Der beste Freund, den man sich denken kann

Der beste Freund, den man sich denken kann

Titel: Der beste Freund, den man sich denken kann
Originaltitel: Memoirs of a Imaginary Friend
Autor: Matthew Dicks
Genre: Belletristik
Seiten: 448 Seiten
Verlag: Bloomsbury Berlin
ISBN-10: 382701140X
ISBN-13: 978-3827011404

Erste Sätze:
Was ich weiß, ist das:
Mein Name ist Budo.
Ich bin seit fast sechs Jahren am Leben.
Fast sechs Jahre sind eine lange Zeit für einen wie mich
Max hat mir meinen Namen gegeben.
Max ist das einzige Menschenwesen, das mich sehen kann.

Klappentext:
Budo ist ein imaginärer Freund – kein leichter Job, ist er doch ausgerechnet der imaginäre Freund von Max. Und der hat massenhaft Probleme. Mit den Eltern, in der Schule und vor allem mit sich selbst. Doch erst, als eine Lehrerin etwas Unheimliches im Schilde führt, muss Budo gravierender in die reale Welt eingreifen, als ihm lieb ist.

Inhalt:
Der 6-jährige Budo ist der imaginärer Freund von dem 8-jährigen Max Delaney. Für einen imaginären Freund ist er schon relativ alt, die meistens überleben den Kindergarten oder die Vorschule nicht, doch Max ist ein besonderes Kind, er braucht Strukturen, es fällt ihm schwer, mit anderen Menschen umzugehen, sortiert gerne Dinge und so hält er sich meistens an Budo, der im treu zur Seite steht. Bei Problemen steht er jederzeit bereit, doch es wird der Tag kommen, an dem Max nicht mehr an Budo glaubt, der kleine Junge verschwinden wird, diesen Moment fürchtet er, doch bis es soweit ist, haben die beiden noch ein ganz besonderes Abenteuer zu erleben.

Meine Meinung:
Erzählt wird das Buch aus der Sicht des imaginären Freundes Budo, der seine Erlebnisse mit Max berichtet, allerdings auch seine eigene Welt beschreibt. Wie es ist, ein imaginärer Freund zu sein, warum manche aussehen wie Löffel, andere wie kleine Haarspangen und wieso er so vollkommene menschliche Züge hat. Einerseits ist es absolut absurd was der Autor da beschreibt und andererseits ist es plausibel, weil die Details mit großer Hingabe ausgearbeitet sind und einen auch als Erwachsenen noch total in den Bann nehmen.

Nach den ersten Seiten stellte sich für mich die Frage, ob es sich hier vielleicht nicht doch eher um ein Jugendbuch handelt, da die Sprache wahnsinnig einfach gewählt wurde, aber es ist natürlich dadurch sehr authentisch, weil Budo eben erst 6 Jahre alt ist. Stilistisch hat es mich ein wenig an „Raum“ von Emma Donoghue erinnert, wo auch ein Kind die Erzählstimme übernimmt.  Es ist ein wenig schwer für mich gewesen, auf Grund dessen in die Geschichte zu finden, weil man sich einfach darauf einlassen, sein Gehirn aus dem Erwachsenenmodus nehmen und in den kindlichen schalten muss. Die Umstellung dauerte bei mir etwas länger, gelang aber so um Seite 150, dann ist man absolut gefangen, eingenebelt von dieser zauberhaften, kindlichen Welt.

Es war auch ungefähr auf Seite 150, wo ich mich zu fragen begann, wohin die Geschichte mich eigentlich lenken möchte. Sicherlich hat man mal die beiden Welten der Jungs kennengelernt, aber dann blieben immer noch gute 300 Seiten übrig, die ich mir zu fühlen nicht hätte wirklich erträumen können, aber da kommt noch was ganz Großes auf den Leser zu. Einiges kann man aus dem Klappentext schon herauslesen, in welche Richtung es aber letztlich geht und was es für alle Beteiligten bedeutet, dass war eine riesige, aber sehr gelungene Überraschung.

So ungefähr ist es, mein Leben. Ich tanze auf zwei Hochzeiten. Ich lebe in der gelben Welt und in der blauen Welt. Ich lebe mit Kindern, und ich lebe mit Erwachsenen. Ich bin nicht direkt ein Kind, aber auch nicht direkt erwachsen.
Ich bin gelb und blau.
Ich bin grün.
Ich kenne mich auch mit Mischfarben aus.
(Seite 14) 

Braucht man für dieses Buch Fantasie? Ja, oder zumindest die Bereitschaft, sich an seine Kindheit zu entsinnen, egal ob man jetzt einen imaginären Freund hatte oder nicht, man braucht die Wertfreiheit, darf sich nicht an Logik binden, sondern muss sich allen Gegebenheiten öffnen, tut man es allerdings, dann wird man verzaubert, von einer Geschichte, die so leise anfängt, jedoch furios und aufwühlend endet.

Fazit:
Stilistisch ist das Buch ein wenig eigen, sehr kindlich geschrieben, darauf muss man sich einlassen können und vor allem wollen, tut man es aber, dann wird man reichlich dafür belohnt, mit einer Geschichte, die manchmal schon fast ein kleiner Krimi ist.
5 Sterne

2 Gedanken zu “Der beste Freund, den man sich denken kann

  1. Das Buch liegt hier schon und wartet darauf, von mir gelesen zu werden. Deine Besprechung macht mich unheimlich neugierig, vor allem auch darauf, was einen als Leser überraschendes erwarten wird. 🙂

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