Katzenjagd


Titel: Katzenjagd
Originaltitel: Dustbin Cat
Autor: Ingrid Lee
Genre: Kinderbuch ab 10 Jahren
Seiten: 208 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN-10: 3551520305
ISBN-13: 978-3551520302

Erste Sätze:
Die Katze streift ruhelos durchs Haus. Sie kratzte an den Fenstern und Türen. Als der neue Hund sie in die Flanke stieß, fauchte sie und schlug mit der Pfote auf seine Nase. Der Welpe rannte unter das Bett.

Klappentext:
Sie stolpert Billy direkt vor die Füße – total verdreckt, halb verhungert und beinahe blind. Also nimmt Billy die Katze einfach mit nach Hause. Aber heimlich, denn sein Dad darf auf keinen Fall von Conga erfahren. Er hasst Katzen! Und er ist nicht der Einzige. Die ganze Stadt will die herumstreunenden Ruhestörer loswerden. Billy muss Conga um jeden Preis beschützen. Doch wie kann er die Katzenjagd verhindern?

Inhalt:
In der Heimatstadt von Billy sind wilde Katzen ein ziemliches Problem. Die Bürger suchen Händeringen nach einer Lösung, spalten sich in zwei Parteien: die ersten wollen die Katzen erschießen, damit der Spuk endlich ein Ende hat, die anderen stehen komplett dagegen, wollen die Lebewesen nicht einfach so töten.
Während ein Kampf und Diskussionen zu diesen Thema die Stadt in Atem halten, stolpert Billy über die Katze Conga. Völlig verdreckt und verwahrlost findet der Junge die Katze, ignoriert sie zuerst, doch erobert sie schnell sein Herz, so dass er sie mit nach Hause nimmt. Gar nicht mal so ungefährlich, wenn man bedenkt, dass sein Vater zu den Befürwortern gehört, die darauf drängen, die Katzen zu erschießen. So versteckt Billy die kleine Katze in seinem Zimmer und hütet sein Geheimnis streng.
Die Liebe zu Conga hilft ihm, die angespannte familiäre Situation zu erraten. Sein Vater und seine Mutter liegen oft ihn Streit, über die sinnlosesten Dinge, doch beschäftigen sie den Jungen sehr. Durch Conga gelingt es ihm, etwas Abstand zu all seinen Sorgen zu schaffen, doch die Jagd nach den Katzen beginnt zu eskalieren und es kommt sogar soweit, dass Billy um das Leben seiner Katze Conga bangen muss.

Meine Meinung:
Eigentlich habe ich mir ein Jugendbuch erwartet, was sich um Tierliebe dreht, doch es kam ganz anders. Es geht schon um die Liebe zu Katzen, doch auf der anderen Seite hat man auch die Stadtbewohner, die sogar die Tötung in Betracht ziehen würden, nur weil sie sich von den Tieren gestört fühlen. Niemand fühlt sich wirklich verantwortlich für die Ganzen verwahrlosten Katzen, doch eine Lösung hat jeder parat, nur leider gehen die Meinungen stark auseinander, so dass es viel Zündstoff unter der Bevölkerung gibt.

Billy steht auf der Seite der Katzen, zusammen mit zwei Freunden kämpft er darum, dass die Tiere einen Platz haben, an den ihnen nichts geschieht. All ihr Geld geben sie dafür aus, nur um die ganzen Streuner ernähren zu können. Auf der anderen Seite müssen sie hilflos mit ansehen, wie sich eine Bürgerwehr sammelt, die die Tötung aller als Lösung sieht. Billy bekommt die Sache noch eindringlicher mit, da sein Vater eben auch für die Tötung ist, seinen Sohn sogar das Schießen beibringt, damit er ihn dann auch noch dabei helfen kann, Katzen zu töten. Eingeschüchtert, wie mir der Junge erschien, beugt er sich den Willen seines Vater, fährt zum Schießstand, übt, auch wenn es ihn keine Freude bereitet und Katzen, Katzen wird er sowieso nie erschießen, dass steht für ihn schon deutlich fest.

Zwar sind die Katzen das Hauptaugenmerk des Buches, trotzdem spielt auch die Familiensituation von Billy eine wichtige Rolle. Die ständigen Streitereien belasten den Jungen schwer, wobei er es irgendwie auch schon akzeptiert hat, dass jeden Tag bei ihm zu Hause Gebrüll herrscht, er hat sich der Situation gebeugt, durch Conga jedoch erfährt er wieder so etwas wie Zuwendung und Liebe, wie es ihm seine Eltern nicht mehr geben können, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.

Manchmal hat mir auf Grund der Grausamkeit gegenüber Tieren direkt der Atem gestockt, weil sie für ein Kinder/Jugendbuch doch sehr eindringlich beschrieben wurden, aber es ist eigentlich nur so, dass die Wahrheit niedergeschrieben wurde. Sehen sich Menschen gestört von Tieren, die niemanden gehören, ist für sie die Tötung dieser durchaus eine Lösung, immerhin sind es ja nur Tiere, wobei, die eigenen Hauskatzen werden mit Liebe überschüttet.

Die Schrift im Buch ist relativ groß, so dass sich das Buch schnell lesen lässt, wobei man durch die Thematik oft einen kleinen Stopp einlegen muss.

Fazit:
Wie grausam Menschen zu Tieren sein können, wird einen in „Katzenjagd“ schonungslos vor Augen geführt, aber auch Tierliebe kommt nicht zu kurz. Welche Kräfte Katzen haben, wie sie Menschen beeinflussen, findet auch seinen Platz im Buch. Nicht nur für Kinder geeignet, sollte das Buch eigentlich jeder lesen.

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