Ganz normale Helden

Ganz normale Helden

Titel: Ganz normale Helden
Originaltitel: In the Absence of Heroes
Autor: Anthony McCarten
Genre: Belletristik
Seiten: 453 Seiten
Verlag: Diogenes
ISBN-10: 3257067941
ISBN-13: 978-3257067941

Inhalt:
Der Tod des jüngsten Sohnes Donny, bringt die Familie Delpe ans Ende ihrer Kräfte. Ein Jahr ist es her, doch die Wunden sind noch frisch. Gemeinsam wird nicht getrauert, nein, jeder versucht für sich alleine mit dem Schicksalsschlag fertig zu werden. Jeff Delpe, einst mal der ältere Bruder, bleibt jetzt als Einzelkämpfer übrig, zieht sich in die Onlinewelt des Rollenspieles „Life of Lore“ zurück. Seine Eltern glauben an geheime Machenschaften, die dort ablaufen und versuchen an ihren Sohn ranzukommen, doch dieser blockt komplett ab. Während sich die Mutter Renata im Internet Hilfe sucht, Trost finden möchte, macht sich der Vater Jim auf den Weg in die Welt von „Life of Lore“, damit er Jeff nahe sein kann. Er taucht in eine virtuelle Realität ein und versucht den verlorenen Sohn wiederzufinden.

Meine Meinung:
„Ganz normale Helden“ ist eigentlich die Fortsetzung von „Superhero“, wobei ich sagen muss, das erste Buch nicht gelesen zu haben, allerdings deshalb auch keinerlei Probleme hatte, der Geschichte zu folgen. Sicherlich ist es  ganz interessant zu sehen, wie die Krankheit von Donny die Familie verändert und wie sie letztlich dem Tod entgegensehen, aber zwingend notwendig ist es nicht, beide Bücher zu lesen, sie können auch einzeln für sich stehen.

Die Geschichte beginnt damit, dass sich die einzelnen Familienmitglieder immer mehr voneinander entfremden. Jeder seinen eigenen Weg sucht, um mit der Trauer umzugehen. Jeff verkriecht sich in der Onlinewelt und ist für seine Eltern nicht mehr erreichbar, je drängender sie auf ihn einwirken, desto mehr blockt er ab, bis es zu einem Eklat kommt, der Junge von zu Hause abhaut, spurlos verschwindet. Auf Grund dessen beginnt sein Vater in der Onlinewelt nach ihm zu suchen, wird auch fündig. Er muss natürlich eine Rolle spielen, will er seinen Sohn nahekommen, darf er nicht zugeben, wer er ist und welche Absicht er verfolgt. So kann man als Leser bei Gesprächen von Vater und Sohn dabei sein, ohne dass der Sohn wirklich weiß, was vor sich geht. Eine spannende Situation, die die verzweifelten Bemühungen des Vaters aufzeigen.

Jim wird mehr und mehr ans Spiel gefesselt, verliert den Blick für die Realität, entfernt sich mehr von seiner Frau und auch seine Arbeit leidet unter der Suche nach dem Sohn. Er erfährt Dinge über Jeff, die er niemals erwartet hätte, doch je mehr er erfährt, desto weniger scheint er seinen Sohn zu kennen.

Ich weiß nicht genau, aber die Geschichte ist zwar von der Idee gut gewählt, aber überzeugen konnte sie mich nicht. Nach der Hälfte des Buches war ich versucht, es einfach wegzulegen und es niemals wieder zur Hand zu nehmen, zu gelangweilt haben mich die einzelnen Abläufe, die sich in langatmigen Wiederholungen bündeln. Auch wird die Internetwelt, das Rollenspiel, sehr einseitig beleuchtet. Sicherlich ist im Internet nicht alles koscher, aber da muss man differenzieren, den Blick weitern und nicht nur das Schlechteste von allen annehmen, aber genau dies passiert im Buch. Es sieht das Rollenspiel und seine Nutzer als generell absonderliche Wesen. Braucht die Geschichte vermutlich, ansonsten würde sie nicht funktionieren und trotzdem, es bleibt der bittere Beigeschmack erhalten, dass nur eine Seite der Medaille gezeigt wird.

Fazit:
Lesbar, streckenweise leider langatmig und in der Ausführung einseitig. Kann man lesen, muss man aber nicht.

3 Sterne

2 Gedanken zu “Ganz normale Helden

  1. Ich kenne bisher noch nichts von Anthony McCarten, er wurde mir aber schon häufiger ans Herz gelegt … nach deiner Besprechung rutschen seine Bücher aber auf der Wunschliste erst einmal wieder etwas nach unten.

    • Oje, das war jetzt eigentlich nicht meine Absicht, weil ich auch schon viele positive Rezensionen zu den Büchern lesen durfte. Für mich war es einfach zu detailverliebt, langatmig und auch irgendwie eine falsche Themenumsetzung, wobei ich mir vorstelle könnte, das „Superhero“ richtig gut ist. Wir sollten den Autor trotz allem mal im Auge behalten : )

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