Delirium

Delirium
Titel: Delirium
Originaltitel: Delirium
Autor: Lauren Oliver
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Seiten: 416 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN-10: 3551582327
ISBN-13: 978-3551582324

Erste Sätze:
Es ist jetzt vierundsechzig Jahre her, dass der Präsident und das Konsortium die Liebe als Krankheit identifiziert haben, und vor dreiundvierzig Jahren haben die Wissenschaftler ein Heilmittel dagegen entwickelt. In meiner Familie haben alle den Eingriff bereits hinter sich. Meine ältere Schwester Rachel ist jetzt seit neun Jahren gesund. Sie ist schon so lange gegen die Liebe immun, dass sie sagt, sie erinnere sich noch nicht einmal mehr an ihre Symptome.

Klappentext:
Sie können Mauern bis zum Himmel bauen, und ich werde doch darüber hinwegfliegen. Sie können mich mit hunderttausend Armen festhalten, und ich werde mich doch wehren. Und es gibt viele von uns da draußen, mehr als ihr denkt. Menschen, die in einer Welt ohne Mauern leben und lieben. Menschen, die gegen Gleichgültigkeit und Zurückweisung anlieben, aller Vernunft zum Trotz und ohne Angst.

Inhalt:
Die 17-jährige Lena lebt in einer Welt, in der Liebe als eine der schwersten Krankheiten gilt, an der ein Mensch erkranken kann. Vor Amor deliria nervosa, so der Fachausdruck, werden die Menschen seit jeher gewarnt, die Schlechtheit der Welt wird auf die Krankheit zurückgeführt, so dass das Bestreben der Gesellschaft darin besteht, die Krankheit auszulöschen.
Mit 18 Jahren müssen sich alle Menschen einen Eingriff unterziehen, der sie gegen die Liebe immun macht. Lena steht kurz vor diesem, freut sich riesig darauf endlich erwachsen zu werden. Ihr Leben selbst ist von der Liebe gezeichnet, war ihre Mutter doch an der tückischen Krankheit erkrankt. Lena kennt die Gefährlichkeit und sieht dem Eingriff erwartungsvoll entgegen.
Alles könnte so harmonisch sein, wenn ihre Freundin Hana sie nicht ständig bedrängen würde, die letzte Zeit noch richtig auszukosten, nach der Operation werden die Menschen emotionstaub, können keinerlei große Regungen mehr zeigen. Bei einem dieser Abenteuer treffen Hana und Lena auf den geheimnisvollen Alex, es geschieht dass, wovor Lena sich immer gefürchtet hat, sie verliebt sich.

Meine Meinung:
Das Cover alleine ist schon so ein richtiger Eyecatcher, so dass man unweigerlich schon mal zum Buch greift. Die Inhaltsangabe lässt eine Dystopie erwarten, wie es auf den Markt momentan viele gibt, aber Liebe als Krankheit, das ist neu und an der Umsetzung lässt sich nicht viel rummeckern. Die Grundstruktur einer Dystopie, stark strukturierte Gesellschaft, Unterdrückung, Ausgestoßene, Liebesgeschichte, dass finde man alles im Buch vor, weshalb man jetzt nicht unbedingt sagen könnte, die Geschichte wäre tatsächlich neu, aber sie ist gut geschrieben und dass ist schon viel wert.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der 17-jährigen Lena, die einen langsam in das System einführt, in dem sie lebt. Die Regeln sind klar gekennzeichnet und der Leser findet sich schnell in der Welt zurecht, findet es sogar plausibel, wie Liebe als Krankheit anerkannt wird. Lena selbst ist, wie sie selbst sagt, weder besonders hübsch, noch sonst irgendwie auffallend, was im Buch ein wenig ein Störfaktor wird, weil sie immer wieder betont, wie unsicher und durchschnittlich sie sich fühlt – fühlen ja, aber als Leser nimmt man es ihr einfach nicht ab, sympathisch wird einem das Mädchen auch nicht sonderlich, mehr treibt sie eher an einem vorbei.

Der Mensch im Naturzustand ist unberechenbar, sprunghaft und unglücklich. Erst wenn seine animalischen Triebe unter Kontrolle gebracht sind, kann er verantwortungsbewusst, verlässlich und zufrieden leben. – Das Buch Psst (Seite 206)

Das Buch dreht sich darum, das Liebe eine Krankheit ist, deswegen geht es natürlich auch um Liebe, aber es steht nicht im Vordergrund, mich als unromantische Person hat das ganze Szenario nicht gestört, mehr schien es mir so, als wäre es eine Geschichte darum, sein zu dürfen, was man einfach ist, ohne sich an unsinnige Regel halten zu müssen.

Von den Charakteren hat mich jetzt niemand wirklich angesprochen, sie sind alle gut beschrieben und ausgebaut, aber einfach nicht auf der Ebene, dass man mit ihnen mitfühlen könnte, da fehlt mir doch noch ein ganzes Stück.

Bei „Delirium“ handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, der schon seine Spannungselemente in sich trägt, einen die Welt ohne Liebe vor Augen führt, definitiv aber noch ausbaufähig ist, es bleibt abzuwarten, wie die Geschichte sich weiterentwickelt, klar ist, dass man weiterlesen muss, nach dem offenen Ende bleiben einfach viel zu viele unbeantwortete Fragen übrig, die einfach nach Antworten verlangen.

Fazit:
Für den Auftakt einer Trilogie gut gelungen, wenn es auch sicherlich noch ein paar Baustellen gibt, so hat mich das Buch positiv überrascht
4 Sterne

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