Ein plötzlicher Todesfall

Titel: Ein plötzlicher Todesfall
Originaltitel: The Casual Vacancy
Autor: J.K. Rowling
Genre: Belletristik
Seiten: 576 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN-10: 3551588880
ISBN-13: 978-3551588883

Erste Sätze:
Barry Fairbrother wäre lieber zu Hause geblieben. Er hatte schon  das ganze Wochenende Kopfschmerzen und wollte auf keinen Fall den Redaktionsschluss der Lokalzeitung verpassen.

Inhalt:
Die Geschichte spielt in der Gemeinde Pagford, ein kleines Dörfchen, in dem jeder noch jeden kennt, so kennt man auch Barry Fairbrother, Mitglied des Gemeinderates, ist umso bestürzter, als man von seinen plötzlichen Todesfall hört.
Neben der Bestürzung wird allerdings auch ein Platz im Rathaus frei, was zwei Parteien auf den Plan bringt. Solche, die Barry Fairbrothers Weg weiterbeschreiten möchten und solche, die genau das Gegenteil erreichen wollen. Ein Krieg bricht unter den Bürger aus, während das Leben weitergeht und seine Schwere für niemanden verliert.

Meine Meinung:
Was wurde nicht schon alles über das Buch geschrieben, von Lobhymnen bis zu tiefsten Enttäuschungen, alles war dabei. Für mich ist es letztlich ein grundsolider Roman, der sich sehen lassen kann. Was nur jedem klar sein muss, es ist kein Harry Potter, kann es auch gar nicht sein, die Genres sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht, doch wenn J.K. Rowling etwas kann, dann schreiben. Sie versteht es, mit Worten umzugehen, sie in eine melodische Reihenfolge zu geben, so dass es einfach eine Freude ist, ihre Geschichte zu lesen.

Im Buch findet man zig Charaktere vor, die einen alle einen Einblick in ihr Leben gewähren und zugegeben, zu Beginn des Buches, die ersten 100 Seiten, sie sind zäh, verwirrend und nicht der gelungene Einstieg, aber man findet sich zurecht, irgendwann kann man die Geschichten in die richtige Reihenfolge bringen und ihnen auch folgen. Man sollte dem Buch nur wirklich diese Chance auch geben und sich durchbeißen, denn es lohnt sich.

Vom Inhalt klingt es jetzt ein wenig politisch, was schon vorkommt, aber nicht in einem Politroman endet, es ist mehr nur ein Nebenstrang, der eingearbeitet wurde und auch eine wichtige Rolle spielt, aber eben nur nebenher. „Ein plötzliches Todesfall“ ist, wie schon oft erwähnt, eher eine Gesellschaftsstudie. Man hat wirklich alle Schichten im Buch versammelt, sei es der Ladenbesitzer oder die Tochter einer Drogenabhängigen. Sie alle spielen eine zentrale Rolle und finden ihren Platz, abwechselnd bekommt man einen Einblick in die unterschiedlichen Leben, lernt dadurch auch die Charaktere lieben, oder eben zu hassen. Die einzelnen Lebensgeschichten sind authentisch beschrieben, passen in das konservative Dorfleben, was man in Pagford vorfindet. Irgendwo las ich, das Buch sei düster und deprimierend, jein, für mich ist es einfach sehr realitätsnah, wenn auch das Hauptaugenmerk auf die negativen Dinge gerichtet ist.

Kritik gibt es auch, wenn es auch nicht wirklich unbedingt kritisch gemeint ist, so kam es mir doch vor, dass manche Protagonisten besser und intensiver ausgearbeitet waren, als jetzt vielleicht andere, was sich bei mir auswirkte, dass ich einfach Lieblingshandlungsstränge hatte, die ich mit mehr Interesse verfolgt habe als andere.  Für eine Gesellschaftsstudie waren mir auch manche Problematiken nicht sonderlich gut ausgearbeitet, andere wiederum schon, es ist einfach ein Kontrastprogramm, manchmal überzeigt eine Lebensgeschichte komplett, manchmal nicht.

Fazit:
Ein richtig gut geschriebener Roman, der nur minimale Kritikpunkte aufweist und meines Erachtens gelungen ist, sich nicht hinter Harry Potter verstecken muss.

Ein Gedanke zu “Ein plötzlicher Todesfall

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