Das Glücksbüro

Das Glücksbüro

Titel: Das Glücksbüro
Autor: Andreas Izquierdo
Genre: Belletristik
Seiten: 268 Seiten
Verlag: Dumont Buchverlag
ISBN-10: 3832162259
ISBN-13: 978-3832162252

Erste Sätze:
Neuerdings hatte Albert seine besten Ideen, wenn er nachts ganz alleine, beim Schein einer Kerze, in der riesigen Kantine zu Abend aß und die Schatten der Tische und Stühle aussahen, als würden sie im Geflacker auf spindeldürren Beinen herumtanzen.

Klappentext:
Formulare sind seine Welt. Vordrucke, Dienstvorschriften – wie wunderbar. Stempel drauf! Erledigt von Albert Glück, Sachbearbeiter im Amt für Verwaltungsangelegenheiten. Doch Albert arbeitet nicht nur im Amt, er wohnt auch dort. Von allen unbemerkt, seit über dreißig Jahren. Bis sich eines Tages alles ändert: Ein Antrag landet auf seinem Schreibtisch, den es gar nicht geben dürfte, denn er beantragt – nichts. Um herauszufinden, was dahintersteckt, muss Albert sein geliebtes Amt verlassen. So trifft er auf Anna: Künstlerin. Chaotin. Ein Wunder an Unordnung. Und ehe er sichs versieht, steht seine Welt Kopf …

Inhalt:
Albert Glück ist ein Beamter wie er im Buche steht. Trocken, grau, detailverliebt. Seine Welt besteht aus Stempeln, Dienstvorschriften und Formularen, die er alle im Amt für Verwaltungsangelegenheiten vorfindet. Klingt noch nicht sonderlich spektakulär, nur ist es so, dass er im Amt nicht nur arbeitet, sondern auch dort wohnt – schon seit über 30 Jahren. Niemand kennt sein Geheimnis, Albert lebt sein Leben wohl gehütet, jeder Tag gleicht den anderen. Es ändert sich erst, als eines Morgens ein Antrag auf seinem Schreibtisch auftaucht, der nichts beantragt. Geht natürlich nicht, ein Antrag muss für etwas stehen, bearbeitet werden, doch egal wie sehr sich Albert anstrengt, er wird das Formular nicht los. Seine letzte Chance doch Licht ins Dunkle zu bringen: die Antragsstellerin Anna Sugus aufzusuchen, eine Künstlerin. Klingt banal, doch diese Begegnung wird Alberts Leben verändern und nicht nur seins.

Meine Meinung:
Liest man die Inhaltsangabe, hat man das Gefühl, klingt eigentlich ganz schön langweilig, zumindest ging es mir damit so. Man kann sich kein wirkliches Bild über die Geschichte machen, weil was soll schon an einen Antrag problematisch sein, der nichts beantragt – ab in den Mülleimer, aber so ist Albert nicht, wenn er sich etwas auf die Fahne schreibt, dann, dass er seine Arbeit 100 % erledigt und deswegen bringt in dieser Antrag auch so aus der Fassung. Einerseits ist es amüsant zu beobachten, wie er reagiert, andererseits macht es einen auch sehr zu schaffen, den Albert Glück scheint nur für seine Arbeit zu leben, was traurig ist. Alles ändert sich jedoch, als Anna Sugus, die Antragsstellerin auftaucht. Albert der pingelige Büroangestellte, trifft auf chaotische Künstlerin, da kann es nur zu einer seltsamen Begegnung kommen. Im Klappentext steht „eine ungewöhnlich charmante Liebesgeschichte“, was es ganz gut beschreibt, es macht Freude die beiden zu beobachten, wie sich zwei so verschiedene Menschen doch vereinen können.

Zugegeben, nach den ersten 100 Seiten war ich versucht, das Buch wegzulegen. Albert wurde als Büroangestellter in allen Facetten beschrieben und es war so langweilig, ist natürlich schlecht für die Geschichte, im Nachhinein passt es aber. Man lernt Alberts langweiliges Leben kennen und wird dann aber auch Zeuge davon, wie er ausbricht, mit Gewohnheiten bricht, obwohl sie angsteinflößend sind, aber man lernt eben auch, dass man manchmal etwas riskieren muss, um glücklich zu werden.  Zu Herzen habe ich mir auch eine Empfehlung des Autors genommen: Lest das Buch mit dem Herzen, nicht mit dem Kopf. Versucht den Verstand wirklich auszuschalten, es ist nicht leicht, keine Frage, aber wenn ihr es schafft, dann werdet ihr eine wunderbare und einzigartige Geschichte erleben.

Und während ich die richtigen Worte für das Buch suche, kommt immer wieder „magisch“ auf. Beschreiben kann ich es eigentlich nicht genau, weil es so eine Geschichte ist, die nicht in Worte passt, deren Intensität man einfach nicht fassen kann, aber während des Lesens, da hat sich in meiner Brust so ein warmes Gefühl eingenistet, da ist etwas aufgeblüht. Es waren magische Momente die ich erleben durfte, aber nicht erklären kann, was in Ordnung ist, deswegen ist es Magie, weil es unerklärlich ist.

Man könnte sich jetzt fragen, warum heißt das Buch „Das Glücksbüro“? Weil es das Büro von Herrn Glück ist und es einfach ein schönes Wortspiel ist? Nein, weil es ein Büro ist, was glücklich macht, weil Glück manchmal so einfach zu schaffen ist und man nur mal aus seiner Routine ausbrechen muss, um es zu erreichen. Ich selbst bin ein Gewohnheitstier, bloß nicht wagemutig etwas ausprobieren, aber das Buch, es stiftet einen an, auch mal etwas anders zu machen, keine komplette Drehung, sondern nur ein kleiner Blick über den Tellerrand – es kann einen eine ganz neue Welt eröffnen. „Das Glücksbüro“ macht Mut, es zumindest einmal zu wagen.
Falls jetzt jemand Angst hat, dass es drängender Optimismus ist, da sei gesagt: Nein, es zeigt nämlich auch, dass man genauso verlieren kann, es ist eine Gradwanderung, die man im Buch vollzieht, es ist zwar mehr auf die positive Seite gerichtet, aber man erahnt und spürt vor allem auch die negative, weil wie eine Medaille, alles zwei Seiten hat.

Fazit:
Eigentlich gibt es keine Worte für das Buch, es ist blanke Magie, die sich während des Lesens ins Herz hineinsetzt und einen nach Beendigung der Geschichte weiter begleitet. „Das Glückbüro“ zeigt, dass es fassbar ist, man durch einen kleinen Ausbruch aus der Routine, Glück erlangen kann.

Danke für das Rezensionsexemplar an den Dumont Buchverlag und lovelybooks.de!
4 Sterne

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