Das Leben, das uns bleibt

Titel: Das Leben, das uns bleibt
Originaltitel: This World we live in
Autor: Susan Beth Pfeffer
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Seiten: 272 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN-10: 3551582750
ISBN-13: 978-3551582751

—Ab hier bitte nur weiterlesen, wenn ihr die ersten beiden Teile schon gelesen habt!—

Erste Sätze:
Ich zittere, aber ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass gerade etwas Seltsames passiert, an dem, was ich geträumt habe, oder nur daran, dass ich in der Küche bin, weit weg vom warmen Ofen. Es ist 1:15 Uhr, wir haben Strom, und ich schreibe zum ersten Mal seit Wochen wieder Tagebuch.

Klappentext:
„Was ist Sonnenlicht“, fragte Rachel.
Ich wollte es ihr beschreiben. Doch ich konnte mich plötzlich nicht mehr erinnern, wie der Himmel ausgesehen hatte, bevor er von den Aschewolken verdeckt wurde. Ich wusste nicht mehr, wie blauer Himmel und grünes Gras und gelber Löwenzahn aussahen. Die Worte – Grün, Gelb, Blau – waren noch in meinem Kopf, aber hätte man mir eine Farbtafel vorgehalten, hätte ich bestimmt Rot mit Blau und Lila mit Gelb verwechselt.
Die einzige Farbe, die ich noch kenne, ist Grau. Grau wie die Asche, der Schmutz und die Trauer.

Inhalt:
Gut ein Jahr ist es her, seit der Mond durch einen Asteroiden aus der Umlaufbahn geworfen wurde. Ein Jahr, welches durch Katastrophen geprägt wurde und viele Opfer gefordert hat.
Miranda und ihre Familie sind den Tod knapp entronnen, doch noch immer herrscht ein Ausnahmezustand. Die Lebensmittelrationen werden knapper, Elektrizität gehört noch zur Mangelware und an ein normales Leben ist nicht zu denken. Durch Plünderungen halten sich Miranda, ihre Brüder und ihre Mutter über Wasser, allerdings wird die Situation um einiges schwieriger, als eines Tages ihr Vater samt neuer Frau, gemeinsamen Kind und noch drei fremden Personen bei ihnen auftauchen und Unterschlupf suchen. Schon selbst nicht genug zum Essen, müssen die Rationen jetzt auch noch unter mehr Menschen aufgeteilt werden und auch der Platz im Haus ist eng.
Gemeinsam müssen alle versuchen zu überleben, Hürden zu nehmen und ihr Leben wieder erträglich zu gestalten, was sich als alles andere als leicht herausstellt.

Meine Meinung:
Abschluss einer Trilogie, immer eine spannende Sache, obwohl, mir ist zu Ohren gekommen, dass es noch einen vierten Teil geben sollte, was ich gut verstehen könnte, denn auch nach Abschluss von „Das Leben, das uns bleibt“, gibt es noch Fragen, die offen bleiben, weil eine Katastrophe nun mal nicht von heute auf morgen vorbei ist.

Die Geschichte selbst ist gut konstruiert und bringt die beiden Hauptdarsteller der ersten beiden Bände zusammen. Man befindet sich mit Miranda und ihrer Familie in ihrem Haus, erfährt, was nach dem ersten Band ungewiss war, dass sie den harten Winter überlebt haben. Als ihr Vater auftaucht, hat er Alex und seine Schwester im Schlepptau und so erfährt der Leser auch, was im zweiten Band ungewiss war.
Somit vereint sich alles im letzten Teil der Trilogie, doch ein Ende ist noch nicht wirklich abzusehen. Die Welt versinkt immer noch im Chaos, um das tägliche Überleben muss gekämpft werden, nur eben jetzt gemeinsam.

Der Stapel war ungefähr sechs Leichen hoch und pyramidenförmig – unten lagen mehr Tote als oben. Er war aber nicht gleichmäßig geformt. An einigen Stellen lag der Schnee höher als an anderen, so dass der Haufen ziemlich unordentlich aussah. Die Kälte hatte alles konserviert. Unten ragten überall Hände und Füße vor, weiter oben auf Köpfe. (Seite 47)

Teil eins der Dystopien war für mich ein wahres Highlight, eindringlicher Schreibstil, liebenswerte Charaktere und ein durchaus nachvollziehbares Horrorszenario, Band zwei war schwächer, wenn auch brutaler, trotzdem konnte mich besonders Alex nicht sonderlich überzeugen und so komm ich bei Band drei zu einer Mischung. Einerseits mag ich Miranda wahnsinnig gerne, andererseits bleibt Unverständnis für Alex übrig. Dieser Zwiespalt zwischen Sympathie und Antisympathie beeinflusst auch die Geschichte, wobei sie aus Mirandas Sicht erzählt wird, was wieder ein sehr positiver Aspekt ist und somit das Buch doch zu einem guten Abschluss bringt.

Es geht in allen Teil zwar ums Überleben, allerdings wird nicht immer das Selbe erzählt. Die Umstände ändern sich, nach einem Jahr ist die Dramatik teilweise eine andere, man wird vor neue Probleme gestellt, findet aber auch Lösungen, so dass sich das Buch gut und interessant lesen lässt.

Für mich persönlich war „Die Verlorenen von New York“ (Band zwei) der, mit der meisten Brutalität, Grausamkeit und Eindringlichkeit, was mir jetzt ein bisschen gefehlt hat, aber es sei gesagt, die Situation an sich bleibt tragisch, mit ganz vielen Horrorszenen gespickt, nur eben nicht so ausführlich wie erwartet.

Fazit:
Ein guter und spannender Abschluss der Trilogie, wobei ich still noch hoffe, dass doch noch ein Folgeband erscheint, weil die Frage und der Ausgang, wie die Katastrophe das Leben aller längerfristig beeinflusst, noch lange nicht geklärt ist.

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