Das Leben ist nichts für Feiglinge [Film]

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Titel: Das Leben ist nichts für Feiglinge
Regie: André Erkau
Drehbuch: Gernot Gricksch

Produktionsland: Deutschland
Dauer: 93 Minuten
Erscheinungsdatum: 2013
Altersfreigabe: FSK 12

Inhalt:
Für Kim (Helen Woigk) und ihren Vater Markus (Wotan Wilk Möhring) verändert sich alles, als die Mutter und Ehefrau Babette bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt. Markus versucht zwar den Draht zu seiner Tochter nicht zu verlieren, doch ertrinkt er in eigenem Kummer, obwohl er das Beste tut. Kims Oma Gerlinde (Christine Schorn) erreicht sie zwar noch, doch auch sie hat eine eigene Last zu tragen, bei ihr wurde Krebs diagnostiziert, was sie ihrer Familie zuerst jedoch verschweigt, haben sie doch schon so genug Schwermut in sich zu tragen.
Immer weiter entfernen sich die Protagonisten voneinander, doch letztlich ist es das Leben, was sie wieder zueinander führt.

Meine Meinung:
Eine gefühlte Ewigkeit lag dieser Film jetzt bei mir rum und weil es heute mit dem Lesen nicht klappen wollte, dachte ich mir, wieso nicht, kann ja ganz nett werden, obwohl mir der Trailer im ersten Moment nicht wirklich zugesagt hat. Langweilig sah er aus, aussagelos, ohne Tiefgang.
Jetzt weiß ich, manchmal sollte man sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen, manchmal sollte man solche Perlen nicht viel zu lange unbeachtet lassen.

Kim und Markus befinden sich in der Trauerphase, finden nicht mehr wirklich zueinander, besonders weil sich die Tochter noch mehr abkapselt, als sie es vorher schon getan hat. Ihrem Vater gelingt es einfach nicht mehr, einen Zugang zu finden. Sie leben miteinander, aber aneinander vorbei.
Gerlinde, Oma und Mutter, agiert im Hintergrund, mischt sich nicht groß ein, beobachtet jedoch alles mit großer Sorge, so groß ist ihre Sorge, dass sie sogar ihre eigene Krebserkrankung verschweigt, glaubt sie doch, niemand würde auch noch diesem Schmerz standhalten können. Von dem Krankenhaus bekommt sie eine Pflegerin gestellt: Paula (Rosalie Thomass). Diese zwei netten Damen, sie sind ein Gespann für sich selbst, entlocken der Schwere der Situation immer wieder eine Lockerheit, die einfach unglaublich ist.

Letztlich ist es aber vermutlich genau die Mischung aus Lockerheit und Ernst, die den Film so außergewöhnlich macht. Manchmal gibt es eine Szene, in der man einfach nur lachen muss, um dann in der nächsten schon wieder den Tränen nahe zu sein. Man ist in einen Gefühlskarussell gefangen und möchte einfach niemals wieder aussteigen. Kennt ihr diese Film, von denen ihr hofft, sie würden niemals enden? Genau um solch einen handelt es sich bei „Das Leben ist nichts für Feiglinge“.

Nachdem ich ein bisschen zu dem Film recherchieren wollte, bevor ich mich an die Rezension setzte, sprang mir ins Auge: Grundlage für ihn ist das gleichnamige Buch von Gernot Gricksch und eines ist gewiss, dieses wird ganz bald den Weg zu mir auf den Nachtisch finden. War der Film nämlich schon großartig, lässt sich nur erahnen, wie gut das Buch sein muss, wo es doch noch mehr Details (hoffentlich) für einen bereithält.

Übrigens würde ich jeden raten, nicht die Inhaltsbeschreibung auf der Hülle zu lesen, meines Erachtens verrät es einfach viel zu viel. Was dem Film jetzt keinen Abbruch tut, er bleibt trotzdem großartig, jedoch finde ich, fehlt dann irgendwie der Überraschungsmoment in einzelnen Situationen.

Fazit:
Deutsches Kino muss nicht immer schlecht sein, was endlich wieder einmal auf ganzer Linie bewiesen wird. Man schwankt zwischen Traurigkeit und Frohsinn. Diese Mischung macht den Film einzigartig, so dass ich ihn allen nur ans Herz legen kann.

5 Sterne

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