The Revenant – Der Rückkehrer [Film]

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Titel: The Revanant – Der Rückkehrer
Regie: Alejandro G. Iñárritu
Drehbuch: Alejandro G. Iñárritu, Mark L. Smith

Produktionsland: USA
Dauer: 156 Minuten
Erscheinungsdatum: 2016
Altersfreigabe: FSK 16

Log-Line:
Bei einer Expedition tief in der amerikanischen Wildnis wird der legendäre Forscher und Abenteurer Hugh Glass brutal von einem Bären attackiert. Seine Jagdbegleiter, die überzeugt sind, dass er dem Tod geweiht ist, lassen ihn zurück. In seinem Überlebenskampf erleidet Glass unerträgliche Qualen und muss erleben, dass auch sein engster Vertrauter John Fitzgerald ihn verrät und im Stich lässt. Mit übermenschlichem Willen zu überleben und angetrieben von der Liebe zu seiner Familie kämpft Glass sich durch eine feindliche, unerbittliche Wildnis zurück ins Leben.

Meine Meinung:
Ich habe erst recht spät von diesem Film erfahren, da viele die schauspielerische Leistung DiCaprios auf’s höchste loben. Als ich erfuhr, dass Hr. Inarritu (Birdman) die Regie führt, war meine Neugier groß genug, diesen Film im Kino anzusehen.

Der Film fängt spektakulär an, die Schlacht zwischen den Fellhändler und den Indianern, allein hier ist die Regie-Leistung bemerkenswert. Man hat wirklich das Gefühl, mittendrin in diesem Gemetzel zu sein und stereotypische Darstellungen (die Wilden fallen wie die Fliegen) werden hier gekonnt mit einer ungeheuren Portion Realismus und Authenzität gekonnt umgangen. Der Film zeigt aber weniger den Konflikt zwischen Ureinwohner und den neuen Siedlern (welche zwar öfters erwähnt werden) auf sondern natürlich der Überlebenskampf des Protagonisten, der bei seiner letzten Expedition alles verloren hat, sogar seinen eigenen Sohn.

Hier hat der Regieseur (und auch Drehbuchautor) gekonnt Mutter Natur in Szene gesetzt. Die Bilder sind gewaltig, majestätisch und mit Ehrfurcht durchzogen. Als schöner Kontrast sieht man hier den leidenden, aber nicht tot zu kriegenden Leonardo DiCaprio, der von den vermeindlichen Toten wieder aufersteht.

Die Geschichte bezieht sich auf die Geschichte (oder besser gesagt der Legende) des Trapper Hugh Glass, welches von Mark L. Smith als Buch verfasst wurde. Es soll sich hier um einen wahren Kern handeln, aber ob sich alles tatsächlich so zugetragen hat wie im Buch (und auch im Film) dargestellt, muss mit Vorsicht genossen werden. Aber der Film ist nicht als Biografie ausgelegt, von daher darf man ruhig ein Auge zudrücken, denn der Film macht auf jeden Fall was her! (Gutes Beispiel auch Gladiator [2000], auch hier hat man es mit der Realität nicht allzu ernst genommen und dadurch, aufgrund der „neuen Realität“ einen tollen Film kreiert!)

Kennen sie noch Leonardo DiCaprio? Ich meine den jungen Spund auf der Titanic? Oder bei Romeo und Julia? Ehrlich gesagt habe ich ihn vorher nie wirklich gemocht und hab sein Ableben auf „Titanic“ mit einem schelmischen Grinzer entgegnet. Aber er hat sich seit einiger Zeit exzellent gewandelt… Filme wie „Shutter Island“, „Inception“ und „Blood Diamond“ sind gute Beispiele dafür. Er ist jetzt zum 5. Mal als Schauspieler (davon ein Mal als bester Nebendarsteller) bei den diesjährigen (weißen) Oscars nominiert und noch nie waren die Chancen so gut, ihn dieses Mal auch zu gewinnen.

Meines Erachtens zählt auch Hr. Inarritu zu den Topanwärtern für die Regie – die Bilder sind wirklich toll.

Auch wenn die progressive Handlung ihren Reiz hat, wirkt der Film doch etwas zu lang geraten. Klar versucht man, den Leidensweg so realistisch wie möglich darzustellen, aber meiner Meinung nach war der eine oder andere (gezwungene) Blick auf die Uhr im Kinosaal unvermeidbar.

Tom Hardy als den bösen Buben macht ne gute Figur. Auch hier nochmals Lob an der Charakterentwicklung, denn hier wird er nicht als der „hirnlose, superböse Typ“ verschlissen. Ein Mann, der viel schlimmes erlebt hat und mit einer geringen Bildung, der sich vieles aufgeschnappt hat – wie viele in der damaligen Zeit. Er schießt nicht alles und jeden über den Haufen, wenn mal der Hut brennt. Erst zum Schluss, wenn er komplett in die Ecke gedrängt wird. Und trotzdem, habe ich immer das Gefühl gehabt, dass da was fehlt… hmm…

Fazit:
Ein gewaltiges Bilder-Feuerwerk, welches eine amerikanische Winterlandschaft selten so bedrohlich darsgestellt hat, wie dieser Film hier. Ein grandioser DiCaprio mit einem hervorragenden Regieseur. Und doch ist der Film vom geschichtlichen her etwas dünn. Nette Dialoge hier und da, aber der Film lebt hauptsächlich von der Darstellung des Protagonisten und durch die Bilder des Regieseurs – er packt mich leider nicht so richtig, auch im Nachhinein nicht. Aber ich wünsche DiCaprio auf jeden Fall alles Gute für seinen Oscar – denn nach der tollen Formkurve der letzten Jahre hat er ihn sich verdient!

(PS: Nein, der Bär hat DiCaprio NICHT vergewaltigt!)

Mein Rating:
8/10

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Revenant_%E2%80%93_Der_R%C3%BCckkehrer

http://www.imdb.com/title/tt1663202/

http://www.rottentomatoes.com/m/the_revenant_2015/

3 Gedanken zu “The Revenant – Der Rückkehrer [Film]

  1. Ich habe ihn gestern auch gesehen. Hat mir gut gefallen, aber ich gebe dir Recht, manchmal hätte er ein wenig mehr „Inhalt“ vertragen können. Die Kameraführung beispielsweise fand ich aber echt genial, so schwenkend und fließend, keine sichtbaren Schnitte, gerade bei dem Angriff am Anfang. Und die Schauspieler waren auch super.

    Nur dieser Schnee und die Kälte überall – brrrr. Ich habe richtig mitgefroren.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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