Wir beide, irgendwann

Titel: Wir beide, irgendwann
Originaltitel: The Future of Us
Autor: Jay Asher, Carolyn Mackler
Genre: Jugendbuch ab 12 Jahren
Seiten: 400 Seiten
Verlag: cbt
ISBN-10: 357016151X
ISBN-13: 978-3570161517

Erste Sätze:
Ich kann heute nicht mit Graham Schluss machen, obwohl ich meinen Freunden angekündigt habe, dass ich es bei nächster Gelegenheit tun würde. Stattdessen verstecke ich mich in meinem Zimmer und nehme meinen neuen Computer in Betrieb, während er im Park auf der anderen Straßenseite Ultimate Frisbee spielt.

Klappentext:
Was wäre, wenn …
ich dich heute küsse?
Eine etwas andere Liebesgeschichte von zwei Menschen, deren Zukunft ihre Gegenwart verändert.

Inhalt:
1996 bekommt Emma ihren ersten Computer mit Internetzugang geschenkt. Josh, der Nachbarsjunge und ein guter Freund, schenkt ihr eine CD-Rom mit Internetfreiminuten.
Emma installiert dieses Programm auf ihren Computer, meldet sich im Internet an und kommt auf eine Seite, die ihr so gar nichts sagt: Facebook. Dort findet sie ihr Profil, bekommt einen Einblick wie ihr Leben in 15 Jahren aussieht. Geschockt stellt sie fest, dass sie arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird, wohingegen Josh eine Traumfrau und einen wunderbaren Job am Start hat.
Jetzt wo Emma ihre Zukunft kennt, will sie etwas ändern, nicht ohne Gegenwehr ihr Schicksal akzeptieren. Schnell stellt sie fest, dass jede bewusste Änderung in der Gegenwart, Auswirkungen auf die Zukunft hat – die Veränderungen kann sie auf ihrem Facebook-Profil beobachten, doch nicht nur ihre Zukunft wird anders, auch die von Josh verändert sie, obwohl er doch zufrieden damit ist. Zufrieden ist Emma jedoch nie, so spielt sie ihr Spiel mit der Zukunft bis zum Äußersten, vergisst Josh und auch, dass nicht alles planbar ist.

Meine Meinung:
Das Thema zum Buch ist wahnsinnig interessant und definitiv noch niemals behandelt worden. Wie hätten Menschen vor 16 Jahren Facebook gesehen? Für uns gehört es nahezu schon zum täglichen Leben, aber wie reagiert jemand darauf, der es noch nicht kennt? Es war wirklich witzig, dieses Internetphänomen mal aus dieser Sichtweise zu betrachten, weil es auch zeigt, wie sehr unser heutiges Leben von dieser Seite bestimmt wird.  Das Thema ist wirklich gelungen und auch die Umsetzung kann sich sehen lassen.
Emma sieht ihre Zukunft vor sich und beschließt, dass sie damit nicht zufrieden sein kann, weil es einfach nur trostlos ist. Sie strebt nach dem perfekten Leben, aber wo sie zu Beginn noch die Arbeitslosigkeit und die unglückliche Ehe gestört haben, werden es dann die kleinen Dinge, die ihre Unzufriedenheit erwecken.

Falls sie etwas vor mir verbirgt, kann es dabei nur um eines gehen. Um ihre Zukunft. Doch wenn sie sich heimlich daranmacht, ihre Zukunft zu verändern, dann könnte sie ungewollt auch meine Zukunft beeinflussen. Und mir gefällt meine Zukunft! Wenn sie heute einen Stein ins Wasser wirft, werden die Kreise, die er zieht, immer größer. Wie eine sanfte Böe, die sich binnen fünfzehn Jahren zu einem Sturm auswachsen könnte. (Seite 137)

In ihre Facebookentdeckung weiht sie Josh, ihren Nachbarn, ein. Er war in Emma verliebt, sie hat ihn allerdings abblitzen lassen, was einen Bruch in der Beziehung gegeben hat und doch ist er die einzige Person, der sie von Facebook erzählt. Auch wenn es keine wirkliche Liebesgeschichte im Buch gibt, so bekommt man eine gewaltige Portion Freundschaft präsentiert. Sicherlich gibt es zwischen den beiden Streitigkeiten, aber trotzdem verbindet sie ihr gemeinsames „Geheimnis“.
Es war interessant zu sehen, wie beide unterschiedlich auf ihre Zukunftsperspektiven reagieren. Kalt haben sie keinen gelassen, doch ist es Emma, die komplett verfällt und durch ihren Änderungswahnsinn, ohne Rücksicht auf Josh, auch sehr egoistisch geschildert wird. Sonderlich gemocht habe ich sie das ganze Buch über nicht, eben weil sich ihre Welt immer nur um sich selbst gedreht hat. Josh hingegen hat mich eingenommen, seine ruhige und besonnene Art springt auf den Leser über.

Für meinen Geschmack, hätte es ein bisschen mehr Facebook-Einträge geben können. Zwar lesen Josh und Emma was beide so in der Zukunft schreiben, aber es waren wirklich nur ein paar Statusse und ich hätte einfach gerne einen tieferen Einblick gehabt, weil das Buch ja eben genau von den Reaktionen darauf lebt. Emma liest etwas aus der Zukunft und handelt eben dann in diese Richtung, deswegen wäre es schön gewesen, hätte man mehr darüber erfahren.

Es passiert schon einiges im Buch, so dass man an der Geschichte dranbleibt, wobei sicherlich auch der Schreibstil eine große Rolle spielt. Er nimmt einen gefangen, lässt sich flüssig und schnell lesen.
Das Ende ist relativ offen gehalten, man hat zwar einen Abschluss der Geschichte, trotzdem bleiben viele Fragen, deren Antworten einfach interessant gewesen wären, aber nun ja, was in der Zukunft passiert, dass kann man halt niemals wissen.

Fazit:
Ein grandioses Thema, was einem den Irrsinn von Facebook aufzeigt. Für zwischendurch ein schönes Buch, den es eventuell ein bisschen an Tiefgang fehlt – trotzdem: lesenswert!

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