Supergute Tage

Supergute Tage
Titel: Supergute Tage
Originaltitel: The Curious Incident of the Dog in the Night-Time
Autor: Mark Haddon
Genre: Belletristik
Seiten: 288 Seiten
Verlag: Goldmann
ISBN-10: 344246093X
ISBN-13: 978-3442460939

Erste Sätze:
Es war 7 Minuten nach Mitternacht. Der Hund lag mitten auf dem Rasen von Mrs. Shears‘ Haus, und seine Augen waren geschlossen. Obwohl er auf der Seite lag, sah es aus, als würde er rennen, so wie Hunde rennen, wenn sie im Traum einer Katze nachjagen. Aber dieser Hund rannte weder noch war er am Schlafen. Er war tot.

Klappentext:
Christopher Boone ist fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er kennt alle Länder und deren Hauptstädte sowie sämtliche Primzahlen bis 7507. Er mag Uniformen und hasst Unordnung, Überraschungen und fremde Menschen.

Aber als der Pudel in Nachbars Garten mit einer Mistgabel umgebracht wird, beginnt Christopher Dinge zu tun, die er früher nie gewagt hätte. Er setzt sich über die Verbote seines Vaters hinweg, sucht den Täter und bricht aus seiner Einsamkeit aus…

Inhalt:
Der 15-jährige Christopher leider am Asperger Syndrom (was im Buch zwar nie eindeutig erwähnt wird, aber durch die Schilderungen doch darauf schließen lässt). Er lebt alleine mit seinem Vater in der Kleinstadt Swindon, seine Mutter ist vor geraumer Zeit verstorben. Sein Alltag ist von Regeln bestimmt, doch besonders die Mathematik hat es dem Jungen angetan, für ihn sind Zahlen viel logischer, als alles andere.
Eines Tages findet er den Hund der Nachbarin ermordet auf, was den Detektiv in ihm weckt, immerhin mochte er das kleine Wesen sehr gerne. So beginnt er zu ermitteln und stößt bald auf Dinge, die sein Weltbild komplett erschüttern werden.

Meine Meinung:
Die Welt eines Jungen mit Asperger  ist schon besonders, so besonders, dass man sich erst einmal einfinden muss in die Gegebenheiten, die auf den ersten Blick so sonderbar anmuten, nach wenigen Seiten aber doch eine große Logik ausstrahlen. Christopher ist einen schon nach wenigen Seiten sympathisch, seine Eigenheiten stehen für ihn, wobei eine wirkliche Verbindung konnte ich nicht zu ihm aufbauen, viel zu konstruiert hat mir der Charakter manchmal gewirkt.
Was gesagt sein soll – hier handelt es sich um einen Roman, oft sind solche Geschichten überspitzt dargestellt und letztlich ist jeder Autismus anders, für mein Empfinden war es aber doch realistisch, wenn auch vielleicht ein wenig zu viel des Guten.

Der Kriminalfall steht sicherlich zu Beginn im Mittelpunkt, aber das Buch beinhaltet kuriose Wendungen, die ich niemals erwartet hätte, dadurch wird auch geschaffen, dass niemals Langeweile aufkommt, allerdings ist es auch so, die Wendungen mögen interessant sein, aber doch so abenteuerlich, dass es mir schwer fiel, wirklich daran zu glauben. Christophers Handeln konnte ich nicht in Einklang mit seiner Krankheit bringen, es war ein wenig seltsam, wie sehr er die Routine sucht, aber dann genauso abrupt aus ihr ausbricht.

Das bedeutet, ein Mordopfer wird meist von jemandem getötet, den es kennt, und Elfen bestehen aus Papier, und mit jemandem, der tot ist, kann man nicht mehr reden. (Seite 123)

Das Buch selbst ist in Tagebuchform geschrieben und in kleine Kapitel unterteilt, was es einem leicht macht, sich durch die Geschichte zu bewegen. Der Schreibstil ist sehr einfach gewählt und einzig die mathematischen Erklärungen sind manchmal ein wenig anspruchsvoll, sogar verwirrend, ansonsten lässt sich das Buch aber gut lesen.

Mein eigentliches Problem mit dem Buch:  in meinem Kopf findet ständig der Vergleich zu „Der beste Tag meines Lebens“ von Ashley Miller und Zack Stentz statt. Beide Bücher beinhalten nahezu das gleiche Thema: Junge mit Asperger versucht Kriminalfall zu lösen. Das Buch von Ashley Miller und Zack Stentz hat mich beeindruckt, gleich gefangen genommen, was ich von „Supergute Tage“ nicht ganz behaupten kann. Christopher bleibt einen fremd, die Wendungen sind zu abenteuerlich und auch die Krankheit ist auch ein wenig zu überspitzt geschildert. Nichtsdestotrotz war es ein nettes Buch, was man lesen kann, allerdings nicht muss.

Fazit:
Eine abenteuerliche Geschichte, die über den Begriff „nett“ leider nicht hinauskommt.
3 Sterne

6 Gedanken zu “Supergute Tage

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