Der Meister

Der Meister von Tess Gerritsen

Titel: Der Meister
Originaltitel: The Apprentice
Autor: Tess Gerritsen
Genre: Thriller
Seiten: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN-10: 3442362849
ISBN-13: 978-3442362844

Erste Sätze:
Heute habe ich einen Mann sterben sehen.
Es war ein unerwartetes Ereignis, und ich staune immer noch darüber, dass sich dieses Drama direkt zu meinen Füßen abspielte. So vieles von dem, was unserem Leben Würze gibt, ist nicht vorhersehbar. Deshalb müssen wir lernen, die Schauspiele, die es für uns bereithält, zu genießen, wann immer sie geboten werden, und die seltenen Momente des Nervenkitzels als Lichtblicke im sonst so monotonen Fluss der Zeit zu schätzen.

Klappentext:
Ein heißer Sommer in Boston.
Detective Jane Rizzoli wird in ein Villenviertel gerufen, wo sie die Leiche des Arztes Richard Yeager vorfindet. Die kriminaltechnische Untersuchung ergibt, dass Gail Yeager vor den Augen ihres Mannes vergewaltigt wurde, bevor ihm die Kehle durchgeschnitten wurde. Und Gail Yeager ist verschwunden.
Das perverse Arrangement des Mordes ruft in Jane quälende Erinnerungen wach. Erst vor einem Jahr hat sie einen psychopathischen Serienkiller verhaftet – nachdem sie ihm beinahe selbst zum Opfer gefallen wäre. Und plötzlich stellte Jane entsetzt fest, dass sie auch diesmal immer mehr in Zentrum des Geschehens rückt…

Inhalt:
Die Polizistin Jane Rizzoli wird in eine Villa gerufen, in welcher man die Leiche des Arztes Richard Yeager grausam getötet aufgefunden hat. Von seiner Frau Gail Yeager fehlt jede Spur, klar ist nur, sie wurde vor den Augen ihres Ehemannes vergewaltigt, bevor ihm die Kehle durchgeschnitten wurde. Erinnerungen an den „Chirurgen“ werden wach, den Mörder, dem Jane Rizzoli ein Jahr zuvor beinahe selbst zum Opfer gefallen wäre. Es gibt nur ein Problem, der Chirurg sitzt im Gefängnis, kann nicht der Täter sein, auch wenn es deutlich seine Handschrift ist. Hat er tatsächlich einen Weg gefunden, hinter Gittern sein perfides Spiel weiterzuführen?

Meine Meinung:
„Der Meister“ ist der zweite Band der Rizzoli & Isles Serie, gesagt sei – fängt man mit diesem Buch an, dann braucht man Band eins „Die Chirurgin“ nicht mehr lesen, weil während der Geschichte der Fall noch einmal ausgeleuchtet wird und auch das Ende des Falles verraten wird, so dass es Nonsens wäre, es selbst noch einmal zu lesen. Kein Kritikpunkt, doch es zu wissen kommt gut, da wenn man die Serie lesen möchte, es eindeutig eine ist, die man mit den ersten Teil beginnen muss.

Eine Thrillerleserin bin und werde ich nie, nur manchmal ist es ganz schön, in eine grausame Welt abzutauchen, weil es spannend zu betrachten ist, wie die Welt der Polizei, aber auch des Täter aussieht. Ein Buch von Tess Gerritsen wollte ich lesen, weil ich die Fernsehserie Rizzoli & Isles wirklich gerne mag und mir erhoffte, die Bücher würden dem Inhalt ähneln, besonders die Freundschaft zwischen der Polizistin und Pathologin erhoffte ich mir genauso erfrischend und unterhaltsam. Letztlich lässt sich sagen, dass die Bücher nicht wirklich mit der Serie übereinstimmen. Die Freundschaft ist unterkühlt, eigentlich nicht wirklich vorhanden, ob sie sich erst in den nächsten Bänden entwickelt, das kann ich natürlich nicht sagen, aber mir hat sie gefehlt, weil sie für mich eigentlich das Wichtigste an der ganzen Serie ist.
Jane Rizzoli hingegen ist wunderbar gezeichnet, so hatte ich sie mir auch vorgestellt, da gibt es absolut keinen Kritikpunkt, immer ein flotter Spruch auf den Lippen, sich in einer Männerwelt behauptend, genauso so ist sie. Maura Ilse hingegen ist komplett anders, äußerlich, aber auch vom Charakter. Ihre spezielle Art, welche sie in der Fernsehserie an den Tag legt, ist in den Büchern überhaupt nicht vorhanden und so ergänzen sich die beiden Frauen auch einfach nicht. Ich glaube, dieser grobe Unterschied war die größte Enttäuschung für mich, weil es gerade Maura ist, die ich ins Herz geschlossen habe.

Klammert man die Fernsehserie aus, betrachtet man das Buch wirklich als solches, dann ist es gut gemacht, ein ausgeklügelter Thriller, der ein Verwirrspiel bereithält, auf den ca. 400 Seiten niemals langweilig wird. Auf dem Taschenbuchcover steht „Für Mimosen ungeeignet!“ – naja, so brutal kam mir die Geschichte nicht vor, blutig ist es zwar manchmal, aber es ist immerhin ein Thriller und kein Märchenbuch. Laut dem Untertitel habe ich mir wirklich etwas Reißerisches erwartet, was dann nicht kam. Es ist einfach die Erwartungshaltung die geschürt wird.

Vielleicht ist es hier keine Buchrezension im herkömmlichen Sinne, es ist nämlich eher ein Vergleich zwischen Fernsehserie und Buchserie, den ich hier ziehe, weil ich vermutlich nicht wirklich objektiv sein kann, würde ich nur das Buch bewerten.

Fazit:
Ein grundsolider Thriller, der spannend von Anfang bis Ende ist. Erhofft man sich aber eine Ähnlichkeit zur Fernsehserie, dann wird man leider enttäuscht werden, viel zu unterschiedlich erscheint das Ganze.

4 Sterne

2 Gedanken zu “Der Meister

  1. Ich finde den Vergleich zwischen Buch und Serie interessant, die Serie will ich nämlich auch gerne endlich Mal sehen. Bislang habe ich auch nur die ersten drei Bücher der Reihe gelesen und das ist schon ewig her. Wie schaut es denn inhaltlich aus? Sind da viele Gemeinsamkeiten zwischen Serie und Büchern?

    • Die Fälle sind inhaltlich gut übernommen, alles andere unterliegt kleinen Unterschiedlichkeiten – die Beziehung zwischen Maura und Jane ist anders, Vince Korsak weicht stark ab, nur Frost, der passt irgendwie.

      Nach einem Buch ist es schwer einen Vergleich zu ziehen, aber wie gesagt, mir gefällt der Humor in der Fernsehserie besser, weil er im Buch gar nicht da war, oder wenn, dann nur etwas von Janes Seite. Maura hingegen fehlt Leben und weil sie irgendwie meine Lieblingsdarstellerin ist, fällt es natürlich umso mehr ins Gewicht.

      Die Serie kann ich dir nur empfehlen, auch wenn sie gerade im Fernsehen in die Sommerpause ging.

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