[Film] Die Einsamkeit der Primzahlen

©amazon

Titel: Die Einsamkeit der Primzahlen
Originaltitel: La solitudine dei numeri primi
Laufzeit: 119 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Saverio Costanzo
Drehbuch: Paolo Giordano, Saverio Costanzo
Darsteller: Alba Rohrwacher, Luca Marinelli, Isabella Rossellini

Meine Meinung:
Der Film wird aus 3 verschiedenen Perspektiven erzählt, die sich alle zusammen um Mattia und Alice drehen. Man lernt sie als ca. 8 jährige Kinder kennen, befindet sich aber im Wechsel zwischen der Kindheit, danach der Jugend (ca. 14 Jahre) und letztlich im Erwachsenenalter von 24 Jahren. Es wird einem aufgezeigt, welche Auswirkungen die in der Kindheit erlebten Traumatas jeweils auf die einzelne Person haben. Alice hat einen schweren Unfall beim Schifahren und hinkt seit diesem Zeitpunkt, was sie später zu einer leichten Angrifffläche für ihre Mitschüler macht. Mattia verliert seine Zwillingsschwester unter tragischen Umständen, an welchen er sich die Schuld gibt und die ihn in eine Lethargie zwängen, die er nicht abzulegen vermag.

Damit wäre der Ausgangspunkt des Filmes und des dazugehörigen, gleichnamigen Buches von Paolo Giordano erzählt, die Geschichte wickelt sich um diese Fakten und lässt den Zuschauer ein wenig in das Leben der beiden abtauchen, zwischen denen sich im Laufe ihres Lebens übrigens eine Freundschaft entwickelt, also die einzelnen Geschichten, sind immer mit dem anderen Protagonisten verknüpft, zumindest ab dem Jugendalter.

©comingsoon.it

Was ich mich frage ist, ob jemand, der das Buch nicht gelesen hat, genauso mitkommt, wie jemand der es gar nicht kennt. Die Erzählweise ist doch sehr schwammig, springt oft hin und her, verheddert sich darin, dass die Verantwortlichen vermutlich einfach extrem tiefgründig sein wollten, was ihnen in meinen Augen jedoch nicht ganz gelingen mag. Wichtig ist sicherlich, dass man bei dem Film aufmerksam ist, ansonsten verliert man schnell den roten Faden und es wird noch anstrengender zu folgen, aber auch wenn die Aufmerksamkeit vorhanden ist, bleibt es ein relativ schwieriges Unterfangen.

Auf psychologischer Ebene ist mir der Film nicht ausgefeilt genug, man hätte aus den Gegebenheiten des Traumas viel mehr machen können. Mattia ist ausgefeilter, bei ihm spürt man die Schwere mehr, Alice ist eher nicht fassbar, ihrem Charakter fehlt es generell mehr an Facetten, sie bleibt immer nur ein Schatten ihrer selbst und gegen Ende hin, wenn man vermuten könnte, da würde noch was komme, da ist der Film aus.

Ein Film steht und fällt mit seinem Ende und „Die Einsamkeit der Primzahlen“ kippt ins Bodenlose. Wollten die Verantwortlichen besonders kreativ sein? Kunst ist ja immer Interpretationssache, aber für mich war der Schluss ein Reinfall. Das Ende, die letzten ca. 30 Minuten, macht noch einmal einen Sprung, von den 24 jährigen Protagonisten, wird ihr Leben „sieben Jahre später“ erzählt und zumindest bei Alice muss es eine harte Zeit gewesen sein, allerdings erfährt der Zuschauer nichts. Wo vorher Mattia eher der stärker traumatisierte war, scheint es danach umgekehrt zu sein, aber die Frage „warum?“ bleibt. Es bleiben sowieso viel zu viele Fragen offen, genauso schwammig wie die Erzählweise war, schließt der Film auch. Normalerweise hätte ich ihm 3 Sterne gegeben, für eine gute Unterhaltung, aber durch das Ende bleibt mir nichts anderes übrig, als nochmals auf 2 Stern zu wechseln.

Fazit:
Wirre Erzählweise, Unmengen an unbeantworteten Fragen, facettenlose Charaktere und leider absolut gar nichts für mich.

Übrigens:
Schon das Buch hat bei mir keine Begeisterungsstürme ausgelöst, eventuell ist es für Liebhaber des Buches doch ein sehenswerter Film.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s