Frostkuss: Mythos Academy 1


Titel:
Frostkuss: Mythos Academy 1
Originaltitel: Touch of Frost
Autor: Jennifer Estep
Genre: Fantasy
Seiten: 400 Seiten
Verlag: ivi
ISBN-10: 349270249X
ISBN-13: 978-3492702492

Erste Sätze:
„Ich kenne dein Geheimnis.“
Daphne Cruz schob ihr Gesicht näher an den Spiegel über dem Waschbecken und trug eine weitere Schicht hellen Lipgloss auf. Sie ignorierte mich demonstrativ, wie es alle hübschen, beliebten Mädchen taten.

Klappentext:
„Mein Name ist Gwen Frost. Sobald ich einen Menschen berühre, sehe ich seine Erinnerungen und seine Vergangenheit vor mir – alles, was er erlebt oder gefühlt hat. Ich kenne seine geheimsten Wünsche und Sehnsüchte…

Doch diese Gabe ist ein Fluch. Wenn der Junge, den ich küsse, an eine andere denkt. Oder wenn ein Mädchen ermordet wurde, und ich die Einzige bin, die ihren Mörder kennt…“

Meine Meinung:
Gwendolyn Frost, ein 17-jähriges Mädchen, lebt nach dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter, bei ihrer Großmutter Geraldine. Kurz nach dem Tod wurde sie auf der Mythos Academy aufgenommen, einem Internat an dem die Nachfahren von Helden aus der Antike, die Geschichte der griechischen Mythologie studieren. Dort sollen die Schüler auch erlernen, mit ihren Kräften und Gaben zurechtzukommen. Gwen hat die Gabe, allein durch Berührung von Menschen und Gegenständen, deren Gefühle, Geheimnisse und die ihre Vergangenheit in Erfahrung zu bringen. Der Fachausdruck dafür lautet Psychometrie, sie selbst wird als Gypsy bezeichnet.
Eines Tages wird eine Mitstudentin, die Walküre Jasmine, in der Bibliothek tot aufgefunden. Wirklich betroffen scheint über den Todesfall niemand zu sein, nur Gwen möchte verstehen, was da vor sich ging, war sie es doch, die die Leiche fand. Verbündet mit dem Spartaner Logan, versucht sie zu rekonstruieren, was geschehen ist und merkt schnell, dass nicht an dem Internat so ist, wie es scheint.

Ich wusste, dass die anderen auf ihre Art trauerten, Druck abließen oder was auch immer. Und ja, vielleicht war Jasmine tatsächlich ein verzogenes Miststück gewesen, genau wie Carson gesagt hatte.
Aber trotzdem, irgendwen sollte es kümmern, dass sie tot war. Ich meine, es sollte jemanden wirklich interessieren. Jemand sollte traurig sein, weil sie gestorben war. Jemand sollte genau wissen wollen, was ihr zugestoßen war und warum. Jemand sollte versuchen, dafür zu sorgen, dass einem anderen Schüler nicht dasselbe passierte. (Seite 92)

Gwen Frost ist endlich einmal eine Heldin, wie man sie sich nur wünschen kann. An ihrer Schule ist sie der Außenseiter, da sie nicht wirklich ins Bilder der anderen passt. Die Eltern ihrer Mitstudenten sind alle ziemlich wohlhabend, da kann das Mädchen nicht mithalten, aber auch sonst fällt es ihr schwer, einen Platz für sich zu finden. Neben Walküren, Wikingern und Spartanern, scheint sie die einzige Gypsy zu sein und somit gibt es auch niemanden, mit den sie ihre Erfahrungen mit der Gabe teilen könnte. So streift sie unsichtbar über die Schulflure und lässt sich im Unterricht Dinge erzählen, die sie selbst nicht glaubt. Sie bezweifelt die ganze Sache, dass sie und ihre Mitschüler Nachkommen von Helden sind, zieht es oft auch ins lächerliche. Hier liegt der positive Punkt: Sie selbst glaubt die absurden Dinge nicht wirklich, die sie auf der Schule lernt und so fiel es mir relativ leicht, sie ins Herz zu schließen, sagt auch mir mein Verstand, dass so was nicht existieren kann. Man fühlt sich mit Gwen verbunden und hat sie einfach wahnsinnig gerne, was die ganze Geschichte trägt und es macht das Buch anders. Es gibt dutzende Bücher über besondere Jugendliche, die an einer Schule unterrichtet werden, doch es gibt keines, in dem der Hauptcharakter selbst so skeptisch den Vorgängen gegenüber steht, wie in Frostkuss.

Ein wenig gestört hat mich die ständige Wiederholung gewisser Stellen. So betonte Gwen furchtbar oft, dass sie alleine ist, niemanden hat, der sich für sie interessiert usw. Ein paar Sätze in die Richtung weniger hätten es auch getan, allerdings kann es dem Buch nichts anhaben, weil ich es so anders finde, so besonders, dass ich über diese kleinen Fehler gerne hinwegsehe.

Besonders klasse fand ich allerdings, dass es keine Liebesgeschichte gibt. Natürlich sind da ein paar Schwingungen, aber das ist für Teenager vermutlich normal und schwächt deswegen das Buch nicht im Geringsten ab, nein, genau dadurch wird es nur noch stärker.

Die mythologischen Aspekte sind verständlich, so dass man in diese Richtung keinerlei Wissen mitbringen muss, um die Geschichte zu verstehen. Es ist alles sogar ziemlich einfach beschrieben, vermutlich aus dem Grund heraus, dass ja Gwen auch nicht selbst Interesse am Thema zeigt und somit nur die wichtigsten Dinge behält/beschreibt.

Die Geschichte selbst ist gut konstruiert, hält zwar nicht eine Dauerspannung bereit, ist aber so geschrieben, dass man einfach dabei bleibt und wissen möchte, wie es zum Tod des Mädchens kam und das Ende, die Auflösung, sie lässt keine Wünsche offen. Es rundet den ersten Teil der Trilogie gut ab, wobei ich sagen würde, wer danach Teil zwei nicht liest, hat trotzdem ein schönes Lesevergnügen gehabt. Die Geschichte selbst ist abgeschlossen, einzige Gwens Weiterentwicklung bleibt offen.

Fazit:
Ein grandioser Auftakt einer Trilogie, die aus der Masse sticht und alles schon gewesen hinter sich lässt. Suchtpotenzial!

Mythos Academy Trilogie – Reihenfolge:
Frostkuss: Mythos Academy 1 (12. März 2012)
Frostfluch: Mythos Academy 2 (20. August 2012)
Titel und Erscheinungsdatum noch unbekannt

Englische Titel:
Touch of Frost: Mythos Academy Series, Book 1
Kiss of Frost: Mythos Academy Series, Book 2
Dark Frost: Mythos Academy Series, Book 3

Danke für das Rezensionsexemplar an den ivi Verlag und buchbegegnungen!

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