Frau Bengtsson geht zum Teufel

Frau Bengtsson geht zum Teufel
Titel: Frau Bengtsson geht zum Teufel
Originaltitel: Fru Bengtssons andliga uppvaknande
Autor: Caroline L. Jensen
Genre: Belletristik
Seiten: 240 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
ISBN-10: 3426226391
ISBN-13: 978-3426226391

Erste Sätze:
„Herrgott!“
Der Allmächtige seufzt zufrieden und betrachtete die DNA-Kette, die er gerade geflochten hatte. „Das wird ihnen Rätsel aufgeben“, kicherte er und wandte sich dem Engel zu, der aufgeregt hereingestürzt kam. „Was ist los, Nr. 1?“
Den Engel überlief ein wohliger Schauer. Nr. 1. Dieser Kosename machte ihn zu etwas Besonderem.

Klappentext:
Was macht eine Vorstadthausfrau, wenn sie durch einen dummen Zufall in der Badewanne ertrinkt – und sich kurz darauf quicklebendig in selbiger wiederfindet? Ganz klar: Sie beginnt, an Gott zu glauben. Doch als weitere göttliche Zeichen ausbleiben, beschließt Frau Bengtsson beleidigt, Gott herauszufordern. Wie man das am besten anstellt, erklärt ihr der Teufel höchstpersönlich – tapfer begeht Frau Bengtsson eine Sünde nach er anderen und findet Gefallen daran…

Inhalt:
Frau Bengtsson ist eine typische schwedische Hausfrau, die nicht wirklich durch irgendeine Eigenschaft bestechen würde. Ein unauffälliges Leben sozusagen, allerdings ändert sich die Situation, als sie in der Badewanne ertrinkt, achtunddreißig Sekunden tot ist, um danach wieder quicklebendig zu sein. Ein Wunder? Die Hausfrau beginnt über Gott nachzudenken, welchen Plan er für sie auserkoren hat. Sie liest die Bibel und beginnt mit jedem Abschnitt mehr an den lieben Gott zu zweifeln, sie geht sogar so weit, dass sie den Allmächtigen herausfordert, sich mit dem Teufel verbündet, nur um endlich eine Reaktion von oberster Stelle zu erhalten. Ein skurriles Unterfangen beginnt.

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt locker und leicht, es ist nicht schwierig, sich in die Gegebenheiten einzuleben. Frau Bengtsson wird einen bald vertraut und man ist gespannt, wie es wohl mit ihr weitergehen möchte. Der Beginn ist also gelungen, nur leider fällt es dann ziemlich schnell ab. Die Hausfrau beginnt sich mit der Bibel auseinanderzusetzen, sie beginnt Psalme zu hinterfragen, piekt sich einzelne Stellen heraus und erörtert sie mit ihrer Nachbarin. Mein Interesse an Religion hält sich in Grenzen und so haben mich diese Abschnitte einfach nur genervt, wobei sie auch niemanden entsprechen werden, der religiös ist, da es im Grunde nur darum geht, alles schlecht zu sehen. Egal was Gott getan hat, er wird auf das Negativste ausgelegt. Mir geht’s gar nicht darum, dass Gott in ein schlechtes Licht gerückt wird, ist mir völlig egal, es hat mich einfach nur wahnsinnig gelangweilt.

Das Buch sollte vermutlich witzig sein, zumindest war es meine Erwartung, aber der Humor drang nicht zu mir durch. Langatmig ziehen sich die einzelnen Szenen dahin und auch wenn dann der Teufel seinen großen Auftritt feiert, gibt es nichts zu lachen. Der Schreibstil ist gut, lässt sich flüssig lesen, überhaupt keine Frage, nur leider ist neben der Lesbarkeit für mich nicht viel mehr übrig, was das Buch auszeichnen würde.

Die Idee, wie sich Frau Bengtsson mit dem Teufel verbündet, sie ist originell, obwohl man natürlich kein Moralapostel sein darf, ansonsten wird man schwer zu schlucken haben. Mir fehlt es auch, dass hier irgendwer moralische Bedenken hat. Klar, da ist ein Plan, wie man Gott austricksen möchte, aber ein bisschen mehr Facettenreichtum und Gedankenüberlegungen von Frau Bengtsson hätte ich mir schon erwartet. Gott als Person fehlt für mich gänzlich im Buch. Ich hätte es interessant gefunden, wenn man auch seine Gedanken lesen hätte können, so war es aber sehr einseitig auf dem Teufel ausgelegt.

Die Charaktere leben von Klischees, was das Buch jetzt auch nicht heraushebt, sondern nur so dahindümpeln lässt. Wären die einzelnen Personen aussagekräftiger, dann hätte es vermutlich eine Menge von der Geschichte retten können, so aber bleiben sie einen nicht in Erinnerung.

Fazit:
Eine skurrile Idee, leider langatmig und humorlos verpackt.

Danke für das Rezensionsexemplar an den Verlag Droemer Knaur und vorablesen.de!

2 Sterne

 

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