Saeculum


Titel: Saeculum
Autor: Ursula Poznanski
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Seiten: 496
Verlag: Loewe Verlag
ISBN-10: 3785570287
ISBN-13: 978-3785570289

Erste Sätze:
„Oh mein Gott, so viel Blut!“
„Er stirbt. Ich glaube, er stirbt.“
„Wo ist das Schwert?“
„Liegt auf den Treppen.“
„Da kann es nicht bleiben.“
„Oh Gott, ich will endlich raus hier.“
„Wir verlieren kein Wort, über das, was hier passiert ist, klar?“
„Aber was, wenn er … ich meine, wenn…“
„Darum kümmere ich mich. Keine Sorge.“

Klappentext:
Du denkst, es ist eine harmlose Reise in die Vergangenheit, ein Spiel.
Doch dann greift die Vergangenheit nach dir und gibt dich nicht mehr frei.
Ist tatsächlich ein uralter Fluch wiedererwacht?

Inhalt:
Bastian, ein Medizinstudent, verliebt sich in die hübsche Sandra, die ihn schnell einlädt, an einer fünftägigen Convention mitzumachen. Eigentlich sind Rollenspielen nicht Bastians Welt, doch will er nahe bei Sandra sein und stimmt letztlich doch zu. „Saeculum“ wie sich die Gruppe nennt, ist eine mittelalterliche Rollenspielgemeinschaft, die schon öfters zusammen Abenteuer unternommen hat.
An dem Veranstaltungsort angekommen, ist es an der Zeit, alle Dinge der Moderne hinter sich zu lassen und nur noch Dinge zu benützen, die es auch im Mittelalter schon gab. Die Aufgabe der Gruppe ist es, in einem düsteren Wald zu überleben, Aufgaben wahrzunehmen und die selbst gewählten Rolle perfekt zu spielen (zB. Wirt, Edelmann, Dieb, Bauer oder Hexe).
Doro, die sich für eine Hexe hält, warnt vor einem Fluch, der auf dem Gebiet des Rollenspieles lastet und drängt auf eine sofortige Heimreise. Niemand nimmt ihre Warnungen ernst, hält sie für sinnloses Gerede, als es jedoch zu mysteriösen Erscheinungen kommt, einige Mitspieler der Gruppe spurlos verschwinden, breitet sich Angst aus. Ist am Fluch vielleicht doch etwas dran? Haben sie böse Geister geweckt, die zu besänftigen, unmöglich scheint? Können sie den Wald lebend verlassen?

Meine Meinung:
Das Thema ist interessant aufgebaut und macht Lust darauf, in die Geschichte einzusteigen. Es fällt zwar zu beginnen ein wenig schwer, sich in der Mittelalterszene zurechtzufinden, doch da auch Bastian ein „Unwissender“ ist, wird alles in einfachen Wort erklärt, so dass man sich doch rasch ein Gesamtbild der Situation machen kann.

Was die Geschichte für mich „nur“ mittelmäßig macht, ist, dass sich für mich keine wirkliche Spannung aufbaut. Durch den leichten und gewohnt flüssigen Schreibstil, gelingt es einem zwar, das Buch zügig durchzulesen, aber die mystische Stimmung, die durch die Vorkommnisse vermutlich erzeugt werden sollten, springen nicht wirklich auf dem Leser über.

Bei den Charakteren ist es so, dass es einige gibt, die einen sehr sympathisch sind, andere allerdings kommen nicht so wirklich überzeugend rüber, oder sagten mir einfach nicht zu, weil sie zu blass blieben.

Ich warte. Ich wache. Ich halte euch hier.
Ihr seid mir längst zu Willen.
Ich werde eure Leben nehmen
und meine Rachsucht stillen.
(Seite 214)

Die Gegend, der Schauplatz des Rollenspieles, wird eindringlich und vorstellbar beschrieben. Man kann die Luft des Waldes direkt riechen, sich die Szenerie vor dem inneren Auge vorstellen und steht irgendwann mit im Geschehen.

Der Verlauf der Geschichte ist für mich nicht vorhersehbar, sondern hält immer unerwartete Wendungen bereit, was am Ende seine Vollendung findet. Wie der Verlauf ist, was hinter dem Fluch steckt, ob es sich hier tatsächlich um einen handelt, wird fabelhaft gelöst. Die letzten Seiten lesen sich beinahe von selbst, die Autorin schafft es endlich, den Leser gefangen zu nehmen, so dass er gar nicht anders kann, als am Buch zu kleben.

Fazit:
Die Seiten lesen sich schnell, die Atmosphäre ist einnehmend und die Handlung gut durchdachte, nur leider ist es die Spannung, die man allzu oft vermisst, obwohl, unterschwellig ist immer ein Gefühl der Neugier vorhanden, es schafft es nur nicht, vollkommen durchzubrechen.

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