Transcendence [Film]

Titel: Transcendence
Regie: Wally Pfister
Drehbuch: Jack Paglen
Musik: Mychael Danna

Produktionsland: USA
Dauer: 119 Minuten
Erscheinungsdatum: 2014
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Der renommierte Wissenschaftler Dr. WILL CASTER (Johnny Depp – „Fluch der Karibik“, „Blow“, „Platoon“) arbeitet gemeinsam mit seiner Frau EVELYN (Rebecca Hall – „Presitige“, „Vicky Cristina Barcelona“, „Iron Man 3“) auf dem Gebiet der technologischen Singularität. Durch die Erschaffung eines Computersystems, dessen komplexe Verschaltungen wie menschliche Gehirne funktionieren, streben sie die Transzendenz künstlicher Intelligenz an. Ein technologischer Quantensprung, der ihnen zwar viel Lob einbringt, sie jedoch auch zur Zielscheibe von fanatischen Technik-Skeptikern macht. Bei einem Überfall auf das Labor wird Will tödlich verletzt. Hin und her gerissen zwischen Liebe und Forscherdrang führt Evelyn eine drastische Maßnahme durch: Gemeinsam mit dem Forscher MAX WATERS (Paul Bettany – „A Beautiful Mind“, „Ritter aus Leidenschaft“, „The Da Vinci Code – Sakrileg“), einem engen Freund und Kollegen ihres Mannes, verbindet sie Wills unversehrtes Gehirn mit dem Computersystem und überträgt seine Informationen auf den Rechner. Ein Experiment mit unvorhersehbaren Folgen…

Meine Meinung:
Man kann natürlich streiten, ob man diesen Film jetzt als „Nolan“-Film interpretieren kann, eher nicht – aber ich füge ihn trotzdem dazu.

Ich muss zugeben, ich war sehr aufgeregt, als ich den Film endlich sehen durfte. Ein Debut-Film von Nolan-Kameramann „Wally Pfister“, der jetzt auf eigenen Beinen stehen möchte. Und die Thematik ist interessant und auch gewaltig – nicht umsonst in der „black list“ der „most-liked unproduced screenplays“. Die Anforderungen an diesem Film waren daher immens groß … zu groß, wie sich herausstellen sollte.

Der Film beginnt atmosphärisch mit einigen Kamera-Raffinessen – typisch Pfister möchte man meinen. Man befindet sich in einer post-apokalyptischen Umgebung und wird natürlich neugierig. Und gleich danach, fängt der Film auch schon an. Wir sehen Dr. Caster und seine Frau, wie sie den Garten pflegen und sich auf eine wichtige Präsentation vorbereiten. Kurze Sci-Fi-Rhetorik und Philosophie, wieso, warum, weshalb … kurz darauf gibt es einen Terroranschlag und eine Möchtegern-Nullnummer erschießt den genialen Doktor. Wie sich herausstellen sollte, waren Anti-Technik-Terroristen am Werk und Dr. Caster wurde mit einer Polonium-Patrone „vergiftet“. Aus Verzweiflung und Ehrgeiz beschließt Evelyn den Geist ihres sterbenden Mannes in eine Maschine zu transferieren – einer sprichwörtlichen „Transzendenz“ – welches auch später gelingt und die Terroristen dadurch doof in die Röhre gucken.

Mir ist aufgefallen, dass die Szenen immer Stück für Stück abgedreht wirken, jeder Schnitt sehr einschneidend – weniger fließend. Das Verhältnis der beiden Protagonisten stimme soweit, aber sonst wirkt das menschliche Zusammenspiel aufgesetzt. Kritisch betrachte ich den Umstand, dass man am Ende das Gefühl hat, dass nichts großartiges passiert ist. Ich meine, ein „Super-Computer-Programm“, mit der Möglichkeit alles Leben auf den Planeten „zu verbessern“ (= zu ersetzen) und so gut wie kein Schwein interessiert sich dafür? Mal abgesehen von diesen Terroristen (und einem FBI-Mann „ANDERSON“ – Cillian Murphy – „Inception“, „Batman Begins“), wo ist der Rest? Wo ist die Regierung? Armee? CSI? NSA? Edward Snowden?! Nun gut, hier könnte man sagen, das versucht wurde aus diesem gut-böse-Schema auszubrechen, aber dadurch hat es jegliche Spannung verloren. Es kann kein richtiger Konflikt entstehen.

Die Terroristen selbst, allen voran die Anführerin „BREE“ (Kate Mara – „Brokeback Mountain“, „House Of Cards“), wirken alle deplaziert. Einfühlungsvermögen von/für Terroristen ist ja so ne Sache, aber hier habe ich keinerlei Sympathien entwickeln können – auch wenn die Thematik gut und plausibel war. Die visuellen Effekte waren toll, keine Frage – schön umgesetzt, auch finde ich Pfisters Regiearbeit mehr als befriedigend. Aber am Ende, wie gesagt, bleibt man etwas Zähneknirschend am Platz hängen und denkt sich „war’s das etwa schon?!“

Ich hätte mir auch noch mehr Inhalt zu Ethik und Moral gewünscht, wie man Leben definiert, wie den Tod – warum verbessern, wenn man dadurch vernichtet – wieso heilen, wenn es keine Krankheit ist, oder vielleicht doch?! Die besten philosophischen Fragen über die Existenz des Seins, und so gut wie nichts hat man hier gezeigt. Das Ende sei zwar „schön“, aber beim besten Willen nicht plausibel – eben weil oben genanntes fehlte!

Fazit:
Nicht falsch verstehen, der Film ist NICHT schlecht, aber auch KEIN Knüller, und das ärgert mich doch ein wenig, denn die Thematik war da! Man kann jetzt gerne dem Script die Schuld geben, dass es kein cineastisches Feuerwerk wurde, aber ich denke, es gab da mehrere Faktoren, die da mitgespielt haben. Schade, denn damit hätte Pfister aus Nolans Schatten herausspringen können, wird jetzt aber doch mehr in diesen hineingesaugt. Jetzt „nur noch“ als Nolans-Kameramann abgestempelt zu werden ist sicherlich das Letzte, was er wollte.

Schade, aber man weiß ja nicht was die Zukunft bringt. Im November ist jedenfalls wieder Mr. Nolan am Zug mit „Interstellar“, auf das ich mich schon sehr, sehr, sehr freue (und wehe, das wird ein Flop!)

Mein Rating:
6/10

http://www.imdb.com/title/tt2209764/
http://www.rottentomatoes.com/m/transcendence_2014/
http://de.wikipedia.org/wiki/Transcendence_%28Film%29

2 Gedanken zu “Transcendence [Film]

  1. Von der Besetzung allein, hört sich der Film schon sehr gut an. Schade, dass ein ganzes Potenzial nicht ausgeschöpft wurde. Da mein Mai ziemlich vollgepackt ist, werd ich den Film wohl erst auf DVD anschauen…

    Liebste Grüße und viel Sonnenschein,
    Kasia

  2. Die Besetzung ist nicht schlecht gewählt (vielleicht mit Außnahme von Kate Mara) – aber wie erwähnt, der Knüller war es leider nicht 😦 Auch vom Einspielergebnis bleibt der Film (momentan) weit hinter den Erwartungen…
    PS: Danke für den Sonnenschein 🙂
    (Bernhard)

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