Spieltrieb [Film]

Titel: Spieltrieb
Regie: Gregor Schnitzler
Drehbuch: Kathrin Richter, Jürgen Schlagenhof (nach dem Roman von Juli Zeh)
Musik: Gerd Baumann

Produktionsland: Deutschland
Dauer: 101 Minuten
Erscheinungsdatum: 2013
Altersfreigabe: FSK 12

Log-Line:
Die frühreife ADA (Michelle Barthel) ist 15 und Schülerin am Ernst-Bloch-Gymnasium. Sie ist überdurchschnittlich intelligent, was dazu führt, dass sich die Außenseiterin meistens im Unterricht langweilt. Das ändert sich, als ALEV (Jannik Schümann) neu in die Klasse kommt. Alev ist ebenfalls hochbegabt, attraktiv, äußerst selbstbewusst und gerissen. Ada ist fasziniert von dem jungen Mann, sucht seine Nähe und wird alsbald in ein gefährliches Spiel aus Sex und Macht, Lust und Leidenschaft hineingezogen. Ihr ahnungsloses Opfer ist ihr Sport- und Deutschlehrer SMUTEK (Maximilian Brückner).

Meine Meinung:
Premiere: bevor ich diesen Film gesehen habe, habe ich mir von meiner lieben Freundin (Yvonne) das Buch „Spieltrieb“ von Juli Zeh ausgeliehen und es auch gelesen. Das Buch zeichnet sich vor allem durch seinen Schreibstil aus – ein Wörterbuch mitzunehmen ist hier Pflicht.

Zum Film: ich muss sagen, ich habe selten einen solch schlechten Film bzw. Umsetzung eines Romanes gesehen! Der Film überspringt gleich das erste Drittel des Buches (1. Jahr in der Schule). Handlungsstränge wurden verändert und manche Charaktere (z.B. Olaf) wurden komplett entfernt. Kann man verschmerzen, wenn dafür der Film in Fahrt kommt … kommt er aber nicht! Die einzelnen Szenen wirken ideenlos und halbherzig zusammengekleistert. Von Tiefgang keine Spur, oberflächig und halbherzig erzählt. Wer das Buch nicht kennt, wird gar nicht erst den Sinn dieses Filmes verstehen – und das ist für eine Romanverfilmung der Tod!

Die Charaktere (die ich in einem inneren Auge beim Lesen des Buches ganz anders vorgestellt habe) kommen hier gar nicht zur Geltung. Maximilian Brückner als Deutsch- und Sportlehrer Smutek hat für mich einen total desinteressierten Eindruck hinterlassen. Schürmann als Alev El Quamar, kommt schon mal gar nicht als Halb-Ägypter rüber und die Art und Weise, wie er in Szene gesetzt wurde wird seiner Rolle im Roman nicht gerecht. Gleiches gilt auch für Ada, während sie im Roman als sehr kühl und schlagfertig dargestellt wird, ist sie hier ein „normaler“ verliebter Teenager, die ihren Alev anhimmelt und ständig anlächelt – da sträubt sich bei mir alles!

Die (pseudo)philosophischen Ansätze finden hier so gut wie gar keine Beachtung, und wenn, dann in einem gerade zu höhnischen Ausmaß. Die nihilistischen Gedankenzweige, vor allem die Lehre des „Nichts“, welche im Buch ihren Platz haben, gehen hier genauso verloren wie z.B. die Thematiken des Erfurt-Massakers 2004 (Stichwort: Counter-Strike).

Fazit:
Mir war schon bewusst, dass „Spieltrieb“ nur (sehr) schwer in einen Film umzuwandeln sei, aber dieser Versuch ist hier komplett misslungen. Der Film plätschert so dahin, und nach einiger Zeit sieht man schon das lahme Ende mit dem noch lahmenden Abspann. Ich kann hier wirklich nur das Buch empfehlen, welches vielleicht etwas schwerfällig ist, aber dafür sehr interessant geschrieben!

Mein Rating:
2/10

http://www.imdb.com/title/tt2230342/
http://de.wikipedia.org/wiki/Spieltrieb_%28Film%29

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