Und Gott sprach: Wir müssen reden!

Und Gott sprach Wir müssen reden

Titel: Und Gott sprach: Wir müssen reden!
Autor: Hans Rath
Genre: Belletristik
Seiten: 272
Verlag: Wunderlich
ISBN-10: 3805250444
ISBN-13: 978-3805250443

Erste Sätze:
Mitten in der Nacht steht meine Exfrau vor der Tür.
„Was ist passiert?“, frage ich entgeistert.
„Ich brauche deine Hilfe. Meine Ehe steht auf der Kippe.“
„Deine aktuelle Ehe?“, stottere ich und streiche mir verwirrt durchs Haar.
„Natürlich meine aktuelle Ehe“, erwidert sie patzig. „Welche denn sonst? Unsere Ehe ist seit drei Monaten geschieden. Da kann nix mehr kippen.“

Klappentext:
Jakob Jakobi hat das Glück verlassen – wenn der Psychotherapeut denn je welches hatte.

Geschieden, pleite, beruflich gescheitert und eine blutige Nase vom Neuen seiner Ex: So gebeutelt trifft Jakobi auf Abel Baumann, einen ebenfalls glücklosen Zirkusclown. Der leidet offenbar an einer kuriosen Persönlichkeitsstörung, denn er hält sich für Gott. Und sucht einen Therapeuten.

Jakob ist fasziniert von den vielfältigen, aber seiner Meinung nach komplett irdischen Talenten des sympathischen Spinners. Doch bald ist der Psychologe nicht mehr so sicher, mit wem er es wirklich zu tun hat. Und wer hier eigentlich wem hilft…

Inhalt:
Dr. Jakob Jakobi ist ein erfolgloser Psychotherapeut, den die Klienten ausbleiben, was ihn abhängig gegenüber seiner Ex-Frau macht, die durch ein Erbe finanziell ausgesorgt hat. Schlimmer könnte es nicht sein, aber absurder auf jeden Fall. Im Krankenhaus trifft Jakob auf Abel Baumann, der selbst von sich behauptet Zirkusartist zu sein, aber auch Gott höchstpersönlich. Gott ist in einer Krise, der mit seiner Schöpfung unzufrieden ist und deswegen den Therapeuten um eine Gesprächstherapie bittet. Wie soll man zu Gott schon nein sagen – Jakobi sagt zu und erlebt das Abenteuer seines Lebens.

Meine Meinung:
Irgendwo hatte ich in meinem Kopf abgespeichert, dass Hans Rath Autor von humoristischen Büchern ist, weshalb ich genau diese Erwartungshaltung hatte, die sich allerdings nicht bestätigte, also „ Und Gott sprach: Wir müssen reden!“ ist schon ein amüsantes kleines Büchlein, aber es sprüht jetzt nicht so vor Witz, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut.

Die Geschichte selbst ist einfach gestrickt, allerdings auch sehr spannend, weil man sich selbst immerzu fragt, ob man jetzt tatsächlich Gott vor sich hat, oder wirklich nur irgendeinen Spinner. Zu viele Indizien, die es einen schwer machen, zu entscheiden woran man ist, was dem Buch aber gut tut, so bleibt man dran, verfolgt die Geschichte aufmerksam und gerne.

Psychologisch betrachtet ist das Ganze natürlich völliger Unsinn, weil zwischen Jakob und Abel keine wirkliche Therapiesituation stattfindet, klar wird ein Leben erzählt, aber die Umstände sind schon sehr absurd. Mit seinem Therapeuten auf einem Dach sitzen und Wein trinken, oder eine gemeinsame Zugfahrt, sind schon Dinge, die man in einer Psychotherapie nicht vorfinden wird, aber gut, die Therapie von Gott ist wohl anders zu führen. Fand ich jetzt auch nicht schade, sicherlich hätte ich mir ein paar mehr therapeutische Aspekte gewünscht, aber ehrlich gesagt, war die Hoffnung darauf schon vor Beginn des Lesens eher gering.

Die Charaktere, besonders Abel, sie bleiben ein wenig distanziert, zumindest konnte ich nicht gleich eine Verbindung mit ihnen aufnehmen, was aber vermutlich natürlich ist, weil man sich bei Abel sowieso nie sicher sein kann, woran man da eigentlich ist. Jakob andererseits ist einem da schon ein bisschen näher, weil man einen detaillierteren Einblick in sein Leben erlangt und trotzdem bleibt da irgendwie eine unüberbrückbare Kluft.

In einigen Rezensionen las ich, das Buch sei tiefgründig – würde ich jetzt so nicht unterschreiben, natürlich, gewisse Szenen regen durchaus zum Nachdenken an, aber eine wirkliche Tiefgründigkeit konnte ich nicht entdecken. Mehr ist es ein Wohlfühlbuch, was sich locker und leicht lesen lässt, einen glücklich zurücklässt, allerdings auch schnell wieder vergessen ist.

Fazit:
Ein unterhaltsames Buch, was in der kalten Jahreszeit das Herz erwärmt.
4 Sterne

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