Silber – Das erste Buch der Träume

Silber

Titel: Silber – Das erste Buch der Träume
Autor: Kerstin Gier
Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
Seiten: 416  Seiten
Verlag: Fischer FJB
ISBN-10: 3841421059
ISBN-13: 978-3841421050

Erste Sätze:
Der Hund schnüffelt an meinem Koffer. Für einen Drogenspürhund war er ein erstaunlich flauschige Exemplar, vielleicht ein Hovawart, und ich wollte ihm gerade die Ohren kraulen, als er die Lefzen abhob und ein bedrohliches „Wuff“ von sich gab. Dann setzte er sich hin und rückte energisch die Nase an die Kofferwand. Der Zollbeamte schien darüber genauso erstaunt zu sein wie ich, er schaute zweimal vom Hund zu mir und wieder zurück, ehe er nach dem Koffer griff und sagte: „Na, dann wollen wir doch mal schauen, was unsere Amber da aufgespürt hat.“

Klappentext:
Zögernd sah ich mich um. Ich war in einem Korridor gelandet, einem schier unendlich langen, mit zahllosen Türen rechts und links. Die Tür, durch die ich gekommen war, hatte einen Anstrich in sattem Grün, dunkle, altmodische Metallbeschläge, einen Briefschlitz aus dem gleichen Material und einen hübschen Messing-Türknauf in Form einer gekrümmten Eidechse.

Plötzlich war mir sonnenklar: Wenn ich wissen wollte, was es mit diesen rätselhaften Träumen auf sich hatte, dann musste ich sie öffnen. Und hindurchgehen.

Wenn ich den Mut dazu hatte.

Inhalt:
Die 15-jährige Liv Silber muss zum wiederholten Mal umziehen. Ihre Mutter, eine anerkannte Literaturprofessorin, wechselt mehr als oft ihre Arbeitsstelle, so dass Liv und ihre Schwester gezwungen sind, immer irgendwo von vorne anzufangen, doch daran haben sie sich längst gewöhnt und ihre neue Heimat London sehen sie zuversichtlich entgegen. Wie es allerdings scheint, ist es auch das letzte Mal, dass sie umziehen werden, da ihre Mutter sich verliebt hat, in Ernest Spencer, Vater zweier Kinder, die auf dieselbe Schule gehen wie die Mädchen. Plötzlich ist Liv in einer Patchworkfamilie, die erst zusammenwachsen muss.

Neben dieser Herausforderung, müssen Liv und ihre Schwester aber auch an der neuen Schule sich erst einfinden. Durch ihre Stiefschwester Florence und ihren Stiefbruder Grayson, kommt Liv einer Clique näher, die von allen bewundert wird, aber auch ein Geheimnis zu haben scheint. Der Liebling aller Mädchen Arthur, der eher introvertierte Henry, Jasper, der durch seine aufgedrehte Art besticht und natürlich Grayson, der auch zu dieser Truppe gehört.
Noch wäre nichts Geheimnisvolles an ihnen, doch Liv trifft sie eines Nachts in ihren Träumen und beobachtet sie bei einem geheimen Ritual, als sich die Jungs am nächsten Tag an ihr Erscheinen erinnern können, wird das Mädchen stutzig. Wie können fünf verschiedene Menschen, denselben Traum träumen? Sie beschließt der Sache auf den Grund zu gehen, verliert sich schon bald zwischen Traum und Realität.

Meine Meinung:
Die Edelstein-Trilogie las ich nicht, deswegen war mein Interesse an „Silber“ nicht sonderlich stark vorhanden, weil mich Fantasie an sich nicht sonderlich anspricht, aber es war die Neugier, die mich dann letztlich doch zu dem Buch greifen ließ. Kerstin Gier kann schreiben, dass wusste ich durch ihre Frauenromane, aber ich wollte verstehen, wie der Hype zusammenkommt, dass ihre Jugendbücher einen solchen Auftrieb erhalten. Nach der Lektüre kann ich es nachvollziehen, eindeutig.

Im Buch wird zwischen zwei Perspektiven gewechselt: Traum und Realität. Deutlich erkennbar ist es daran, dass die Träume in kursiver Schrift verfasst sind, Realität hingegen behält die normale Schriftart bei. Dominiert wird das ganze eher von der Wirklichkeit, wenn es auch die Träume sind, die das Geheimnisse, welches die Geschichte umgibt, mehr und mehr auflösen. Mir persönlich haben die Abschnitte über die Realität mehr zugesagt, was vermutlich aber einfach durch meine leichte Ablehnung gegenüber Fantasieerzählungen ausgelöst wurde.

Es gibt natürlich auch eine obligatorische Liebesgeschichte, doch ich finde, sie ist dezent genug eingeflochten, so dass es jetzt weder stört, noch alles irgendwie ins Kitschige laufen lässt, es ist ein kleiner Handlungsstrang, der einfach sein muss, um eben auch dieses Gefühlspalette abzuklappern.

Worum geht es aber jetzt eigentlich im Buch? Die Clique hat ein Geheimnis, in ihren Träumen sind sie einen Pakt eingegangen, doch es kam zu einem Zwischenfall, der alles veränderte und einen ungeahnten Zorn heraufbeschwor, den es zu besänftigen gilt. Klingt kryptisch? Ist es gar nicht, nur irgendwie detailliert in die Handlung einzugehen, würde einfach viel zu viel verraten, was der Leser lieber selbst entdecken sollte, doch gesagt sei, es gibt genug herauszufinden, so dass eine konstante Spannung gehalten wird, einzig der Anfang ist ein wenig langatmig geraten, doch spätestens ab Seite 70 wird man von einem Sog gepackt, der es einem unmöglich macht, das Buch wieder aus der Hand zu legen, zumindest ging es mir so. Abgesehen von der Handlung, ist es sicherlich auch der leichte und flüssige Schreibstil, der einen einlädt, an der Geschichte dran zu bleiben. Es ist magisch, nahezu unmöglich irgendwie genauer zu beschreiben, was einen hier so verzaubert, es ist wirklich ein Buch, dass man selbst erleben muss.

Fazit:
Der Auftakt der neuen Trilogie von Kerstin Gier ist wahrlich gelungen, wobei sich kein wirkliches Fazit stellen lässt, da ich jeden nur raten kann, diese Welt selbst einmal auszuprobieren. In mir steckte auch viel Skepsis, aber jetzt kann ich nachvollziehen, woher dieser Hype um Frau Giers Bücher herrührt. Absolute Leseempfehlung.

5 Sterne

Ein Gedanke zu “Silber – Das erste Buch der Träume

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