Das ist nicht wahr, oder?

Das ist nicht wahr oder

Titel: Das ist nicht wahr, oder?
Originaltitel: Let’s Pretend This Never Happened
Autor: Jenny Lawson
Genre: Erfahrung/Biografie
Seiten: 360 Seiten
Verlag: Metrolit
ISBN-10: 3849300501
ISBN-13: 978-3849300500

Erste Sätze:
Dieses Buch ist absolut wahr, bis auf die Stellen, die es nicht sind. Es ist im Grunde dasselbe wie UNSERE KLEINE FARM, nur mit mehr Kraftausdrücken. Ich weiß, jetzt denken alle: „UNSERE KLEINE FARM war aber doch absolut wahr!“, aber nein, sorry, überhaupt nicht.

Klappentext:
Das Buch ist eine Offenbarung für alle, die sich für die einzigen Freaks auf der Welt halten. Jenny Lawson traut sich auszusprechen, was andere nicht zu denken wagen, aber immerzu denken müssen. Ihre Lebensbeichte ist so respektlos, unwirklich und überwältigend wie der Lachkrampf auf einer Beerdigung. Jenny Lawson – THE BLOGGESS – ist nicht nur die witzigste Schriftstellerin ihrer Generation, sondern auch die revolutionärste. Sagen mindestens drei oder vier Leute…

Meine Meinung:
Jenny Lawson ist eine amerikanische Bloggerin, die vor allem durch ihren schwarzen Humor Berühmtheit erlangte. Ihr Buch „Das ist nicht wahr, oder?“ erzählt von ihrem Leben, den skurrilen Erlebnissen, die ihr widerfahren. Jetzt kann man sich gerne die Frage stellen, warum man die biografische Geschichte einer Frau lesen sollte, die im deutschsprachigen Raum nicht sehr bekannt ist. Die Antwort ist ganz einfach: Jenny Lawson ist nicht normal.

Geprägt davon, dass ihr Vater Tierpräparator ist, war ihre Kindheit von so manchen seltsamen  Begebenheiten erfüllt, geben genug Grund, warum sie und ihre Schwester zutiefst traumatisiert sind. Und irgendwie fragt man sich das ganze Buch über – „Das ist nicht wahr, oder?“. Manche Situationen sind wirklich so absurd, dass man an der Wahrheit zweifelt, dann aber doch nicht, weil die Autorinnen oft einen Bildbeweis zu ihren Geschichten liefert und dann, dann denkt man nur so: Oh mein Gott.
Das Buch beschäftigt sich jetzt aber nicht nur mit der Kindheit von Jenny Lawson, obwohl, es würde locker alleine für ein Buch reichen, aber nein, wir durch- und erleben an der Seite der Autorin ihren Lebensweg. Klingt nicht sonderlich spektakulär, ist es aber, weil was Jenny Lawson passiert, lässt sich eigentlich mit keinen Worten beschreiben und doch findet sie welche. Und in diesen liegt auch eine unglaubliche Kraft, triefender Sarkasmus beschreibt nicht mal annähernd was man da liest. Es ist eigentlich unbeschreiblich, lässt sich in keine Kategorie pressen.

Bevor man sich das Buch kauft, sollte man unbedingt die Leseprobe lesen. Sicherlich ist der Humor nicht der Geschmack von jedermann, weil er irgendwie sehr speziell ist und dann doch wieder nicht, es sind halt einfach die Gedanken eines sehr liebenswerten Freaks. Trotzdem, Leseprobe ansehen und Buch dann trotzdem kaufen, ob es gefällt oder nicht, im Regal macht es sichtlich schon mal gut.

Erwartet hatte ich mir ein amüsantes Buch, damit wurde ich bedient, aber ein Leben ist nie immer nur gut, sondern da gibt es auch Schattenseiten. Diese findet man auch hier vor, der Unterschied ist nur, dass die Situationen nie biederernst betrachtet werden. Die Autorin hat psychische Probleme, man liest darüber und sieht die Schwere, aber sie schreibt darüber mit einem Zwinkern, entnimmt ihren oft seltsamen Verhalten die Schärfe, kann selbst über sich lachen, ohne wirklich etwas ins Lächerliche zu ziehen. Manchmal war es wirklich so, dass ich eine Stelle las, lachen musste, weil sie so absonderlich wirkte und mich im nächsten Moment ermahnen musste, nicht über die Probleme von anderen Menschen zu lachen, weil es eigentlich gar nicht witzig ist, aber verdammt, es war witzig.

Der Schreibstil ist erfrischend anders, zeigt auf, dass man über sich selbst lachen kann und sollte. Es ist wirklich ein wenig so, als würde man einen Blog lesen, manchmal sind die Geschichten ein wenig durcheinandergeraten, da ist jemand tot, dann wieder lebendig, aber letztlich doch leider tot. Manchmal vermischt sich alles ein bisschen, aber es ist so ein minimaler Mankopunkt, dass man getrost darüber hinwegsehen kann. Es ist einfach ein geniales Buch.

Ich denke, das Buch werde ich noch öfters lesen, weil ich glaube, man kann nicht alles auf einmal aufnehmen, zu intensiv sind die Geschichten, zu sehr muss man manchmal lachen, dass es schwer fällt, die Gedanken gleich wieder frei zu bekommen. Für Englischkönner gibt es auch den Blog http://thebloggess.com/, bei welchen man sich seine tägliche Dosis Wahnsinn abholen kann.

Fazit:
Was soll man sagen, wenn man die leise Vermutung hat, jetzt schon ein Jahreshighlight 2013 in den Händen zu halten? Unbedingt lesen, wenn man selbst in bisschen seltsam im Kopf ist und einen sarkastischen Humor hat, der gerne mal Grenzen sprengt und nicht alles immer zu ernst nimmt.
5 Sterne

4 Gedanken zu “Das ist nicht wahr, oder?

    • Ach schön, glaub mir, wenn du was verrücktes und abgedrehtes suchst, dann wirst du bei dem Buch sicherlich nicht enttäuscht werden, nur unbedingt die Leseprobe lesen, damit du weißt, ob es deine Kragenweite an Humor ist – so als kleiner Tipp.

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