Isegrim

IsegrimTitel:  Isegrim
Autor: Antje Babendererde
Genre: Jugendbuch
Seiten: 410 Seiten
Verlag: Arena
ISBN-10: 3401067532
ISBN-13: 978-3401067537

Erste Sätze:
Sie gab einen überraschten Laut von sich, als das Eisen ihr Herz durchbohrte. Seines hörte für Sekunden auf zu schlagen.
Sein Blick glitt über ihre dünnen Beine, das hochgerutschte hellblaue Kleid. Er fiel neben ihr auf die Knie. Der rote Fleck auf ihrer Brust entfaltete sich wie eine dunkelrote Rose, die in den Himmel blutet.

Klappentext:
Ein ungesühntes Verbrechen
Ein düsteres Geheimnis
Und ein Mädchen, das nicht bereit ist, wegzusehen

Der Wald ist Jolas Refugium. Hier kennt sie jeden Winkel, jeden Baum, jedes Tier. Hier ist sie weit weg von ihrer überängstlichen Mutter, der erdrückenden Enge in ihrem Heimatdorf und ihrem besitzergreifenden Freund. Doch seit einiger Zeit fühlt Jola sich beobachtet. Irgendjemand treibt im Wald sein Unwesen, folgt ihr und macht ihr Angst. Als sie auf den mysteriösen Olek trifft, der sie auf seltsame Weise fasziniert, scheint das Rätsel gelöst.

Erst nach und nach offenbart der Wald seine dunklen Geheimnisse. Und Jola wird eingeholt von einem furchtbaren Verbrechen, das sie seit fünf Jahren zu vergessen versucht.

Inhalt:
Für Jola bedeutet der Wald alles. Sie liebt die Stille, durch die Gegend zu streifen oder einfach nur die verschiedensten Tiere zu beobachten, doch es ist etwas anders geworden in ihrem Wald: sie fühlt sich beobachtet, kleinste Geräusche machen sie unsicher. Ein Verbrechen vor fünf Jahren beschäftigt ihre Gedanken, wenn sie ihm auch keinen großen Raum einräumen möchte, so dominiert es doch jede Handlung von ihr.
Als sie den auf den geheimnisvollen Olek trifft, stellt dieser abermals ihre Welt auf den Kopf, doch es das Verbrechen, welches die Geschichte letztlich gänzlich umspannt.

Meine Meinung:
Es war ein Zufall, dass ich nach diesem Buch griff. Cover und Titel, sie sprachen mich nicht wirklich an und doch war da irgendeine Anziehungskraft, dass ich danach griff und es war der sprichwörtliche Glücksgriff.

Zu Beginn war mir nicht ganz klar, welches Genre ich hier vorfinde: Thriller oder Fantasy? Nach dem Lesen lässt sich eindeutig sagen, hier gibt es keine Fantasieelemente, die Geschichte spielt sich in der Realität ab und ist ein glasklarer (Jugend)Thriller. Es ist einer von dieser Sorte, der niemals Langeweile aufkommen lässt – man steht unter Strom, tastet sich langsam an das Verbrechen ran, entwickelte wirre Gebilde, was und wie es hätte passieren können, nur um letztlich komplett überrascht zu werden. Verbrechen bedeutet immer Täter und Opfer, wer Opfer ist, dass wird einem schnell klar, wer aber der Täter ist, bleibt lange verborgen. Man hat seine Verdächtigen, natürlich, aber trotzdem durchschaute ich das ganze Szenario niemals komplett, die Autorin versteht es, kleine Stolpersteine auszulegen, die einen in die falsche Richtung lenken.

„Isegrim“ ist ein Buch, bei dessen Rezension man sich ständig auf die Finger klopfen möchte – hier ist es wirklich so, man könnte viel erzählen, aber mit jedem Detail nimmt man irgendwas der Geschichte vorweg, was man als Leser jedoch selbst entdecken sollte und deswegen hülle mich eher in Schweigen. Sagen kann ich nur, einerseits ist es die Spannung, die mich beeindruckt hat, andererseits auch der Schreibstil, weil er einen dazu verleitet weiterzulesen und das Buch niemals aus der Hand zu legen. Die 400 Seiten sind nur an mir vorbeigeflogen und die Geschichte, sie hätte noch ewig weitergehen können.

Wie es in Jugendbüchern oft so ist, gibt es hier auch eine Liebesgeschichte, doch es ist irgendwie anders, anhand ihrer wird der Reifeprozess dargestellt, wie aus Jola, dem unsicheren kleinen Mädchen, eine junge und mutige Frau wird, weshalb mich dieses Mal dieser Erzählstrang gar nicht gestört hat, sondern viel mehr unbedingt notwendig für das Buch war.

Und was hat es jetzt mit „Isegrim“ auf sich? Inhaltlich blieb er ja bis jetzt vollkommen unerwähnt und ist eigentlich auch nur eine Nebengeschichte, die dann doch irgendwie Hauptgeschichte wird, weil zwingend notwendig für das ganze Buch. Dazu verrate ich nichts, aber es ist unglaublich gut eingebaut und regt zum Nachdenken an.

Fazit:
Ein Thriller voller Spannung und Nervenkitzel, wenn die Action auch mehr in der Vergangenheit als der Gegenwart liegt. Alle Komponenten sind richtig verteilt, so dass man ein Buch vor sich hat, welches man nicht mehr aus der Hand legen kann und möchte.

5 Sterne

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