Das Versprechen, das ich meiner Mutter gab

Das Versprechen, das ich meiner Mutter gabTitel: Das Versprechen, das ich meiner Mutter gab
Autor: Arwyn Yale
Genre: Belletristik
Seiten: 106 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN-10: 1483973859
ISBN-13: 978-1483973852

Klappentext:
Immer wieder wird Ruma heimgesucht von der Erinnerung an den Selbstmord ihrer Mutter. Sie flüchtet sich in Alkohol und Selbstmordfantasien und fasst nach einer alkoholdurchtränkten Nacht eine wahnwitzige Idee. Auf der Golden Gate Bridge will sie ihren Seelenzwilling finden und sich von ihm retten lassen.
Doch der denkt gar nicht daran sie zu retten…

Erste Sätze:
Die Splitter meiner Seele sind bunt. Zumindest nach dem vierten Wodka-Cola, bei Kerzenschein im Badezimmer, wenn sich die Fragmente meines Geisteszustandes um sich selbst drehen; Leid und Verzweiflung in einem Strom scheinbar nie endender Tränen reflektiert werden und nur lahme Schatten zurück werfen.

Inhalt:
Als Ruma ein Kind ist, verliert sie ihre Mutter auf tragische Weise. Ihr Tod, aber auch die kurze Zeit, die sie miteinander hatten, sie begleiten sie ein Leben lang. In einer Pflegefamilie aufgewachsen, fehlte es immer an Liebe und Geborgenheit, es blieb eine Lücke zurück, eine Lücke, die sie als Erwachsene schließen möchte, damit, dass sie ihren Seelenzwilling sucht. Einen Menschen, der ihr gleicht, mit Gefühlen und Gedanken mit ihr übereinstimmt. Sie fühlt sich alleine und wäre doch nur irgendwo, wo sie verstanden wird und wer könnte es besser als ein Seelenzwilling.

Meine Meinung:
Ruma leidet an Depression, trinkt viel zu viel und verliert sich in ihrem Leben. Grund dafür ist der Tod ihrer Mutter, den sie als Kind erleben musste und nie wirklich verarbeitet hat. Zu Beginn lernt man Mutter und Tochter kennen, erkennt die innige Beziehung, die die Zwei verbindet, umso tragischer ist es dann, als sie auseinandergerissen werden. Als Leser fühlt man die Situation mit und doch, meiner Meinung nach hätte es mehr Potenzial gehabt, die Umstände, besonders die Kindheit in der Pflegefamilie, sie hätten intensiver und umfangreicher beschrieben werden können. Man erfährt zwar später im Buch etwas über die Zeit, trotzdem bleibt sie nur ein schwacher Schemen, der einen nicht wirklich hilft, sich ein klares Bild zu erschaffen.

Hauptaugenmerk im Buch liegt auf der Suche nach dem Seelenzwilling, eine interessante Unternehmung, die einen selbst antreibt, über dieses Thema nachzudenken. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Menschen auf der Welt gibt, der einen gleicht, dessen Zwilling man eben sein könnte? Bei Milliarden von Menschen sollte die Vorstellung nicht so abwegig sein, aber lässt sich diese eine einzige Person so leicht finden? Die Welt ist groß und genau hier setze ich wieder meinen Kritikpunkt – man hätte die Situation ausführlicher ausbauen können, ein bisschen ein ausgedehnteres Verwirrspiel mit dem Leser treiben können. Es war zwar gewollt, aber in meinen Augen nicht komplett ausgereift.

Das Thema „Seelenzwilling“ ist natürlich eigen, dafür muss man sich öffnen wollen – vielleicht einfach wertefrei an die Geschichte machen, dass wäre wohl am besten. Kann man sich auf das Buch einlassen, wird man reichlich belohnt, mit vielen Gedanken zurückgelassen, die einen eine lange Zeit begleiten und überdacht werden wollen. Man will darüber nachdenken, wie es sein könnte, wenn man noch einmal auf der Welt herumläuft. Beinahe will man sich einfach nur noch auf die Suche nach seinem Zwilling machen, denn was gebe es schöneres, als sich blind mit jemanden verstehen zu können, oder würde man sich nicht verstehen, weil man sich ebenso gleich ist. Wie gesagt, es bleiben Fragen im Kopf, die einem zum Nachdenken bringen.

Kritikpunkt am Buch – einzelne Situationen sind unzureichend beschrieben, man hätte aus einigen viel mehr herausholen können. So bleibt man sich selbst überlassen, sich ein Bild im Kopf zu schaffen. Gut, man könnte darauf verweisen, dass man dazu einfach seine Fantasie benötigt, um sich alles vorzustellen, aber irgendwie setze ich es auch voraus, dass ein Autor mir eine Welt schafft, in die ich komplett abtauchen kann – dies gelang mir bei dem Buch nicht immer.

Fazit:
Eine Geschichte, die einem zum Nachdenken bringt und einen noch tagelang verfolgt – nur die Ausarbeitung einzelner Situationen hätte man vielleicht besser umsetzen können.
4 Sterne

Buchinfo: 
Das Buch erschien ursprünglich im Jahr 2008 unter dem Titel „Bunte Splitter in Schwarzweiß“. Der Unterschied zu „Das Versprechen, das ich meiner Mutter gab“ ist, dass diese Ausgabe eine Seite mehr besitzt.

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