Exit: Ende gut, Alles gut

Exit


Titel: 
 Exit: Ende gut, Alles gut
Autor: Klaus Kamphausen
Genre: Sachbuch
Seiten: 286 Seiten
Verlag: Komplett Media 
ISBN-10: 383120392X
ISBN-13: 978-3831203925

Erste Sätze:
Das in der Umgangssprache immer noch geläufigste und meistgebrauchte Wort ist „Selbstmord“. Während im Mittelalter noch von „Selbst-Entleibung“ gesprochen wurde, taucht der Begriff „Selbstmord“ das erste Mal zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf.

Klappentext:
Auf der einen Seite ist das Staunen über das Sein, über diese Welt, auf der anderen Seite das Wissen, dass der Mensch diese Welt wieder verlassen muss.

In diesem Spannungsfeld stellt sich eine der grundlegenden Fragen jedes einzelnen Menschen: „Wie soll man leben?“

Das Leben soll frei und selbstbestimmt sein. Teil des Lebens sind auch das Altern und der Tod. Ist ein selbstbestimmtes Lebensende die letzte Herausforderung?
„Mein Leben ist nicht mehr lebenswert. Ich will jetzt sterben!“
Darf sich der Einzelne selbst töten, wenn er seines Lebens überdrüssig ist? Und das nicht unter unwürdigen Bedingungen wie von der Brücke springen, mit dem Strick um den Hals oder sich vor den Zug zu werfen!

In einer zunehmend funktionalen, konformistischen und alternden Gesellschaft, ist die Selbsttötung ein Phänomen, das mehr und mehr Menschen persönlich betrifft.

Was sagen dazu die großen Religionen? Wie änderte sich die Haltung der Gesellschaft zur Selbsttötung im Spiegel der Zeitgeschichte? Kontrovers sind die Antworten der Philosophen auf die vielleicht größte Frage des Lebens. Welche Bedeutung hatte und hat die Selbsttötung in anderen Kulturkreisen?
Welchen Anspruch dürfen Staat, Kirche und Medizin auf den Einzelnen, der sich töten will, erheben? Welche Verantwortung haben wir Menschen gegenüber, die sich selbst töten wollen?
Warum wollen Menschen überhaupt ihr Leben vorzeitig beenden?
Und warum ist das Leben eine Alternative?

Dieses Buch fasst zusammen und gibt einen Überblick. Es ist Basiswerk für informierte und verantwortliche Meinungsbildung.

Inhalt:
Selbsttötung ist und bleibt ein brisantes Thema. Es hat über Jahrzehnte immer Menschen bewegt und kontroverse Meinungen zu Tage gefördert, doch wie sieht es geschichtlich eigentlich wirklich aus, wer war Befürworter? Welche Argumente brachte er hervor und wenn es Befürworter gab, so ist auch gewiss, dass es auch Menschen mit einer Menge Gegenargumente gab/gibt. Letztlich muss sich jeder eine eigene Meinung zu diesem Thema formen, doch dieses Buch gibt zumindest zeitgeschichtlich einen faszinierenden und interessanten Überblick.

Meine Meinung:
Zu Beginn: Dieses Buch wertet nicht. Es sagt dem Leser nicht – Selbsttötung ist ein menschliches Recht, genauso wenig spricht es aber jemanden dieses Recht ab, hier wird einfach besprochen, was für unterschiedliche Meinungen es im Laufe der Jahrhunderte dazugab.

Philosophen, Ärzte, Schriftsteller oder die Kirche, jede Ansicht zu dem Thema wird beleuchtet und so wiedergegeben, wie die Menschen eben damals und heute darüber dachten. Schnell wird man feststellen, die Streitigkeiten von damals beeinflussen auch heute noch die Gesprächsthemen. Für manche ist es ein Grundrecht, andere sehen darin einen moralischen Verfall – wie gesagt, dieses Buch mag unterstützend wirken, sich sein eigenes Bild zu kreieren, lenkt aber unter Garantie in keine bestimmte Richtung.

Besonders interessant war es auch zu erfahren, wie die kulturellen Unterschiede zu diesem Thema aussehen. Man maßt sich oft an, die eigene Kultur wäre das Nonplusultra, doch gerade durch andere Einflüsse kann man lernen und eine viel universellere Einstellung sich erschaffen.

Der Umgang mit dem Thema, wie es heute in der Gesellschaft gehandhabt wird, er kommt auch zu Wort, ist jedoch lediglich ein Bruchstück, fokussiert wird hier wirklich auf den geschichtlichen Aspekt und man sollte schon eine Affinität dahingehend mitbringen, da es für mich doch, weil geschichtlich eher uninteressiert, auf die Dauer betrachtet, ein wenig ermüdend wurde.

Sprachlich ist es voller Leichtigkeit, weder hochaufgesetzt noch unverständlich aufbereitet, ein Buch somit, was sich an Jedermann richtet. Einzig vielleicht, es kommt so vielen Zitaten, die sind, wie man durch die sprachliche Entwicklung sicherlich weiß, manchmal ein wenig mühselig zu entwirren und doch liegt gerade in den alten Texten eine besondere Faszination, wenn man betrachtet, wie wenig sich das Denken zu einem Thema tatsächlich ändert.

Empfehlenswert ist das Buch einerseits für geschichtlich Interessierte, andererseits aber natürlich auch für die Unschlüssige. Die meisten Menschen sind doch so, solange sie ein Thema nicht direkt betrifft, finden sie es nicht lohnenswert, ihre Gedanken daran zu verschwenden, doch irgendwann, da tauchen sie  auf, die Lebensfragen und in diesen Situationen, da kann man zu diesem Buch greifen, sich auf eine Reise durch die Zeit einlassen und letztlich auch unter Garantie eine Entscheidung treffen, wie man zu diesen sehr umstrittenen Thema steht.

Nicht geeignet ist das Buch für jemanden, der darin gar einen Selbsthilfecharakter erkennen möchte. Trägt man sich mit Suizidgedanken, dann sollte man einen Therapeuten aufsuchen, dieser Leidenszustand lässt sich nämlich nicht durch ein Buch beseitigen.

Fazit:
Der Titel reißerisch, doch hinter dem Buchdeckel verbirgt sich eine außergewöhnliche Informationsquelle, die Fragen zur Moral, aber auch den menschlichen Grundrecht abklärt.
Vorliebe für Geschichte ist jedoch sicherlich von Vorteil.
4 Sterne

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