Oh.Mein.Gott.

Oh mein Gott

Titel: Oh.Mein.Gott.
Originaltitel: There is no Dog
Autor: Meg Rosoff
Genre: Jugendbuch ab 15 Jahren
Seiten: 240 Seiten
Verlag: S. Fischer Verlag
ISBN-10: 3100660706
ISBN-13: 978-3100660701

Erste Sätze:
Himmlisch, einfach himmlisch! Und noch mal himmlisch. Die Sonne scheint warm und golden auf Lucys Gesicht und Arme. Die hellen frischen Blätter entrollen sich so schnell, dass Lucy fast die kleinen Seufzer hört, wenn sie sich öffnen. Vögel zwitschern und tirilieren in ihre sozialen Netzwerke wie Büromenschen, die nach passenden Partnern suchen. Ein paar beschwipste Wolken tüpfeln den lieblichen blauen Himmel. Die Welt taumelt, trunken vor Glück.

Klappentext:
Am Anfang war Bob. Und Bob schuf den Himmel und die Erde und die Tiere auf den Feldern und im Meer und fünfundzwanzig Millionen andere Arten, darunter auch haufenweise wunderhübsche Mädchen. Und all das schuf er in sechs Tagen. Sechs Tage!

Sechs Tage! Herzlichen Glückwunsch, Bob!
Kein Wunder, dass die Erde so ein Durcheinander ist.

Inhalt:
Gott heißt eigentlich Bob und ist ein 19-jähriger Teenager, der es liebt zu schlafen und auch sonst eher nicht viel unternimmt, außer an Sex zu denken. Nur einmal, da schuf er in 6 Tagen eine ganze Welt, wobei ihn diese Erfindung heutzutage nur noch langweilt. Sein Interesse gilt jetzt mehr Lucy, dem schönsten Mädchen was er je gesehen hat. Liebe kann Berge versetzen, aber auch die ganze Welt ins Chaos stürzen, wenn es Gott ist, der seinen Gefühlen nachhängt.

Meine Meinung:
Die Idee klingt ganz nett: ein Teenager als Gott, mit all den Problemen und Sehnsüchten, die halt in der Pubertät aufkommen, doch mehr als eine nette Idee wird es nicht, nein, eigentlich ist es ein komplettes Desaster.
Satiren auf Gott können lustig sein, wenn man eine Gestalt schafft, die irgendwie ansprechend ist, aber Bob ist einfach nur ein egoistisches, arrogantes, man verzeihe mir, Arschloch.  Man liest das Buch und hasst ihn mit jeder Seite mehr, weil er sich nur darum kümmert, was ihn betrifft.

Eine Kostprobe:
Das viele Nachdenken frustrierte ihn. Es gab so viel zu organisieren. Wenn Mr. B eine richtige Hilfe wäre, würde er seinen hektischen Terminplan, bestehend aus kranken Kindern und vergewaltigten Frauen oder was immer gerade das Heulthema der Woche war, für ein paar Minuten vergessen und sich um ich kümmern (Seite 160)

Und so geht es das ganze Buch dahin, egal mit welchen Schrecklichkeiten die Welt gerade konfrontiert wird, Bob schiebt alles zur Seite, nur damit er wieder im Rampenlicht stehen kann und so gut es gemeint war, aus Gott einen Teenager zu machen, so schlecht ist es gelungen. Das Buch schrammt wirklich auf niedrigstem Niveau dahin, wobei, vielleicht ist es auch einfach nicht meine Kragenweite an Humor.

Zwischen dieser furchtbaren Geschichte verbirgt sich aber auch eine kleine Schönheit, die der einzige Grund war, weshalb ich das Buch zu Ende las. Es ist die Geschichte um Eck, Gottes Haustier. Bob selbst behandelt es wie den letzten Müll, schlägt es,  letztlich wird er bei einem Spiel als Wetteinsatz genommen und verloren. Sein neuer Besitzer will ihn essen, was Bob natürlich auch nicht kümmert, aber da gibt es Estelle. Estelle ist nur eine Nebenfigur, allerdings auch die einzige, die sich für Eck einsetzt. Es entwickelt sich eine herzzerreißende Freundschaft. Und genau diese Nebengeschichte war es, die mich lesen ließ, weil ich wissen wollte, wie alles für Eck ausgeht.

Fazit:
Eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe, mit einem Hauptprotagonisten, den man einfach nur hassen kann.
1 Stern

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