig scheint: Bring ihnen bei, pünktlick zu sein. Lass sie nicht Motorrad fahren. Zeigen ihnen das Nordlicht. Gib den Jungs zwei Küsse, wenn ich nicht mehr bin – einer von dir, den zweiten von mir.

Als Kate ihren Kampf gegen den Krebs verliert, ist ihr Mann außer sich vor Schmerz. Doch das Vermächtnis seiner Frau hilft ihm, für die Söhne zu sorgen. Gib den Jungs zwei Küsse ist sein Tagebuch und eine tapfere Liebeserklärung an seine Frau.

Meine Meinung:
Kate und St John Greene, genannt Singe, haben sich im Teenageralter kennen und lieben gelernt. Ihre Beziehung wurde nicht von allen wohlwollend aufgenommen, so dass sie für ihre Liebe kämpfen musste, was sie taten und sie siegten. Sie heirateten. Der nächste Schritt: Kinder. Nichts wünschten sich die beiden sehnlicher, doch ihr Glück war unbeständig, Kate erlitt eine Fehlgeburt. Ein schwerer Schlag, doch davon ließen sich beide nicht kleinkriegen. Ein erneuter Versuch gelangt, Reef wurde geboren. Endlich schien die Familie perfekt, dass Glück auf ihrer Seite, als bei Reef jedoch eine äußerst seltene und aggressive Art von Krebs festgestellt wurde, brach die Welt wieder in Stücke. Seine Überlebenschancen waren gering, eigentlich nicht vorhanden. Und zwischen dieser Diagnose, diesem schweren Schicksalsschlag, stellt sich heraus, dass Kate erneut schwanger ist. Finn wird geboren, zwei Monate zu früh, auch seine Überlebenschancen sind nicht abschätzbar, doch die Kinder kämpfen, die Familie kämpft und ihre Hoffnungen werden erhört, beide Jungs überleben. Man sehnt sich nach Normalität, aber es kommt anders, Kate erkrankt an Brustkrebs, trotz ihrer zähen Art und Weise, besiegt die Krankheit sie. Kurz vor ihrem Tod hat sie ihrem Mann Singe eine Liste geschrieben, mit Dingen, die er bitte unbedingt den Jungs beibringen sollte, damit sie ihre Mutter einerseits nicht vergessen, andererseits mit beiden Beinen im Leben stehen.
Diese Liste arbeitet Singe seit dem Tod von Kate ab, sie hilft ihn, nicht komplett zu verzweifeln und gibt ihn einen wichtigen Haltegriff, für eine Leben ohne seine geliebte Frau.

Die Geschichte klingt und ist schrecklich, es ist erschreckend wie viel Leid einer Familie widerfahren kann und der Verstand sagt einem auch, man sollte tiefes Mitgefühl empfinden. Allerdings ist es leider so, dass Singe ein absolut unsympathischer Mensch ist und seine Geschichte, seine Worte erreichen einen einfach nicht auf der Gefühlsebene. Er ist arrogant, leicht größenwahnsinnig und ziemlich aufmerksamkeitsgeil. Es sei erwähnt, dass all diese negative Dinge nichts damit zu tun haben, ob er ein guter oder schlechter Vater ist, dass zu bewerten, steht mir unter Garantie nicht zu, nur kann er es einfach nicht schaffen, den Leser gegenüber irgendwie sympathisch zu sein. Womit wir schon den Knackpunkt der ganzen Sache haben: mag man die Person, die die Geschichte erzählt nicht, färbt es unweigerlich auf das Geschriebene ab.

Zudem, mir ist schon klar, dass man nach dem Tod eines geliebten Menschen, sich mehr auf die positiven Seiten der Person konzentriert, aber so perfekt wie Singe die Beziehung beschreibt, war es einfach nicht auszuhalten. Es war einfach nur anstrengend, sich immer und immer wieder der Perfektion ausgesetzt zu sehen, sind es doch die Meinungsunterschiede, die in einer Ehe dazugehören. Die Erzählung war einseitig und dadurch ziemlich anstrengend.

“Gib den Jungs zwei Küsse“ ist ein Jahr nach Kates Tod entstanden und gibt dadurch nur einen kurzen Einblick in die Welt der Familie, wie sie mit der Situation umgehen, auf längerer Frist ist nur zu erahnen, wie sie sich zurecht finden. Die Liste, womit das Buch „wirbt“ gibt es beinahe gar nicht – sie wird auf fünf Seiten gepresst und dann spielt sie nur noch eine Nebenrolle, was ziemlich enttäuschend ist, da meine Erwartungshaltung anders war.
Mehr ist das Buch eine Biografie über die Familie, man erfährt über die Zeit nach Kates Tod, doch besonders auch das gemeinsame Leben mit Singe und den Jungs wird thematisiert.

Was mich beim Lesen begleitet hat, war die Frage, ob es Kate gutheißen würde, dass Singe aus ihrer Liste, aus ihrem Leben, ein Buch macht. An einer Stelle hegt sogar die beste Freundin von Kate Zweifel, wobei Singe diese einfach wegwischt, wodurch allerdings beim Leser schnell das Gefühl entsteht, dass es ihm vordergründlich um Aufmerksamkeit geht. Nicht um die Jungs, nicht um Kate, sondern nur um sich selbst.

Fazit:
Die Erinnerung an Kate, erreicht einen auf der Gefühlsebene einfach nicht, so sehr man es sich auch wünschen würde, bleibt es eine farblose, teilweise emotionsleere Erzählung von einem Mann, der einen einfach nicht sympathisch wird.

Danke für das Rezensionsexemplar an den Marion von Schröder Verlag und lovelybooks!

3 Gedanken zu “Gib den Jungs zwei Küsse

  1. Hallo 🙂
    Ich danke von ganzem Herzen für dein wirklich sehr liebes und aufbauendes Kommentar!
    Ich wünsche dir einen wunderschönen Sonntag!

    Liebe Grüße,Butterblume ❤

  2. Hey Jungs. Wie gehts? Ich lese gerade das Buch und was mich sehr erstaunt,Morgen ist der 2. Februar es ist auch Montag und ich habe am 31.3. Geburtstag.Alles Gute und liebe Grüsse

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