Die Glasglocke

Die Glasglocke

Titel: Die Glasglocke
Originaltitel: The Bell Jar
Autor: Sylvia Plath
Genre: Belletristik/Klassiker
Seiten: 262 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
ISBN-10: 3518456768
ISBN-13: 978-3518456767

Erste Sätze:
Es war ein verrückter, schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektischen Stuhl kamen und ich nicht wußte, was ich in New York eigentlich wollte. Bei dem Gedanken an Hinrichtungen wird mir immer ganz anders.

Klappentext:
Es war ein verrückter, schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektischen Stuhl kamen und ich nicht wußte, was ich in New York eigentlich wollte.

Inhalt:
Die 19-jährige Collegestudentin  Esther Greenwood , die für ein Praktikum im New York der 50er Jahre wohnt, versucht sich selbst zu finden und gleitet bei dieser Suche in eine schwere Depression ab. Sie will nicht, wie es zu der Zeit Regel war, die nette Ehefrau eines Mannes werden, ihre Karriere hinten anstellen, für Haushalt und Kinder leben. Jedoch fühlt sie sich auch unsicher, eigene feste Schritt zu wagen, wirklich in die andere Richtung zu steuern, ihre innerliche Zerrissenheit, die Ablehnung an einem College und eine tiefe Verlorenheit gipfeln letztlich in einem Selbstmordversuch, der sie in eine Nervenheilanstalt bringt.

Meine Meinung:
Es ist wirklich schwer, einen hochgelobten Klassiker zu kritisieren, aber ich persönlich muss einfach feststellen, dass nichts was ich über das Buch gelesen habe, wirklich zutrifft.

Der Beginn ist, wenn man so sagen möchte, langatmig, allerdings aber auch eine Art ausführliche Einleitung. Man lernt Esther Greenwood und ihre Arbeit in New York kennen. Liest von Parties, zu denen sie sich ihrer Arbeitskolleginnen wegen hinreißen lässt, von Liebe, die von Esthers Seite ziemlich blockiert wird und lebt sich einfach mal in die Welt des Mädchens ein. Mit diesen Schilderung ist die Hälfte des Buches befüllt, die psychische Erkrankung tritt erst in der anderen Hälfte auf.

In Rezensionen las ich von Worten wie: destruktiv, wahnsinnig, bedrückend, niederschmetternd – nicht bei Depressionen zu lesen! Die Worte klingen schön reißerisch, anschließen kann ich mich ihnen nicht. Darin sehe ich nämlich den großen Minuspunkt des Buches – es berührt nicht. Die Gefühle, sie sind irgendwo oberflächlich eingeflechtet und haben bei mir keinerlei emotionale Regung ausgelöst. Sylvia Plath hat, wie viele vielleicht wissen, sich selbst das Leben genommen, weshalb sie vermutlich wusste, worüber sie schrieb, aber alleine durch diesen Aspekt wurden die Worte für mich nicht eindringlicher.

Die Behandlungsmethoden der damaligen Zeit sind furchtbar (Elektroschocks), zu dieser Einsicht kommt der Leser relativ schnell, allerdings ist da eine Distanziertheit und Kühle an Esther, dass ich da nicht mitleiden konnte. Mein Verstand sagte mir: schreckliche Dinge, aber im Herzen, da kam die Botschaft nicht an. Finde auch, dass die Beschreibung der Depression keinen Informationscharakter besitzt. Würde das Buch jetzt niemanden empfehlen, wenn er wissen wollen würde, wie Menschen eine Depression erleben, dafür ist es für mich zu aussagelos.

Für mich der ausdrucksstärkste Satz im ganzen Buch:
Aber als es so weit war, sah die Haut an meinem Handgelenk so weiß und wehrlos aus, daß ich es nicht fertigbrachte. Es kam mir vor, als wäre das, was ich töten wollte, nicht in dieser Haut oder in diesem schwachen blauen Puls, der unter meinem Daumen pochte, sondern woanders, tiefer, versteckter und viel schwerer zu erreichen. (Seite 156)

Sylvia Plath ist eine interessante Persönlichkeit, weshalb ich schon eine Biografie von ihr gelesen und geliebt habe, aber „Die Glasglocke“ ist, wenn ich es so dreist sagen darf, für mich überbewertet. Es ist eine interessante Geschichte, aber ihr fehlt es eindeutig an emotionaler Tiefe, da hat mich das Buch einfach nicht erreichen können. Schriftstellerisch braucht man nicht diskutieren, da ist es ein grundsolides Werk und man merkt, dass die Autorin ihr Handwerk verstand.

Fazit:
Mich hat das Buch leider emotional überhaupt nicht erreicht und ich kann die Faszination gegenüber dem Werk nicht verstehen.

dfghjklü

3 Gedanken zu “Die Glasglocke

  1. Wow, das ist mutig. Ich habe es vor langer Zeit gelesen und anders empfunden. Aber es gibt nun mal unterschiedliche Geschmäcker – auch ich kann bei vielen Klassikern nicht verstehen, was die Leute daran finden!

    • Es fiel mir ehrlich gesagt nicht leicht, weil ich Sylvia Plath als Person mag, aber es war seltsam, das Buch hat mich sowas von überhaupt nicht berührt, schön aber, wenn man sieht, dass es bei anderen anders ist. Klassiker sind allerdings sowieso nicht meine Welt.

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