Braun & Hammer – Narzissmus brutal

Braun und Hammer

Titel: Braun & Hammer – Narzissmus brutal
Autor: Heinz-Gerhard Witte
Genre: Krimi
Seiten: 320 Seiten
Verlag: Provoke Media 
ISBN-10: 3981640934
ISBN-13: 978-3981640939

Inhalt:
Seit ihrer Studienzeit sind die Psychologen Braun und Hammer die besten Freunde, untereinander tauschen sie sich sowohl über fachliche Probleme, wie auch private aus.
Eines Tages bekommt Braun einen ganz besonderen Patienten: Theodor Konrad Wolf, der an einer schweren Forum von Narzissmus leidet, die sogar seinen Psychologen beinahe in den Wahnsinn treibt. Gemeinsam mit seinem Freund Hammer versucht er trotzdem eine Therapie aufrecht zu erhalten, stößt jedoch schnell an seine Grenzen, als dann auch noch klar wird, dass Theodor Konrad Wolf ein perfides Verbrechen Plan, ist schneller Handlungsbedarf angesagt.

Meine Meinung:
Um ehrlich zu sein, ein klares Bild, was für eine Geschichte mich hier erwarten würde, hatte ich nicht, viel mehr dachte ich: lass dich überraschen. Laut Verlag rangiert es in der Kategorie Krimi, was ich zwar anerkenne, aber doch finde, dass es auch gut in den Sektor Belletristik passen würde, da zwar das Verbrechen eine tragende Rolle spielt, doch der Narzissmus einen höheren Stellenwert hat. Wer sich für diese psychische Störung interessiert, wird hier vollauf bedient. Von allen Facetten wird der Patient Theodor Konrad Wolf beleuchtet, einerseits, wie er auf einen Außenstehenden (Braun) wirkt, andererseits, wie seine wahren Gedanken sind, wenn man Abschnitte über seine wirklichen Pläne liest. Manipulation steht wohl auf Platz eins und diese trägt auch die Geschichte, man beobachtet ihn in der Therapie, diesen Menschen, der eigentlich kooperativ ist, manchmal zwar Wutanfälle erleidet, aber dann, dann erlebt man die wahre Person, die nur mit seinem Therapeuten spielt, als wäre es die Spielfigur in seiner selbst erschaffenen Welt.

Zentral ist auch: wie kam es bei dem Patient zu dieser Störung. Diese Frage wird beantwortet und dann beginnt der Denkprozess beim Leser. In wie weit darf meine seine Vergangenheit als „Ausrede“ benutzen? Theodor Konrad passieren viele schreckliche Dinge und beinahe will man sie als Entschuldigung für sein Handeln nehmen, doch je mehr man liest, desto mehr wird einem klar, dass es zwar sicherlich ein großer Faktor ist, was er erlebt hat, aber es doch nicht alles rechtfertigt. Sein Problem ist wohl, wie bei vielen Narzissten, dass er das Problem nicht bei sich sieht – die Welt ist böse, erkennt nicht sein Potenzial, stellt ihn immer wieder ein Bein etc. Durch einer Therapie könnte er aus dieser Maschinerie aussteigen, doch Braun erscheint mir viel zu unerfahren, für diese schwerwiegende Störung.

Man besucht aber nicht nur die Therapie, alle Protagonisten erlebt man auch im privaten Bereich. Sei es der Therapeut mit Frau und Kind, der andere mit Lebensgefährten oder eben den Klienten, der in seiner ganz eigenen Welt zu leben scheint. Diese Mischung aus beruflicher und privater Ebene macht das Buch so spannend, weil der Therapeut entmystifiziert wird. Man stellt sich diese Menschen gerne allwissend vor, hier bekommen sie aber eine zutiefst menschliche Seite.

Kurz dachte ich mir, ich hätte das Verbrechen durchschaut, begann mich sogar ein bisschen zu langweilen, weil es eben so offensichtlich erschien, aber letztlich habe ich mich grob getäuscht und der Autor hat eine gemeinen, aber grandiosen Köder ausgeworfen, den ich zumindest sofort geschluckt habe. Das Verbrechen bildet auch das Finale des Buches und hier liegt auch meine kleine Kritik beherbergt – es ist alles gut abgeschlossen, da lässt sich nicht meckern, nur wie es mit Theodor Konrad weitergeht, dass erfährt man nicht und ich glaube, es wäre wichtig. Natürlich erwartete ich mir keine Spontanheilung, aber doch eine Weiterführung, wie es mit ihm weitergeht.

Fazit:
Eine spannende Geschichte, in deren Mittelpunkt die Störung Narzissmus ihren Platz findet und jedem Interessieren einen grandiosen Einblick ermöglicht. Das Ende etwas unvollständig, war es doch ein gelungenes Buch.

4 Sterne

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