A Long Way Down [Film]

A long way down


Titel:
 A Long Way Down
Regie: Pascal Chaumeil
Drehbuch: Jack Throne
Musik: Dario Marianelli

Produktionsland: UK
Dauer: 96 Minuten
Erscheinungsdatum: 2010
Altersfreigabe: FSK 6

Inhalt:
Silvesternacht. Für viele ein Grund zu feiern, vier Personen verschlägt es jedoch auf das höchste Dach der Stadt, sie wollen sich umbringen. Bei dieser Angelegenheit ist man jedoch lieber alleine, so dass alle wieder vom Dach steigen und der Jüngsten bei ihrem Problem helfen wollen, herauszufinden, warum ihr Freund sie verlassen hat. Ist diese Aufgabe gut gemeistert, entschließen sie sich zu einem Pakt:  bis zum Valentinstag dürfe sich niemand von ihnen umbringen. Bis dahin lernen wir die Leben der einzelnen Personen kennen:
Maureen (Toni Collette), deren Sohn Matty schwerstbehindert ist und deren Pflege sie alleine meistern muss, Jess (Imogen Poots), die Tochter eines Politikers, die ein dunkles Geheimnis in sich trägt, J.J. (Aaron Paul), der von seinem besten Freunden, den Mitgliedern seiner Band, im Stich gelassen wurde und Martin (Pierce Brosnan), ein einst berühmter Talkmaster, der nach einem Gefängnisaufenthalt keinen Fuß mehr fassen kann.
So unterschiedlich alle auf den ersten Blick erscheinen, sie teilen doch den Wunsch zu sterben und es ist manchmal diese Verbindung, die einem neue Perspektiven gibt.

Meine Meinung:
Das Buch von Nick Hornby konnte mich damals nicht begeistern, das Hörbuch hingegen schon, weil jeder Protagonist eine eigene Stimme hatte und man sich so viel mehr in der Geschichte verlor, gespannt war ich also nun, wie der Film aufgebaut ist. Unterteilt ist er in vier Blöcke: jeder der Selbstmordkandidaten bekommt Zeit, sein Leben „vorzustellen“ – das gelingt bei einigen gut, bei anderen eher mäßig. Besonders die Männer sind im Hintergrund, man erfährt ihre Geschichte, durchaus, aber JJ fehlt es komplett an Substanz, ich entsinne mich an das Buch, da war er ein vollwertiger Charakter, im Film wirkt er eher wie eine Nebenfigur. Viel Platz hingegen wird Jess eingeräumt, sie könnte mein als Hauptperson bezeichnen, weil alles sich irgendwie immer wieder zu ihr hinwendet. Es ist kein richtiger Kritikpunkt, weil der Film doch klasse bleibt, doch hätte ich mir einfach gewünscht, dass alle vier vollkommen ausgeleuchtet werden, damit man von ihnen allen ein rundes Bild erhält und nicht nur teilweise Bruchstücke.

Der Beginn des Filmes ist ein wenig schleppend, natürlich, man trifft die Menschen gleich mal auf dem Dach, die Situation ist klar, aber war es für mich schwierig, mich in die Personen einzufühlen, sie waren einfach noch so kalt, ohne ihre Geschichte, aber mit jedem Teilabschnitt, mit jeder Facette, die man mehr an ihnen kennenlernt, desto mehr wachsen sie einem auch ans Herz, desto schwerer wird es für einen, sie am Ende ziehen zu lassen. Und man könnte denken, ja, zum Schluss sind alle glücklich und zufrieden, die Suizidgedanken Schnee von Gestern. Hier ist zu sagen, die Realität schlägt zu und es ist gerade das Ende, was einen das Herz beschleunigen lässt, das Tränen in die Augen treibt und eine Gefühlswelle über einen kommen lässt, hier kann ich nur sagen: selber anschauen, selber fühlen.

Fazit:
Kennt ihr diese Film, bei denen man das Kino verlässt, sich eine Zigarette ansteckt und in den Himmel schaut, beobachtet, wie die eigenen Gedanken davonfliegen, während das Herz immer noch in der Brust wie wild umherspringt, weil es jetzt auch eigentlich nicht weiß, was es fühlen soll? Schwere und Leichtigkeit, wenn sie Hand in Hand gehen, dann muss man sagen: guter Film, sehr guter Film.

5 Sterne

3 Gedanken zu “A Long Way Down [Film]

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