D-Day

D-Day
Titel: D-Day
Autor: Gregor S.
Genre: Erfahrung/Biografie
Seiten: 256 Seiten
Verlag: Scorpio Verlag
ISBN-10: 3942166984
ISBN-13: 978-3942166980

Erste Sätze:
Ich kann nicht mehr in den Schlaf finden. Oder befinde ich mich schon wieder in einem bösen Traum? Wo ist eigentlich der Unterschied?
Ein Blick zur Seite. Die Digitalanzeige des Radioweckers: genau 00:00 Uhr – Fall geklärt, ich bin also wach. Orientierungsversuch im Dunkeln, Drehung auf die linke Seite. Da liegt Corinna, sie atmet ruhig. Schläft Gott sein Dank endlich wieder einmal normal.

Klappentext:
Gregor S. nennt es seinen »D-Day«: den Tag der Entscheidung. Entweder er siegt über die Depression – oder die Depression über ihn. In Form eines intimen Stundenprotokolls schildert der schwer Schwererkrankte die inneren und äußeren Geschehnisse dieses einen Tages: wie er akribische Vorbereitungen für seinen Selbstmord trifft – und gleichzeitig verzweifelt versucht, seiner abgrundtiefen Apathie und Todessehnsucht zu widerstehen. Am Ende des  »D-Day« siegt die Hoffnung – dank eines lebensrettenden Entschlusses…

Inhalt:
Gregor S. leidet an Depressionen, das ständige Gedankenkreisen zermürbt ihn. Es kommt der Tag, an dem er sich der Entscheidung stellt – leben oder sterben. 24 Stunden gibt er sich Zeit, er erlebt seinen D-Day, der ein Gefühlschaos in ihm auslöst, aber letztlich doch die Hoffnung siegen lässt, wenn auch die Entscheidung für das Leben noch nicht bedeutet, dass es ein einfacher Kampf gegen die Krankheit wird.

Meine Meinung:
Ich war ein wenig skeptisch, ob der Autor wirklich auf 256 Seiten einen abwechslungsreichen Einblick in die Gefühlswelt eines Depressiven bietet kann, oder ob er sich in Wiederholungen verlieren würde. Meine Zweifel waren unberechtigt, sicherlich drehen sich die Gedanken zumeist um die selben Dinge, aber Gregor S. schafft es, sie immer wieder in ein anderes Wortkleid zu hüllen, was einen aufmerksam lest lässt, damit man auch nichts verpasst. Überrascht war ich wirklich von dem Schreibstil, bei Erfahrungsberichten ist mein Anspruch meistens nicht so hoch, weil bei diesen Büchern etwas anderes im Vordergrund steht. Das Buch zeigt aber, dass der Schreibstil durchaus außergewöhnlich sein kann. Manchmal poetisch, immer einen eigenen Zauber beinhaltend, war es neben den interessanten Teilen, auch noch sprachlich einnehmend.

D-Day ist kein Selbsthilfebuch, darüber sollte man sich im Klaren sein. Wer an Depressionen leidet, wird hier keine Tipps oder Hilfe finden, sondern nur einen Bericht von einem Gleichgesinnten, der einen das Gefühl geben könnte, nicht mehr alleine dazustehen. Allerdings könnte es auch geschehen, dass die Beschreibungen einen noch tiefer in den Sprudel hineintreiben, deswegen sollte jeder selbst einscheiden, für wie stabil er sich hält.
Interessant dürfte das Buch für Angehörige sein, ist es doch oft schwer, der Gedankenwelt eines Depressiven zu folgen, oft herrscht da viel Unverständnis vor. Angehörige und Interessierte erhalten durch D-Day einen ungeschönten Einblick in die Welt der Depressionen, was hoffentlich hilft, ein wenig mehr Verständnis zu schaffen.

Untergliedert ist das Buch in Stunden, es spielt sich alles innerhalb von 24 Stunden ab, für jede gibt es ein eigenes Kapitel. Dadurch bekommt alles eine eigene Dynamik, weil es erschreckend ist, wie ausgefüllt ein einziger Tag mit Gefühlen und Gedanken sein kann. Erschreckend, aber auch verdammt ehrlich.

Einen Kritikpunkt gibt es allerdings – es werden im Buch viel zu viele Fremdwörter verwendet. Ein Erfahrungsbericht sollte jedermann zugänglich sein, hier wird einem das Lesen erschwert, weil viele, oft veralterte Ausdrücke, verwendet werden, was Lesefluss und Eindringlichkeit einfach an manchen Stellen stört.

Fazit:
Ein großartiges Buch, was einen die dunkle Welt der Depression näherbringt und hoffentlich dafür sorgt, dass es in unserer Gesellschaft dafür mehr Verständnis gibt.
4 Sterne

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