Ein Mann namens Ove

Ein Mann namens Ove

Titel: Ein Mann namens Ove
Originaltitel: En man som heter Ove
Autor: Fredrik Backman
Genre: Belletristik
Seiten: 368 Seiten
Verlag: Fischer Krüger
ISBN-10: 3810504807
ISBN-13: 978-3810504807

Erste Sätze:
Ove ist 59. Er fährt Saab. Er ist so ein Mann, der mit dem Zeigefinger auf Leute zeigt, die er nicht mag, als wären sie Einbrecher und als wäre Oves Zeigefinger die Taschenlampe eines Polizisten.

Inhalt:
Der 59-jährige Ove ist ein Nachbar, wie man ihn sich nicht wünscht. Jeden Morgen startet er seine Kontrollrunde und schaut, ob die Mülltrennung stimmt, die Fahrräder auch ordentlich verräumt sind und notiert sich die Falschparker. Man könnte sagen, ein Mann der wirklich nicht liebenswert ist, doch so ist Ove eigentlich nicht, es ist die Trauer, die diesen Mann so verbittern ließ. Seit seine Frau Sonja gestorben ist, hat er jeden Halt im Leben verloren, als man ihn auch noch in Rente schickt, hat er, so ist er der Meinung, überhaupt keinen Sinn mehr. Dann zieht eine neue Familie in sein Nachbarhaus und plötzlich ist nichts mehr, wie es einmal war.
 
Meine Meinung:
Es ist wirklich so, nach wenigen Seiten, da mag man Ove nicht besonders. Er ist dieser Bilderbuch Horrornachbar, die man lieber aus der Ferne genießt und auch, als die Familie neben ihn einzieht, wird es nicht unbedingt besser, es ist nur so, durch seine direkte Art ist er unerwartet witzig, besonders mit der neuen Nachbarin harmoniert dieser Humor perfekt.

Und ich dachte mir – kann man ein Buch mögen, wenn man für den Hauptcharakter nur Ablehnung übrig hat und letztlich weiß ich jetzt, man kann und die Dinge sind nicht immer so, wie man auf den ersten Blick denken mag. Ove ist vielleicht penibel und auch nervig, aber es ist die Trauer, die ihn so werden hat lassen. Sonja, seine Frau, er hat sie vergöttert, ja es vielleicht nicht überdeutlich gezeigt, aber die beiden, sie haben sich einfach ergänzt. Jetzt ist seine zweite Hälfte weggebrochen und wie kann man da diese Bitterkeit nicht verstehen, die er ausstrahlt. Diese Bitterkeit sieht man auf jeder Seite, aber man sieht auch eines, dieser Mann, so nervig er auch sein mag, ist eine wundervolle Person. Alles scheint man von ihn haben so können, fragt man nach einen Gefallen, dann tut er ihn auch, natürlich murrt er und meckert, aber letztlich, da würde er für seine Mitmenschen vermutlich alles tun.

Aber hätte ihn jemals jemand gefragt, wäre seine Antwort gewesen, er habe nicht gelebt, bevor sie in sein Leben trat. Und als sie es verließ, war es wieder dasselbe. (Zitat Seite 152 – Ove über seine Frau Sonja)

Auf den Cover ist neben Ove eine Katze abgebildet – mhh…ich als Leser mach mir vor Beginn eines Buches gerne darüber Gedanken, was es wohl mit der Geschichte zu tun hat, weil es meistens doch irgendwie immer zusammenpasst, aber was sich hier entwickelt, ist vermutlich eine Herzensangelegenheit sondergleichen. Zu viel mag ich nicht verraten, aber dieser kleine Handlungsstrang geht einen so nahe, dass man dieser Geschichte irgendwann komplett verfällt, weil so viele kleine Dinge zusammenkommen, die einen zutiefst berühren und lange nicht mehr loslassen.

Man lernt aber Ove nicht nur heute kennen, oft blickt er auf sein Leben zurück und man darf ihn in die Vergangenheit begleiten, lernt ihn als Kind und Jugendlichen kennen, letztlich auch  den Moment, wo er Sonja trifft und wie sie zueinander finden, was auch wieder so eine herzergreifende Geschichte ist, dass ich mich während der Lektüre des Buches wie in einen Gefühlskarussell fühlte, man lacht und weint, aber eines ist ganz wichtig – mag lernt Ove lieben und abschließend lässt sich nur sagen, dieser Mann ist auch mit all seinen Ecken und Kanten liebenswert.

Fazit:
Ein Buch, was die ganze Gefühlspalette für den Leser bereithält. Zwischen einen Lachen auf den Lippen und Tränen der Trauer in den Augen, ist alles dabei und macht diese Geschichte zu etwas sehr besonderen, was ich niemals missen möchte und sicherlich wieder lesen werde. Absolut empfehlenswert.

5 Sterne

9 Gedanken zu “Ein Mann namens Ove

  1. Mich erinnert das Buch (ohne das ich es gelesen habe) etwas an den Film „Gran Turismo“ mit Clint Eastwood. Und den Film liebe ich <3

    Werd das Buch auf jeden Fall mal lesen 🙂

    Liebste Grüße,
    Kasia

  2. Ich muss ja gestehen, dass mich das Buch bislang eigentlich gar nicht gereizt hat. Aber die Meinungen fallen alle durchweg positiv aus. Gestern nun habe ich von Verlagsvertretern die Leseprobe in die Hand gedrückt bekommen – mal schauen, ob ich danach dem Roman eine Chance gebe 🙂

    • Ich kann es dir nur ans Herz legen, weil mein Gedanke war auch, soll ich das Buch lesen, ist es wirklich was für mich, aber Ove ist einfach wunderbar. Sein Leben ist traurig und diese Gefühle nehmen einen ein.
      Kleiner Tipp: Nicht ganz von der Leseprobe einnehmen lassen, da ist Ove noch so kalt, die Wärme kommt erst mit der Zeit, aber ich wäre sehr gespannt auf deine Meinung! 🙂

  3. Hallo liebe Yvonne,

    ich habe gesehen, dass du den Beitrag „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ im Bloggernetzwerk geliked hast. Und jetzt bin ich bei dir vorbeigekommen und habe gesehen, dass du eine beachtliche Anzahl verschiedenster Rezensionen auf deinem Blog hast. Nun meine Frage: hättest du Interesse daran, dass ich dich in Zukunft auch bei uns mit deinen Rezensionen verlinke?

    Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen!
    Alles Liebe ♥,
    Janine

    • Liebe Janine,
      war mir gar nicht bewusst, dass so ein kleiner Like auffällt, aber ja, ich wäre gerne Teil eures großartigen Projektes. Hab es selbst gerade erst entdeckt, aber jetzt werde ich sicherlich regelmäßig vorbeischauen.

      Also gerne, meine Rezensionen stehen euch offen.

      Alles Liebe
      Yvonne

      • Da siehst du mal, was mir alles an Kleinigkeiten auffällt. 😉
        Vielen, lieben Dank, ich mache mich gleich an die Arbeit und schaue, was ich schon alles bei uns verlinken kann. 🙂

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