Buddha-Boy


Titel: Buddha-Boy
Originaltitel: Zen and the Art of Faking it
Autor: Jordan Sonnenblick
Genre: Jugendbuch ab 12 Jahren
Seiten: 208
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN-10: 3551582513
ISBN-13: 978-3551582515

Erste Sätze:
Habt ihr jemals die Schule gewechselt? Ich schon, und lasst euch sagen: Eine Schule ist eine Schule ist eine Schule. Jede Mittelschule auf Gottes grüner Erde hat genau den gleichen Geruch, weil feuchte Schließfächer, flüssige Indrustriereiniger und Kotze weltweit gleich müffeln.

Klappentext:
Plötzlich wurde mich klar, dass ich das Mädchen liebte. Auf ihrer Gitarre klebte ein Riesesticker, auf dem DIESE MASCHINE TÖTET FASCHISTEN stand. Okay, so ganz genau wusste ich nicht, was ein Faschist war. Ich wusste auch nicht, wie das Mädchen hieß. Aber trotzdem, dieses Beatles-Mädchen hatte wirklich was drauf.
Ein Glück, dass ich ihr Herz wahrscheinlich schon erobert hatte, als ich beim ersten Treffen rückwärts vom Stuhl gefallen war. Mädchen stehen auf solche höflichen, männlichen Gesten. Jetzt brauchte ich sie nur noch anzusprechen und sie würde mit ziemlicher Sicherheit dahinschmelzen und in meine muskulösen Arme sinken. Meine durchschnittlichen Arme. Na gut, meine völlig unbehaarten, hühnerbeinmageren Arme.

Inhalt:
Es ist keine ungewohnte Situation für den 15-jährigen San, der Neue in der Klasse zu sein, immerhin ist er schon oft genug umgezogen. Eine Frage, die er sich jedoch immer stellt, ist die nach der Identität – soll er die Sportskanone, der Skater, der Emo, oder der Streber sein? Welche Rolle würde er dieses Mal gerne spielen, um sich in die Schulgemeinschaft einfügen zu können? Während einer Schulstunde über Buddhismus wird im klar, dass sein Weg ein ganz anderer wird, er wird den Zen-Buddhisten geben. Aus China adoptiert, kommt ihn sein Aussehen für dieses Unternehmen sehr zu Gute, schon schnell hat er alle von der Sache überzeugt und beginnt langsam auch selbst daran zu glauben, schwierig wird die Situation erst, als er sich in ein Mädchen verguckt und sich den Auswirkungen seiner Lüge stellen muss.

Meine Meinung:
Buddha Boy ist eines der unterhaltsamsten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Die Geschichte wird aus der Perspektive von San erzählt, der nachvollziehbar beschreibt, wie es sich anfühlt, immer wieder auf der Suche nach sich selbst zu sein, wenn man die Möglichkeit hat, an einer neuen Schule, verschiedene Rollen auszuprobieren. Durch seinen vielen Umzüge hat er schon viele Rollen ausprobiert, weiß von ihrer schwere, so dass er sich dieses Mal etwas ganz besonderes überlegt, soll es doch jetzt auch eine Schule sein, an der er länger bleibt.
Vorher, durch familiäre Verhältnisse, war er dazu gezwungen, immer wieder umziehen zu müssen, ein Umstand, der im Buch erläutert wird. Jetzt sollte diese Reise zu Ende sein, seine neue Heimat, soll es auch für länger bleiben. Wodurch es umso schwieriger wird, sich für eine Rolle zu entscheiden, immerhin muss sie dann sehr lange gespielt werden.

Seine chinesische Herkunft, aber auch der Unterricht zum Thema Buddhismus, bringt ihn auf die Idee, diese beiden Sachen für seine Rolle zu verwenden. Er arbeitet sich langsam in die Rolle ein, liest alles was er zum Thema findet und lebt sich ganz gut in die Rolle ein. Schnell spricht es sich an der Schule rum, dass ein Zen Buddhist unter den Schüler ist, so dass er einen gewissen Kultstatus erlangt. Was aber auch verlangt, dass er in seiner Rolle bleibt und so verselbstständigt sich das Ganze.

Das Buch ist flüssig und leicht geschrieben, manchmal bringen einen vielleicht die Zen Zitate zum stolpern, weil man sie gedanklich in den Text einbauen muss, ihre Sinnhaftigkeit hinterfragt, aber es tut der Geschichte keinen Abbruch, sie bleibt rasant und bis ins letzte Detail wahnsinnig witzig.

Die Charaktere sind einen gleich zu Beginn sympathisch, da sie eindeutig mit ihrer lockeren Art überzeugen können. Die Personen sind klar gezeichnet, haben ihre Schatten und Sonnenseiten, doch ist es die Verbundenheit, die man zu ihnen entwickelt, die letztlich den ausschlaggebenden Punkt geben, dass man sich in der Geschichte wohlfühlt.

Hinter dem Humor versteckt sich aber auch eine Geschichte mit ernsten Hintergrund, es geht darum, seinen Platz in der Welt zu finden, erwachsen zu werden, mit allen Widrigkeiten die einen begegnen können und der Lehre, das Weglaufen nicht immer die Lösung für alles ist.

Fazit:
Ein lockeres und lustiges Buch, über das Erwachsen werden und das Finden der eigenen Identität.

2 Gedanken zu “Buddha-Boy

  1. Von dem Buch hatte ich bisher noch nie etwas gehört. Aber es klingt richtig gut! Endlich mal eine neue Thematik im Jugendbuchbereich. Muss gelesen werden und landet sofort auf meiner Wunschliste 😀
    Danke für diese Empfehlung! 🙂

    • War auch bei mir Zufall, dass ich es gefunden habe, aber es hat mich wirklich völlig überzeugt. Schön, dass dir die Empfehlung einen Wunschlistenzuwachs beschert hat! 🙂

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